975 Jahre Atzum: Wolfenbüttels kleinster Ortsteil feiert historisches Jubiläum
Mit rund 220 Einwohnern ist Atzum zwar der kleinste Ortsteil von Wolfenbüttel, doch an diesem Wochenende bewies die Dorfgemeinschaft ihre besondere Stärke. Anlässlich des 975-jährigen Bestehens feierte der Ort ein dreitägiges Fest, dessen Dimensionen die eigene Einwohnerzahl übertrafen. In einem 300 Personen fassenden Festzelt kamen Bürgerinnen, Bürger und zahlreiche Gäste zusammen.
Historische Wurzeln und gelebte Gemeinschaft
In ihrer Eröffnungsrede betonte Ortsbürgermeisterin Kerstin Hoyer die Tatkraft des Dorfes. Dass das Festzelt mehr Plätze biete, als der Ort Einwohner zähle, sei ein deutlicher Beweis für die funktionierende Gemeinschaft und die enorme Schaffenskraft der Atzumer. Hoyer blickte dabei auf eine lange Geschichte zurück: Im Jahr 1051 wurde Atzum erstmals urkundlich erwähnt. Was unter den harten Bedingungen des Mittelalters begann, hat sich über die Jahrhunderte durch Erfindungsgeist und Durchhaltevermögen zu einem modernen Ortsteil entwickelt. Schon früh besaß das strategisch günstig an einem Handelsweg gelegene Dorf eine überregionale Bedeutung, nicht zuletzt durch die Stephanuskirche, die einst zu den wichtigsten Sendkirchen des Bistums Halberstadt gehörte. Heute zeichnet sich Atzum vor allem durch engagierte Nachbarschaftshilfe und ehrenamtlichen Einsatz aus.
Vielseitiges Programm für alle Generationen
Das Jubiläumswochenende bot ein abwechslungsreiches Programm, das ganz auf den Zusammenhalt der Generationen ausgelegt war. Bereits am Freitag sorgte die Dirk Wöhler Crew für die musikalische Eröffnung, die durch eine sportliche Tischtennisvorführung ergänzt wurde. Der Samstag stand im Zeichen von Dynamik und guter Stimmung: Nach einem energiegeladenen Auftritt der örtlichen Cheerleader übernahm die Band „Lessingstädter“ am Abend die musikalische Gestaltung im Festzelt. Den feierlichen Abschluss des Jubiläums bildet am Sonntagmorgen ein traditioneller Frühschoppen, der von der NOW-Band musikalisch umrahmt wurde. Das Wochenende bot der Gemeinde einen idealen Rahmen, um in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen und den Blick auf die Zukunft zu richten.
Dank an das Ehrenamt und Wertschätzung durch die Stadt
Ein Projekt dieser Größenordnung erfordert finanzielle Mittel und enormen persönlichen Einsatz. Kerstin Hoyer richtete daher einen besonderen Dank an die zahlreichen Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft sowie an den Ortsrat und das gesamte Helferteam. Über ein Jahr lang wurde im Hintergrund geplant, organisiert und aufgebaut, um dieses Fest zu realisieren.
Auch der Wolfenbütteler Bürgermeister Ivica Lukanic ließ es sich nicht nehmen, die Feierlichkeiten persönlich zu besuchen, und verschob dafür andere repräsentative Pflichten. In seiner Ansprache lobte er das herausragende Engagement der Atzumer. Er erinnerte sich an seine ersten beruflichen Berührungspunkte mit dem Ortsteil im Jahr 2005 und betonte die außergewöhnlich herzliche Aufnahme, die er dort erfahren durfte. Die Dorfgemeinschaft, so Lukanic, sei eine fest eingeschworene Einheit. Das auf die Beine gestellte Fest habe Festival-Charakter und verdiene weit über die Stadtgrenzen hinaus Respekt und Anerkennung.
Fotos: Flickr-Album: 975 Jahre Atzum