Frisch gepflanzter Baum gestohlen: Stadt bittet um Hinweise und warnt vor zunehmendem Vandalismus
Im Rahmen laufender Pflanzmaßnahmen des Grünflächenamtes der Stadt Wolfenbüttel, bei denen derzeit über 100 Bäume in öffentlichen Grünanlagen durch einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb gesetzt werden, ist es zu einem Diebstahl gekommen.
Am 25. März 2026 wurde auf dem Spielplatz „Über dem Dorfe“ im Ortsteil Leinde eine Serbische Fichte mit einer Höhe von etwa 225 bis 250 Zentimetern gepflanzt. Das Solitärgehölz war mit einem Schrägpfahl fest im Boden verankert und verfügte über einen Wurzelballen mit einem Durchmesser von mehr als 60 Zentimetern.
Als Mitarbeitende des beauftragten Garten- und Landschaftsbaubetriebs am 7. April 2026 die routinemäßige Bewässerung durchführen wollten, stellten sie fest, dass der Baum entwendet worden war. Aufgrund der Größe und des Gewichts des Gehölzes ist davon auszugehen, dass der Abtransport nicht durch eine Einzelperson erfolgt sein kann.
Vor Ort konnte eine Spur bis zu einem nördlich gelegenen Teich verfolgt werden, die sich dort jedoch verliert.
Der Stadt Wolfenbüttel ist durch den Vorfall ein Schaden in Höhe von rund 300 Euro entstanden. Die Stadt bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Sachdienliche Hinweise werden per E-Mail an gruenflaechen@wolfenbuettel.de entgegengenommen.
Zunehmender Vandalismus und weitere Vorfälle in Grünanlagen
Das Grünflächenamt sieht sich zunehmend mit Vandalismus und Diebstahl in öffentlichen Grünanlagen konfrontiert. Neben wiederkehrenden Beschädigungen bereitet insbesondere der systematische Diebstahl von Pflanzen große Sorgen. Immer häufiger werden Frühjahrs- und Sommerbepflanzungen wie Stiefmütterchen und Geranien aus Balkonkästen und Pflanzkübeln entwendet. Auch das Abschneiden von Tulpen- und Narzissenblüten für den privaten Gebrauch nimmt zu.
Darüber hinaus berichten Mitarbeitende des Amtes von ungewöhnlichen Vorfällen: So wird Sand von Spielplätzen teilweise in großen Mengen – sogar schubkarrenweise – abtransportiert. Ebenso verschwinden regelmäßig Hackschnitzel aus Gehölzflächen.
Ein besonders besorgniserregender Fund wurde kürzlich auf dem Spielplatz in der Weberstraße gemacht. Im Rahmen einer routinemäßigen Kontrolle entdeckte ein Baumkontrolleur am Stamm einer etwa 80 Jahre alten Buche ein frisches Bohrloch im Bereich des Wurzelhalses. Dabei wurden auch frische Sägespäne festgestellt. Ein natürlicher Schädlingsbefall kann somit ausgeschlossen werden.
Ob in das Bohrloch chemische Substanzen eingebracht wurden, ist derzeit unklar. Der Vorfall stellt den ersten dokumentierten Fall dieser Art dar und wird als mögliche gezielte Beschädigung eines Baumes gewertet. Da es sich hierbei um eine Straftat handelt, wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Das Grünflächenamt appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und verdächtige Beobachtungen zu melden. Öffentliche Grünflächen sind ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und müssen gemeinsam geschützt werden.