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Datum: 24.07.2022

Neue Flüchtlingsunterkunft ist bezugsfertig

Die Lage um die Ukraine-Flüchtlinge bringt die Helfer des DRK-Kreisverbandes immer wieder an Grenzen. Doch Haupt- und Ehrenamt arbeiten eng zusammen und konnten Probleme bislang stets beiseite räumen. Das wurde im Bericht von Aline Gauder während der Präsidiumssitzung deutlich: "Als Team meistern wir die Krise", erklärte sie als Teamleitung Ehrenamtskoordination, die auch die DRK-Flüchtlingshilfe betreut.

Drei Personen stehen in einer Halle © DRK
So sieht aktuell die vorbereitete Unterkunft im KOMM aus. Stolz auf das Erreichte sind (v. l.): Philipp Quinzler, ein neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter der DRK-Flüchtlingshilfe und der Tafel, Aline Gauder als Teamleitung DRK-Ehrenamtskoordination, und Ulrich Kuball, DRK-Helfer beim Sozio-Med-Mobil und der Flüchtlingshilfe

Was viele nicht wissen: Das Rote Kreuz hilft Stadt und Landkreis auf verschiedenen Gebieten. So betreibt das DRK die Flüchtlingsunterkunft "Alte Realschule" in Schöppenstedt. Die Helfer haben die dortige Einrichtung aufgebaut, sorgen für die Ausgabe des Essens aus dem Solferino, vermitteln mit der Kreisvolkshochschule Sprachkurse, und sind auch sonst erster Ansprechpartner vor Ort. "Im Schnitt leben dort seit Mitte März etwa 50 Personen", schilderte Aline Gauder. Der DRK-Ortsverein Schöppenstedt sei sehr aktiv, vor allem bei der Essensausgabe, die an sieben Tagen pro Woche dreimal täglich stattfindet.

Die Probleme begännen bei den Sprachhürden und der häufig wechselnden Zusammensetzung der Belegung. "Und wenn man ehrlich ist, ist ein Großteil der Gruppe der dort untergebrachten Sinti und Roma nicht leicht zu händeln." Neuankömmlinge treffen in Wolfenbüttel zunächst an der Unterkunft Okeraue ein. Von dort werden Familien gern direkt in Wohnungen vermittelt, Einzelreisende hingegen sollen nach Schöppenstedt. "Bislang verständigen wir uns mit Händen und Füßen", berichtete Ruth Naumann, Vorsitzende des Ortsvereins Schöppenstedt.

Sie wünscht sich Übersetzer für Ukrainisch, Russisch und Arabisch. "Überhaupt suchen wir helfende Hände auf allen Ebenen", unterstreicht Aline Gauder. "Ehrenamtlich oder auf Minijob-Basis." Einen zusätzlichen Kraftakt hat ihr Team in den vergangenen Wochen an der Schweigerstraße in Wolfenbüttel geleistet: Im dortigen Tennsicenter KOMM (zuletzt Corona-Impf- und Testzentrum) richtete das DRK eine Flüchtlingsunterkunft für 198 Personen ein. Sie wirkt nicht so wohnlich wie die Ex-Schule in Schöppenstedt mit ihren Klassenzimmern, doch die Messekabinen mit den Hochbetten machen einen sauberen Eindruck. Selbst auf dem Boden ist nichts mehr zu sehen von den hier angelegten fünf Tennisplätzen. "Die neue Einrichtung soll Anfang August in Betrieb gehen", kündigte die Teamleitung an.

Auch in der DRK-Tafel sorgt die Flüchtlingssituation für viel Arbeit. "Vorige Woche hatten wir 110 Abholer an einem Tag", berichtete Juliane Liersch von einer neuen Rekordmarke. "Solch einen Andrang hat es in unserer 15-jährigen Tafel-Geschichte noch nicht gegeben." Mittlerweile kämen ganze Familienverbünde, also drei Generationen auf einen Schlag in den Eberts Hof am Großen Zimmerhof. "Auch wir haben natürlich Übersetzungsprobleme und mussten den Gästen erstmal klarmachen, dass sie sich die Lebensmittel nur einmal pro Woche abholen können – und nicht täglich."

Trotz des gestiegenen Mehrbedarfs an Material und Helfern will es das DRK vermeiden, einen Aufnahmestopp für die Tafel auszurufen. "Wir haben es bisher noch immer geschafft", erklärte Juliane Liersch selbstbewusst. Im Übrigen sei mit Vorstand Andreas Ring vereinbart, im Notfall Lebensmittel zuzukaufen. Zum Glück sei die Spendenbereitschaft der Bevölkerung anhaltend hoch, immer wieder melden sich private Initiativen und bringen Spendenboxen oder andere Hilfe vorbei. Und die Tafel-Leiterin verwies noch einmal auf die Möglichkeit, in fast allen Lebensmittel-Läden Gutscheine kaufen zu können. "Über diese Gutscheine freuen wir uns in der Tafel genauso wie über Bargeld."

Andreas Ring lobte Flüchtlingshilfe und Tafel im Anschluss ausdrücklich. "Gerade unsere Tafel lief ja ohnehin schon unter Voll-Last", beschrieb er. "Es ist wirklich ganz stark, wie das Team von Eberts Hof diese Krise jeden Tag zusätzlich meistert."

Kontakt

Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

Kreisverband Wolfenbüttel e.V.

Dietrich-Bonhoeffer-Straße 8
38300 Wolfenbüttel