Emil-Berliner-Geburtstag sehr erfolgreich in der Samsonsschule begangen
Bis auf den letzten Platz besetzt waren die Stuhlreihen im Emil-Berliner-Saal in der Samsonschule, Leopold-Zunz-Platz 1 (früher Neuer Weg 50) am Ortseingang Wolfenbüttels anlässlich des Vortrags und Konzerts zum 175-jährigen Geburtstag des Namensgebers der Räumlichkeit Ende Mai.
Zum Thema „Zwischen Rille, Kurbel, Schellack und Vinyl oder: Vom Knisterton zur High Fidelity - Die Geschichte des Grammophons und der Schallplatte“ (ent)führte Uwe Helms (Analogue Audio Association, Hannover), nach der Begrüßung durch Frau Dr. Elke-Vera Kotowski (Geschäftsführung Mendelsohnstiftung) die Zuhörenden in die höchst spannende analoge akustische und haptische Welt des Grammophons und der Schallplatte. Der litauische Pianist Ginteras Janusevicius führte dazu ein wundervolles und furioses Konzert auf.
Der ehemalige Wolfenbütteler Samsonschüler Emil Berliner (1851 – 1921) wurde zunächst in Amerika zum Pionier konservierter Musik, er erfand das Grammophon und die Schallplatte als einen der ersten Tonträger und gründete die bis heute bekannte Plattenfirma „Deutsche Grammophon“.
Mit Hilfe von Referent Uwe Helms reflektierten die Anwesenden des Abends, wie die Musik ans Ohr kam, ohne dass damit ein Konzertbesuch verbunden war. Am original Schul-Schauplatz in der ehemaligen Aula und dem heutigen Emil-Berliner-Saal der Samsonschule, entführte Uwe Helms, als Fachmann auf dem Gebiet der Tontechnik, die Zuhörerschaft mit originalem Koffer-Grammophon und Schelllackplatten in die Welt der Schallplatte.
Vom kratzigen Klang zum glasklaren Sound – trotz CD und Streamingdiensten hält die Schallplatte in Clubs und auch daheim heute wieder verstärkt Einzug. Die gute Akkustik im Emil-Berliner-Saal machte es möglich, dass Schelllackplattenklänge vom mitgebrachten Koffergrammophon bis in die hinteren Reihen gut und klar für alle zu hören waren. In seinem Vortrag zur Geschichte und den Varianten dieses Tonträgers brachte Uwe Helms mit den mitgebrachten Geräten einige Tonbeispiele zu Gehör.
Da der Plattenspieler aber doch nicht mehr in allen Haushalten zu finden ist und ein Vergleich mit originaler Darbietung ohnehin nicht schaden kann, brachte der litauische Pianist Ginteras Janusevicius an diesem Abend mit lauten & leisen Klängen am Flügel – live und ohne Mitschnitt – mit Kompositionen aus unterschiedlichen Epochen, die er sogar themenaktuell nochmals variierte, auf ausdruckstarke Art in wundervoller Weise zu Gehör.
Bei einem Abschlussgetränk in lockerer Runde der Zuhörenden waren sich alle Anwesenden über die hohe inhaltliche und musikalisch wie technische Qualität des Abends einig und in Vorfreude auf weitere Veranstaltungen in diesem schönen Ambiente.
Der Ausstellungsraum mit den Schülerbiografien ist nach wie vor jeden Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (Ausnahme: Tag der Niedersachsen 12. bis 14. Juni 2026 geschlossen)