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07.05.2021

Der DRK-Ortsverein Ahlum wird 65 Jahre alt

Der Ortsverein Ahlum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird in diesen Tagen 65 Jahre alt. Am 16. Mai 1956 wurde er gegründet.

Ein großes Fest hatten wir zuletzt zum 60-jährigen Bestehen", berichtet der Vereinsvorsitzende Manfred Frohse. In Ahlum richten die Vereine, die ein Jubiläumsjahr erreichen, üblicherweise ein Dorfgemeinschaftsfest aus, was derzeit allerdings aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich ist.

Initiator der Gründung vor 65 Jahren war Gerhard Hartwieg — damals Wolfenbütteler Landrat und Ahlums Bürgermeister. Mit der Entstehung des Ortsvereins hatte er ein weiteres Amt inne: Hartwieg war der erste Vorsitzende des DRK in Ahlum. Bei der Gründungsversammlung in der Gastwirtschaft Söffker an der Wolfenbütteler Straße wählten die 18 ersten Mitglieder laut Protokoll einen siebenköpfigen Vorstand. Neben den üblichen Ämtern wie Vorsitzender, Schatzmeister und Schriftführer gab es auch eine Leiterin der sozialen Frauenarbeit und einen Leiter des Jugendrotkreuzes.

Das Rote Kreuz hatte in den Anfangsjahren einen deutlichen Fokus auf die Familie im stark landwirtschaftlich geprägten Ahlum. Das DRK betreute zum Beispiel Kinder in einem Erntekindergarten, was den Müttern die Feldarbeit ermöglichte. Außerdem sammelte das Rote Kreuz Spenden für das Altenheim und eine Schwesternstation. Zu den weiteren ersten Aktivitäten zählten Erste-Hilfe-Übungen mit Prüfungen. Ab 1970 betrieb das DRK eine Unfall-Hilfestation im Ahlumer Altersheim. So kann man auch in den Kassenbüchern jener Jahre nachlesen, dass 35 Verkehrsstöcke für Gehbehinderte in der Gemeinde und Kniedecken beschafft worden sind, außerdem Wärmflaschen und Krankenrückenstützen.


In Ahlum war in den 60er-Jahren eine Jugendrotkreuzgruppe aktiv. Die Kinder übten Erste Hilfe, bastelten Muttertagsgeschenke und kleine Gaben für ältere Einwohner zum Weihnachtsfest. Später gab es auch einen Kinderclub. 1973 wurde die Jugendarbeit eingestellt – erste Anzeichen der sich wandelnden Demographie und vorweg gezogene Konsequenz der Auflösung der Grundschule bei der Eingemeindung des Ortes im Jahre 1974.

Ab 1985 widmete sich der Verein verstärkt den älteren Dorfbewohnern: Es wurde eine Seniorengymnastikgruppe zunächst unter der Schirmherrschaft der Kirchengemeinde gegründet, die mit ihren Tanzeinlagen bei vielen dörflichen Veranstaltungen präsent war. Bis 2015 war die Gruppe aktiv. Die letzte Übungsleiterin, Ingrid Köhler, musste das Training aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. „Danach haben wir leider keine Nachfolgerin gefunden. Vielleicht können wir dieses Angebot irgendwann wiederbeleben", hofft Frohse.

Der Ortsverein ist mit seinen aktuell 179 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Ahlum und als Mitglied der Dorffest-Gemeinschaft auch im Dorfleben aktiv eingebunden. Bereits seit 1967 werden Blutspendetermine durchgeführt – auch schon mal unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr, die auswärtige Spender aus den benachbarten Ortschaften nach Ahlum fuhr. Das war allerdings 1969, als 211 Spender registriert werden konnten. Der allgemeine Rückgang der Spendenbereitschaft ist auch in Ahlum bemerkbar. „Immerhin hatten wir im Februar wieder 60 Spender, wobei jedoch sehr viele von außerhalb kamen", stellt Frohse fest. „Zurzeit sind es jährlich drei Termine, die wir anbieten. In diesem Jahr werden es sogar vier, da wir mit der Nutzung der Räume der Kirchengemeinde Ahlum coronagerechte Bedingungen garantieren können."


Die bislang regelmäßig durchgeführten Frühjahrs- und Herbstsammlungen sowie die Altkleidersammlungen mussten bereits im vergangenen Jahr coronabedingt abgesagt werden. Das gilt auch für den allgemein beliebten „Sonntagskaffee", der seit 2008 einmal im Monat vom DRK im Wechsel mit der Kirchengemeinde und dem Ahlumer Ortsrat für alle Interessenten – unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit – veranstaltet wird, „Das trifft besonders unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die dieses Angebot sehr vermissen!", bedauert der Vereinsvorsitzende und Mitorganisator.

Ein Highlight des Vereinslebens ist die jährliche Gemeinschaftsfahrt. So hat man in den vergangenen Jahrzehnten mittlerweile fast alle für eine Tagesfahrt erreichbaren Ziele aufgesucht und dabei nach der Wende zunächst die östlichen Landesteile bevorzugt. Ob es nun Schwerin, Potsdam oder der Spreewald waren oder andere der zahlreichen niedersächsischen Sehenswürdigkeiten bis an die Grenze zu Nordrhein-Westfalen – regelmäßig konnten selbst große Reisebusse mit 60 und mehr Plätzen problemlos gefüllt werden.

Doch auch diese Aktivitäten sind vorläufig nicht zu realisieren. Und wie im vergangenen Jahr wird wohl auch das traditionelle Dankeschön-Essen des Ortsvereins für seine Mitglieder, die ehrenamtlich zur Erfüllung der zahlreichen Aufgaben beitragen, abgesagt werden müssen. „Das tut mir für alle leid. Doch sobald es wieder gefahrlos möglich ist, werden wir alles nachholen", kündigt Frohse an.

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