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Frisch, frischer, Wochenmarkt

Jeden Mittwoch und Sonnabend treffen sie sich auf dem Wochenmarkt – die Genießer, die am liebsten frischeste Waren auf den Tisch bringen. Und jede Woche gibt es wieder Neues zu entdecken. Zu jeder Jahreszeit ist der Besuch des Wolfenbütteler Wochenmarktes ein absolutes Muss.

Wochenmarkt Achim Meurer, meurers.net © Stadt Wolfenbüttel
Wochenmarkt auf dem Stadtmarkt Wolfenbüttel

Der Wochenmarkt mit seinen Händlern findet traditionell auf dem Stadtmarkt im Herzen der City statt. Jeweils mittwochs und samstags von 7 bis 14 Uhr bieten regionale Gemüsegärtner, Blumenhändler, Wurst- und Geflügelanbieter und Stände mit Haushaltswaren ihre Produkte an. Neben dem je nach Jahreszeit wechselnden Angebot findet man aber auch Backwaren, Bioprodukte, Produkte vom Ziegenhof, griechische Spezialitäten, Honig, Kräuter und vieles mehr auf dem Markt, der sich durch seine Vielfalt und seine Frische auszeichnet.

Das Markttreiben lässt sich in Wolfenbüttel über vier Jahrhunderte zurückverfolgen. Schon damals muss es jemanden gegeben haben, wie den heutigen Marktmeister. Der ist seit dem 2. April 2002 Michael Müller.

Neue Serie über Markt und Marktbeschicker

Die Marktbeschicker können auf viele Stammkunden zählen, was im Laufe der Jahre zu einer großen Kundenbindung geführt hat. Man hört viel Gelächter und es herrscht eine familiäre Stimmung. Was den Wolfenbütteler Wochenmarkt so besonders macht, verrät diese neue Serie über Markt und Marktbeschicker.

Einige Marktbeschicker  geben gute Warentipps in der Video-Serie Tipps vom Wochenmarkt.

Griechische Sonne auf dem Wochenmarkt

Antonius Siozos ist Landwirt und Erzeuger eines fruchtigen Olivenöls. Auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt kann man es neben anderen kleinen Spezialitäten aus seiner griechischen Heimat erwerben.

Antonius Siozos an seinem Verkaufsstand auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Antonius Siozos bietet griechische Spezialitäten auf dem Wochenmarkt an.

Jeden Samstag scheint auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt die Sonne. Natürlich nicht wirklich. Denn gerade die Marktreibenden sind zu jeder Jahreszeit Wind und Wetter ausgesetzt. Aber Antonius Siozos hat konservierte Sommerwärme immer dabei. In durchsichtigen Flaschen leuchten sie golden dem Feinschmecker entgegen.

Goldbaum heißt die Firma, die der Grieche 1996 gegründet hat. Siozos stammt aus Nordgriechenland. Wer an seinem kleinen, fast unscheinbaren Stand Oliven – schwarz oder grün –, Öl, Honig, Marmelade oder Gewürze kauft, der kann auf der Decke, die auf dem kleinen Tisch ausgebreitet ist, seinen Heimatort finden.

Maurer und Landwirt

Auf der bunten Karte gibt Antonius Siozos Orientierung. „Hier ist Kreta“, zeigt er und fährt mit dem Finger die Westküste von Hellas herauf, bis er fast an der Grenze zu Mazedonien stoppt. „Von hier komme ich. Hier betrieb mein Vater Landwirtschaft. Irgendwann war die Frage, ob ich das übernehmen könne. Ich bereue nicht, dass ich das so gemacht habe“, freut sich der Landwirt.

Antonius Siozos ist aber nicht nur Landwirt. Als er nach Deutschland kam, lernte er Maurer, arbeitete lange Zeit in dem Beruf. Zwischendurch ging er wieder zurück nach Griechenland und machte sich dort selbstständig im Baugewerbe. Dass er zu seinen Wurzeln zurückkehrte, ist für die Marktbesucher der Lessingstadt ein Glück.

Fruchtiges und säurearmes Olivenöl

Mehrere Flaschen mit Olivenöl stehen auf einem Verkaufstresen. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Fruchtiges und säurearmes Olivenöl bietet Antonius Siozos auf dem Wochenmarkt an.

Seit zwei Jahren stellt er seinen kleinen Stand jeden Sonnabend auf, manchmal auch am Mittwoch auf dem Markt. Wenn es nach Antonius Siozos ginge, könnte der Markt auf dem Schlossplatz bleiben. „Ich fühle mich auf dem Schlossplatz sehr wohl“, bekennt er freimütig. Seine treuen Stammkunden finden ihn.

„Ich arbeite auf meinem Betrieb biologisch. Am besten ist es so, wie die Natur es macht. Sonne ist genug da. Und ich lasse die Oliven an den Bäumen, bis sie das richtige Aroma haben“, erklärt er. Das bedeutet: Das Goldbaum-Olivenöl ist sehr fruchtig und hat eine geringe Säure. Sei die zu hoch, würde es im Hals kratzen. Die frisch geernteten Früchte werden noch vor Ort kalt gepresst und kommen dann nach Deutschland.

Werbung für die griechische Heimat

Durchsichtige Kunststoffbeutel mit eingeschweißten grünen Oliven stehen auf einem Verkaufstresen. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Griechische Spezialitäten bietet Antonius Siozos auf dem Wochenmarkt an.

Antonius Siozus bleibt während der winterlichen Erntezeit vier Monate in Griechenland. Den Rest des Jahres fährt er auf Märkte, um seine Produkte direkt zu vertreiben. In einer Tüte warten gleich sechs Flaschen auf ihren neuen Besitzer. „Ich habe Kunden, die decken sich immer gleich für eine ganze Zeit ein“, freut er sich.

Dieses Pendeln zwischen den beiden Ländern gefällt ihm gut. Eine Reise nach Griechenland würde sich immer lohnen, meint er augenzwinkernd. Gerade für junge Leute hat der Landwirt aber auch noch ein anderes Angebot. „Wer Lust hat, kann gern als Erntehelfer mit runterkommen. Er kann dann arbeiten und gleich meine schöne Heimat kennenlernen“, wirbt er.

Eine gute Adresse für Feinschmecker

Man merkt, Antonius Siozos bringt nicht nur die Sonnenkraft der alten Olivenbäume mit, die er auf seinem Facebook-Account gern postet. Auch die gute Laune hat etwas Mediterranes, das dem Wochenmarkt auf jeden Fall gut tut. Und: Goldbaum ist eine gute Adresse für Feinschmecker.

Hier ist Antonius Siozos auf Facebook zu finden: https://www.facebook.com/anton.goldbaum.9



Käse aus dem Bregenzer Wald

Lea und Beni haben eine Käsealm auf den Wolfenbütteler Wochenmarkt verlegt. Von hier aus verwöhnen sie ihre Kunden mit ganz besonderem Käse und Spezialitäten aus der Heimat.

Lea und Beni haben eine Käsealm auf den Wolfenbütteler Wochenmarkt verlegt © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Lea und Beni haben eine Käsealm auf den Wolfenbütteler Wochenmarkt verlegt

Auf die guten Sachen muss man manchmal etwas länger warten. Und sie sollten in Ruhe genossen werden. Mit der Käsealm auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt ist das auf alle Fälle so. Wenn der Beni mit seinem klangvollen Dialekt – für uns klingt er einfach nach Österreich – seinen Käse preist, den er zum Probieren vom großen Laib hobelt, erinnert er sofort daran: „Du musst dir wirklich einen guten Augenblick für diesen Käse auswählen. Ein gemeinsames Essen, oder einen gemütlichen Abend am Fernseher. Das ist nichts für alle Tage.“ Beni steht mit seiner Frau Lea seit nunmehr eineinhalb Jahren auf dem Stadtmarkt, im Vierwochenrhythmus mal mittwochs und mal samstags. Die beiden Tage seien ganz anders, sagt Beni. Verschiedene Kunden und eine unterschiedliche Stimmung. Gemeinsam sei beiden Terminen das Marktgefühl. „Der Wolfenbütteler Markt ist noch ein richtiger Markt. Hier trifft man Freunde, Bekannte, Nachbarn – und zwar nicht nur zum Einkaufen, sondern zum Reden“, schwärmt er.

Direkter Bezug

Reden kann er. Und die Tracht und das Alpenkolorit sind nicht gespielt oder Fassade. Benis Familie stammt aus dem Bregenzer Wald, und von hier kommen auch die saisonal unterschiedlichen Käsesorten sowie Wurstspezialitäten, die er an seinem Stand anpreist. „Für uns arbeiten zwei Sennereien, die von 25 Milchbauern beliefert werden. Die Milchbauern stellen eine tolle Milch her. Der Bregenzer Wald ist das größte zusammenhängende Gebiet in Europa, in dem eine silagefreie Milchproduktion stattfindet“, erklärt er. Und an den Käse käme nur, was dort rein gehöre, verspricht er. „Das ist ein Naturprodukt, und deshalb schmeckt er in jeder Jahreszeit anders“, so Beni. Im Sommer zum Beispiel würden die Kühe einfach viel Löwenzahn fressen, und daher sei der Käse in dieser Zeit sehr gelb.

Familientraditionen

Ich spüre die Euphorie, mit der er diese Naturprodukte verkauft. Sein Vater stehe seit 20 Jahren auf Märkten, und er sei einfach in den Job reingewachsen. „Ich habe sogar eine richtige Ausbildung als Senner gemacht, habe also meinen Sennenschein und weiß deshalb, was an Mühe und Arbeit hinter einem Laib steht. Das fängt mit den 500 Litern Milch an, die in einem großen Laib stecken. Und die Herstellung ist ein Knochenjob. Da habe ich wirklich Respekt vor“, so Beni. Die Ausbildung habe er natürlich nicht bei den befreundeten Sennereien gemacht, zu deren Genossenschaftsversammlungen Vater und Sohn noch immer regelmäßig fahren. „Auch bei Hochzeiten und Jubiläen sind wir unten“, freut er sich. Er wollte keine besondere Behandlung genießen, wenn er das Handwerk lernt, mit dem er und seine Familie den Lebensunterhalt verdienen.

Mit Rat und Tat…

„Diese Arbeit hat mir auch viel Spaß gemacht. Aber am liebsten rede ich mit den Kunden“, bekennt er. Die dürfen probieren und können sich über alle Schritte der Käseherstellung, aber genauso über Tipps unterhalten. Etwa: Wie lagert man den Käse richtig? Wie lange hält er? Und was eignet sich wozu? Natürlich sei die Sommermilch sehr schön. Aber auch im Winter könne man sich auf besondere Spezialitäten, etwa auf einen gepflegten Camembert freuen. Dass er diesen Sommer wegen der anhaltenden Hitze ohne Kühlungsmöglichkeiten oft nicht kommen konnte, bedauern Beni und Lea. Für die anstehenden Herbst-und Winterwochen – wenn es dann nicht zu kalt wird – versprechen sie aber, regelmäßig nach Wolfenbüttel zu kommen. Und wenn es dann doch etwas länger dauern sollte. Auf die guten Dinge wartet man gern einmal.

Was man aus guten Früchten machen kann…

Stephan Kahnert und Adrian Markiefka haben eine Likörschmiede eröffnet und bieten ihre Produkte zusammen mit Jörg Ziehes Fruchtquelle bereits gelegentlich auf dem Markt an. In der Zukunft soll daraus noch etwas ganz Großes werden…

Stephan Kahnert (links), Jörg Ziehe (Mitte) und Adrian Markiefka © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Stephan Kahnert (links), Jörg Ziehe (Mitte) und Adrian Markiefka

Der Markt ist ein Ort der Kommunikation. Menschen treffen sich, Nachbarn, Schulfreunde, aber auch manchmal Fremde. Stephan Kahnert und Adrian Markiefka ging das so. Beide sind jüngeren Datums und zeigen: Das bunte Treiben auf dem Stadtmarkt wird nicht nur von der älteren Generation angenommen. „Wir waren auf der Suche nach gutem Obst und sind dann hier bei der Fruchtquelle hängengeblieben“, berichtet Stephan Kahnert. Beide haben inzwischen einen kleinen Stand, natürlich neben Jörg Ziehes Stand und bieten Liköre an. Die beiden Wolfenbütteler Jungunternehmer wollten nach der Schule etwas Eigenes auf die Beine stellen. Aus der Leidenschaft zum Whisky erwuchs der Traum von einer Brennerei. Dass das ein weiter Weg ist, wissen beide. Aber sie wollen diese Strecke gehen und haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie er aussehen könnte.

Die Kunst des Brennens

Auf dem Markt zeigen sie auf jeden Fall schon einmal, dass sie auf die Menschen zugehen können. Auf dem Tisch steht eine ganze Batterie von kleinen Likörfläschchen, und gerade testet sich eine Kundin durch die Geschmacksrichtungen. Stephan Kahnert und Adrian Markiefka schenken geduldig nach und erklären etwas zu den Getränken. Die Kunst, Likör herzustellen ist sehr alt. Grundlage ist natürlich die Destillation. Was Arnaldo Villanowa, Rektor der medizinischen Fakultät der Stadt Montpellier für die europäische Kultur kultivierte, wollen die beiden als Königsdisziplin noch erlernen. Der Mediziner lebte übrigens vor gut 800 Jahren und brachte das Wissen, Alkohol herzustellen, von den Kreuzzügen aus dem Morgenland mit – dort, wo heute dessen Genuss weitgehend verboten ist.

Die Früchte sind entscheidend

Die Früchte sind entscheidend © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Die Früchte sind entscheidend

Für die Wolfenbütteler Neugründer ist er, wie gesagt, das Ziel der Träume. Der Likör, eine Kunst, die sich vor rund 700 Jahren in Europa etablierte, ist ein Schritt auf dem Weg dahin. Weil mit Alkohol und Früchten vor allem Zucker verarbeitet werden musste, war das Getränk früher nur für den Adel zugänglich. Das änderte sich erst mit dem Kolonialismus ein paar hundert Jahre später, der Zuckerrohr auf den alten Kontinent brachte. Heute, wo die weiße Süße zur Massenware geworden ist, müssen die „Liqoristen“ vor allem nach guten Früchten suchen. „Wir waren richtig begeistert, als wir am Stand von Jörg Ziehe waren und uns dort einmal durchprobierten“, erzählt Stephan Kahnert. Was sie dort genascht hätten, habe wirklich Geschmack gehabt. Wahrscheinlich sind die Produkte der beiden deshalb so lecker.

Purer Geschmack

Jedenfalls, so erklären sie, kämen keine weiteren Zusatzstoffe an ihre Liköre. Das Aroma hänge von den Früchten und von sonst nichts ab. Weil Jörg Ziehe das Engagement der beiden jungen Leute toll fand, nahm er die Produkte auch gleich mit in sein Angebot auf. Und wann immer es passt, gehen Stephan Kahnert und Adrian Markiefka selbst auf den Markt, um ihre Liköre an einem kleinen Tisch anzubieten. „Wir müssen geduldig sein, bis aus unserer Likörschmiede eine richtige Brennerei wird“, erklären die beiden bescheiden. Der Zuspruch bisher dürfte ihnen jedenfalls den nötigen Mut geben, dieses Projekt weiter konsequent durchzuziehen.

Das nächste Mal sind die Liquoristen am 29. September auf dem Markt. Weitere Termine werden bei Facebook bekannt gegeben: https://www.facebook.com/Likoerschmiede

Jakob Kopp bringt den Honig

Honig aus der Region gibt es auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt jeden Samstag von Jakob Kopp. Er hat seine Bienen in Salzgitter-Üfingen stehen und liebt die Imkerei.

Für jeden Honiggeschmack hat Jakob Kopp das Richtige im Angebot. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Für jeden Honiggeschmack hat Jakob Kopp das Richtige im Angebot.

Jakob Kopp hat nicht den größten Stand auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt. Am Samstag steht er, wenn man von der Langen aus reinkommt „hinten links“. Wer vom Kornmarkt aus auf den Markt kommt „stolpert“ sofort über ihn. Sein Tisch steht neben dem Feinkostwagen von Gianni Petrollini. Jakob Kopp hat nicht den größten Stand und er ist nicht der lauteste Marktschreier, aber er hat seine Fans. Es ist kurz vor Marktschluss und eine Frau kommt aufgeregt auf den Tisch zugeeilt. Sie habe tatsächlich so kurz vor dem Wochenende festgestellt, dass sie keinen Honig mehr im Schrank habe. Jakob Kopp lächelt ruhig und greift zielsicher in sein Angebot: Heidehonig, Waldhonig, Rapshonig, Robinienhonig, Blütenhonig. Der letzte ist es. Er kennt viele Kunden. Die beiden tauschen sich noch kurz darüber aus, wie er am besten schmeckt, dieser Nektar der Götter. Ein frisches Heidebrot mit viel Butter darauf, meint die Kundin und Jakob Kopp nickt freundlich. Am Ende will die Frau schon gehen, und er muss sie noch einmal kurz zurück rufen. „Sie haben das Wichtigste vergessen, den Honig“, lacht er. Die Frau dreht sich verblüfft um und steckt das Glas dankbar ein.

Honig aus der Region gibt es auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt jeden Samstag von Jakob Kopp. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Honig aus der Region gibt es auf dem Wolfenbütteler Wochenmarkt jeden Samstag von Jakob Kopp.

Imkerei als Ausgleich

Jakob Kopp kennt das. „Auf dem Markt gibt es immer angeregte Gespräche, da vergisst der eine oder andere schon mal, seinen Einkauf einzustecken. Aber die Kunden sind ja noch eine ganze Weile in Rufweite“, meint er. Honig ist seine Leidenschaft. Den Traum von einer eigenen Imkerei hatte er schon lange geträumt. Die Arbeit in der Natur mit den Bienen habe etwas Beruhigendes, verrät der in Kasachstan aufgewachsene Russlanddeutsche, dessen leichter Akzent daran erinnert, wie weit seine Reise hier nach Deutschland war. Jakob Kopp ist hauptberuflich als Lagerist tätig. Eine Arbeit, bei der man frische Luft und Sonne vermisst. „Als ein älterer Imker seine Bienen aufgab und ich die Chance sah, das zu übernehmen, habe ich sofort zugegriffen und das gelernt“, erinnert er sich. Der Duft, wenn etwa die Wabenfächer geschleudert werden und der flüssige Honig austritt, sei unbeschreiblich, schwärmt der er.

Gesundes Urlebensmittel

Selbst Honigbonbons in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt es am Marktstadt von Jakob Kopp. © Stadt Wolfenbüttel / Molau
Selbst Honigbonbons in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt es am Marktstadt von Jakob Kopp.

Honig ist ein Urlebensmittel. Bereits in der Antike haben Ärzte seine heilende Wirkung entdeckt. Im alten Ägypten setzte man ihn für die Gesundheitsvorsorge ein. Auf alten Papyrus-Rollen haben Wissenschaftler entdeckt, dass der Honig vor vielen tausend Jahren zum Beispiel als Wundmittel benutzt wurde. Die alten Griechen glaubten, der Honig sei die Speise der Götter. Bereits 600 vor Christi Geburt gab es in Griechenland eine strenge Imkereiordnung und Ärzte priesen seine Heilwirkung. Zwar besteht Honig hauptsächlich aus Zucker. Der Rest hat es aber in sich. Da ist etwa das Wasserstoffperoxid, das die Bienen mit ihrem Speichel auf den unreifen Honig geben. Das wirkt ebenso antibakteriell wie zahlreiche Pflanzenstoffe im Honig – etwa Polyphenole und Flavonoide. Häufig sind entzündliche Prozesse im Körper für Krankheiten verantwortlich. Und hier ist der Honig ein ideales Hausmittel. Die berühmte warme Milch mit Honig bei Erkältungen kennt fast jeder.

Für jeden Geschmack ist etwas da

Für jeden Honiggeschmack hat Jakob Kopp das Richtige im Angebot. „Manche mögen den herberen, würzigeren Waldhonig. Andere lieben cremigere, mildere Sorten“, erzählt der Imker. Egal welcher Honig es sein soll. Wichtig sei doch der regionale Aspekt, meint er. Honig aus der Region sei etwas sehr Wertvolles. Er sorgt nicht nur dafür, dass unsere Kulturlandschaft erhalten bleibt. Er ist nicht nur ziemlich klimaneutral. Er schmeckt auch besonders gut. Jakob Kopp hat Spaß an dieser ausgleichenden Arbeit neben dem Job. Und seinen Kunden macht er ebenfalls eine große Freude. Das sei doch dann eine gute Sache, meint er bei der Verabschiedung und blinzelt entspannt in den wolkenlosen Wolfenbütteler Markthimmel…

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