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02.04.2020

Kroppkakor – frisch aus Wolfenbüttel

Marktbesucher dürften sich in letzter Zeit gewundert haben, was denn das für ein roter Wagen im Stil eines skandinavischen Landhauses ist, der seinen Platz auf dem Stadtmarkt gefunden hat. Neugierige bleiben stehen, lesen den Begriff „Kroppkakor“ und rätseln. Von Hannelore und Martin Kücke werden sie freundlich angesprochen und aufgeklärt, was es damit auf sich hat.

Kroppkakor – übrigens der Plural Kroppkaka – das sind eine Art gefüllter Kartoffelklöße, die vor allem im Südosten des skandinavischen Landes genossen werden. „Da wir Familie in Schweden haben, lernten wir diese leckere Spezialität bei unseren Besuchen dort an den zahlreichen Kroppkakorrestaurants kennen“, erzählen die Firmengründer aus Wolfenbüttel, die beide auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken können.


Schwedische Spezialität exklusiv aus Wolfenbüttel

Während Hannelore Kücke als Sozialpädagogin arbeitet, ist ihr Mann Martin Agrarwissenschaftler. Kurz vor der Pension stehend, so berichtet er, habe er nun mit seiner Frau die Selbstständigkeit gewagt. „Meine Frau ist die treibende Kraft hinter diesem Projekt“, erklärt er stolz. Angefangen habe alles bei einer Flasche Wein auf der Terrasse.

„Wir haben uns Kroppkakorrezepte angeschaut und einmal im Internet gesucht, wo das denn in Deutschland angeboten wird“, berichtet Martin Kücke. Während es aber viele Rezepte gibt, fanden die beiden keine Information darüber, dass man die Spezialität auch hierzulande erhalten könnte.

Schwedische „Freisprechung“

Die Zeiten sind vorbei, denn Google schlägt inzwischen beim Suchen „Kroppkakor und Wolfenbüttel“ als gemeinsamen Suchbegriff vor. Die Lessingstadt ist zum kulinarischen Brückenkopf der schwedischen Spezialität geworden. „Neulich hatten wir einen Besucher aus Westschweden am Stand, der das nur von seinen Kollegen kannte. Er hat gleich ein Bild in die Heimat geschickt“, berichten die beiden.

Und dann war da eine ältere Schwedin, die in ihrer Jugend oft Urlaub in Öland gemacht habe. „Die hat unsere Kroppkakor probiert und meinte, die schmecken wie Zuhause“, freut sich Hannelore Kücke. So bestärkt und durch die positive Resonanz aus der Region haben sich die beiden daran gemacht, die Rezepte immer weiter zu entwickeln.

Viele Variationen für die Kroppkakor

„Es kommt darauf an, dass die Kartoffeln den richtigen Stärkegehalt haben“, erklärt Martin Kücke. Da sei bei den ersten Versuchen viel Kartoffelsuppe entstanden, schmunzelt er. Nun hätten sie aber den Dreh raus. Neben der klassischen Variante mit Schinken- und Champignon-Füllung entstehen in der Wolfenbütteler Manufaktur immer neue Sorten: mit Spinat oder Lachs zum Beispiel. Die Kombinationsmöglichkeiten für das Gericht seien vielfältig.

Serviert werden Kroppkakor wie in Schweden mit Butter, Preiselbeeren und Sahne. Diese Kombination aus herzhaften Aromen mit der Fruchtigkeit der Preiselbeere und der cremigen Sahne ist tatsächlich ein leckeres Geschmackserlebnis. Kein Wunder, dass es schon die ersten Stammkunden gibt. Und in fünf Jahren, hofft Martin Kücke, sollten 15 bis 20 Prozent der Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler wissen, was Kroppkakor sind.

Regionalität und Nachhaltigkeit

Regionalität und Nachhaltigkeit schließlich, das sind Stichworte, die für die Kückes besondere Bedeutung haben. „Wir verwenden Bio-Produkte und vermeiden, wo möglich, Plastik“, erklären die beiden. So ist die Verpackung, in der man die Kroppkakor mit nach Hause nehmen kann, kompostierbar. Auf dem Markt gibt es kein Einwegbesteck.

Die Neulinge in Sachen Lebensmittelherstellung und Spezialitätenvermarktung wollen hier weiter den Hebel ansetzen und recherchieren immer wieder nach Möglichkeiten der Optimierung. Auf die vorliegenden Aufgaben freuen sich die beiden. In der Region wollen sie bei den verschiedenen Märkten dafür sorgen, dass Kroppkakor ein Begriff wird. Und der Wolfenbütteler Wochenmarkt ist dabei ein wichtiger Standort.

Dass Wolfenbüttel Fairtradetown geworden ist, freut die Kückes: „Das passt zu unseren klaren Vorstellungen von Regionalität, Bioqualität und Nachhaltigkeit“, betonen die beiden.


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