34 Jahre Engagement für die Umwelt: Wolfenbüttel verabschiedet Organisationsteam des WUM
Ein Ära geht zu Ende, doch die Idee lebt weiter: Nach mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit wurde das langjährige Organisationsteam des Wolfenbütteler Umweltmarktes (WUM) feierlich verabschiedet. Bei einem Empfang im „WOW! Wissensort Wolfenbüttel“ würdigte Bürgermeister Ivica Lukanic die Verdienste von Dr. Ursula Kleber, Dr. Manfred Kracht und Dr. Seban Seehafer. Gleichzeitig markiert die Veranstaltung den Auftakt für eine Diskussion über die zukünftige Fortführung des WUM.
Seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat sich der Wolfenbütteler Umweltmarkt zu einer festen Institution entwickelt. Was als Initiative von Bürgerinnen und Bürgern begann, wuchs über 34 Jahre zu einer Plattform heran, die Umwelt- und Klimaschutz aus der abstrakten Debatte direkt in die Innenstadt brachte. „Wer eine Veranstaltung über einen so langen Zeitraum trägt, organisiert nicht einfach nur Termine und Stände – er hält eine Idee lebendig“, betonte der Bürgermeister in seiner Laudatio.
Ein Markt für Bürger, von Bürgern
Der WUM zeichnete sich stets durch seinen einladenden Charakter aus. Statt belehrender Worte setzte das Team auf Dialog und praktische Lösungen. Ob Insektensterben, die Asse-Problematik, Klimawandel oder Plastikmüll: Der Markt griff Themen auf, bevor sie im allgemeinen Bewusstsein verankert waren. Dabei blieb das Motto stets Programm: „Wahrnehmen, umdenken, mitmachen.“
Über die Jahre vernetzte der WUM zahlreiche Akteure der Stadtgesellschaft – von Umweltverbänden wie NABU, BUND, VCD und ADFC über die Stadtwerke und den Landkreis bis hin zu Schulen, Kitas und lokalen Unternehmen. Allein in den vergangenen Jahren zeigten regelmäßig rund 40 Aussteller, wie vielfältig ökologisches Engagement vor Ort sein kann.
Dank für 34 Jahre Ehrenamt
Besonderer Dank galt dem Kernteam um Dr. Ursula Kleber, Dr. Manfred Kracht und natürlich Dr. Seban Seehafer. Ihr Einsatz trotzte widrigen Wetterbedingungen, bürokratischen Hürden und sogar den Einschränkungen der Corona-Pandemie. „34 Jahre Ehrenamt bedeuten unzählige Stunden Arbeit, Telefonate und Organisation. Sie haben unserer Stadt ein Stück gelebte Verantwortung geschenkt“, betonte der Bürgermeister.
Auch die Stadt Wolfenbüttel selbst ist eng mit der Geschichte des Marktes verwoben. Seit 1999 mit eigenem Stand vertreten und seit 2003 als logistische Unterstützerin aktiv, blickt die Verwaltung auf eine produktive Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Kommune zurück – hier in Person von Martina Münstermann-Kreifels.
Blick in die Zukunft: „Zeit für Veränderungen“
Unter dem passenden Motto „Zeit für Veränderungen“ steht nun die Frage im Raum, wie das Erbe des WUM fortgeführt werden kann. Da sich das bisherige Team in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, wird im Rahmen eines Workshops nach neuen Wegen gesucht.
Dabei ist das Ziel klar: Wolfenbüttel soll auch in Zukunft Orte behalten, an denen Umwelt- und Klimaschutz sichtbar, verständlich und anfassbar bleiben. Ob in Form eines neuen Netzwerks, kleinerer Formate oder neuer Kooperationen – der Impuls, den das Team um Seban Seehafer gesetzt hat, soll als Fundament für kommende Projekte dienen.
Die Botschaft des Abends war deutlich: Es sind die Macher, die die Welt verändern – und in Wolfenbüttel beginnt diese Veränderung direkt vor der Haustür.
Bilder
Flickr-Album: Ausstellung WUM 2026