Spannende Einblicke in die Herzmedizin beim "Tatort Kardiologie"
Jüngst lud das Team der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie zur Fortbildung ins Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums ein. Unter dem Titel „Tatort Kardiologie - Spannende Fälle aus der interventionellen Kardiologie“ folgten rund 100 Teilnehmende vor Ort und online den Vorträgen des Abends. Dies teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.
"Auch in diesem Jahr haben wir spannende und unterhaltsame Themen aus der Herzmedizin vorbereitet. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aufzugreifen und den ein oder anderen neuen Blickwinkel einzunehmen“, erklärten Dr. Björn Billmann und Michael Brandl, Chefärzte der Klinik für Innere Medizin - Kardiologie am Städtischen Klinikum.
Das Conduction System Pacing - also die Stimulation im Bereich des Reizleitungssystems - gewinnt einen immer größeren Stellenwert. Wie diese funktioniert und wer davon profitiert, darauf ging Chefarzt Michael Brandl zum Auftakt der Veranstaltung ein. „Bei unseren Patienten mit einer Indikation für eine Antikoagulation bei Vorhofflimmern treten mitunter Blutungsprobleme auf“, erklärte Daniel Frenk, Leitender Oberarzt am Klinikum Wolfenbüttel. Welche Optionen bestehen, wenn eine medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung nicht möglich ist, stellte Frenk anschließend detailliert dar. Daran anknüpfend ging Oberarzt Ahmed Musallam auf den aktuellen Stand der Pulmonalvenenisolation, einem minimalinvasiver, katheterbasierter Eingriff zur Behandlung von Vorhofflimmern, ein.
Im Fall von Lungenembolien bestehen neben den bekannten medikamentösen Verfahren auch interventionelle Behandlungsmöglichkeiten. Wann diese sinnvoll sein könnten, erläuterte Oberarzt Dr. Christian Gubbe. Anschließend gab Dr. Miriam Mazzega, Fachärztin für Innere Medizin in der Fachpraxis für Herz- und Gefäßmedizin in Wolfenbüttel, einen aktuellen Überblick zu lipidsenkenden, thrombozytenfunktionshemmenden und antikoagulierenden Medikamenten, allesamt Grundbausteine der modernen Kardiologie.
Medikamenten-beschichtete Ballons (DEBs) erlauben eine Behandlung der Herzkranzgefäße, ohne dass Fremdmaterial zurückbleibt. Ob das in der Praxis schon eine Rolle spielt und wie die Perspektiven sind, zeigte Oberarzt Dr. Christian Gubbe auf.
„Die Behandlung von chronischen Koronarverschlüssen stellt eine besondere interventionelle Herausforderung dar. Heutzutage bestehen auch dank technischer Innovationen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten“, so Dr. Björn Billmann. Komplexe Prozeduren mit erhöhtem Risiko nehmen auch auf Grund des demographischen Wandels weiter zu. Zu beiden Themen stellte der Chefarzt entsprechende Fallbeispiele vor.
Zum Abschluss des Abends nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit für einen persönlichen Austausch.