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Datum: 01.10.2026

Stadt Wolfenbüttel ehrt Dagmar Ammon für zwei Jahrzehnte wegweisende Hospizarbeit

In seiner jüngsten Sitzung am 30. September 2026, hat der Rat der Stadt Wolfenbüttel Dagmar Ammon für ihren weitreichenden ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet.

Person erhält Urkunde und Blumenstrauß bei einer Ehrung, umgeben von Teilnehmenden in einem Veranstaltungsraum. © Stadt Wolfenbüttel
von links: Bürgermeister Iciva Lukanic, Dagmar Ammon, Jan Schröder (Vorsitzender des Stadtrates)

Im Zentrum der Ehrung stand ihr unermüdliches Wirken beim Aufbau und der Weiterentwicklung der lokalen Hospizarbeit, mit der sie das soziale Miteinander in der Stadt über viele Jahre hinweg nachhaltig geprägt hat. Die Stadt drückt mit dieser Auszeichnung ihren tiefen Dank für eine Lebensleistung aus, die das Fundament der städtischen Solidargemeinschaft stärkt.

Würdigung einer Lebensleistung für das städtische Gemeinwohl

Bürgermeister Ivica Lukanic würdigte in seiner Laudatio die außergewöhnliche Menschlichkeit, Herzlichkeit und Zugewandtheit, mit der Dagmar Ammon anderen Menschen begegnet. Er betonte, dass Hospizarbeit nicht bedeute, sich ausschließlich mit dem Tod zu beschäftigen, sondern sich dem Leben zuzuwenden, gerade wenn es endlich werde. In den vergangenen zwei Jahrzehnten habe Ammon unzähligen schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen Halt gegeben, Ängste ernst genommen und ihnen das Gefühl vermittelt, bis zuletzt ein wertvoller Teil der Gemeinschaft zu sein. Lukanic hob hervor, dass es maßgeblich ihrem Einsatz zu verdanken sei, dass in der Stadtgesellschaft offener und angstfreier über die Themen Sterben, Tod und Trauer gesprochen werde.

Menschlichkeit am Ende des Lebens

Seit der Gründung des Hospizvereins Wolfenbüttel am 28. August 2006, den Ammon als eines von 13 Gründungsmitgliedern ins Leben rief, trieb sie die Entwicklung des Vereins kontinuierlich voran. Sie qualifizierte sich umfassend als Sterbe- und Trauerbegleiterin für Erwachsene sowie in der Kinder- und Jugendhospizarbeit. Zudem brachte sie ihre Expertise in die Beratung zu Patientenverfügungen ein. Bis zum Jahr 2024 gehörte sie dem Vorstand des Vereins an und engagierte sich intensiv bei der Ausbildung künftiger Sterbebegleiterinnen und -begleiter.

Wie selbstverständlich und unverkrampft sie diesem sensiblen Thema begegnet, verdeutlichte der Bürgermeister anhand einer Begebenheit aus der Grundschule Harztorwall. Als im Unterricht das Thema Krankheit und Sterben behandelt wurde, brachte Ammons Enkel ihr Wirken mit einem einzigen, treffenden Satz auf den Punkt: „Meine Oma weiß, wie Sterben geht.“ Dieser entwaffnend ehrliche Satz zeige, so Lukanic, dass Ammon keine Angst habe hinzusehen und auch dort zu sein, wo anderen der Mut fehle.

HospizZentrum Wendessen und breites gesellschaftliches Engagement

Neben der direkten Begleitung von Betroffenen widmete sich Ammon stets auch der strukturellen Weiterentwicklung der Hospizarbeit. Zwischen 2019 und 2024 war sie eine treibende Kraft bei der Planung, dem Umbau und der Einrichtung des neuen HospizZentrums im Ortsteil Wendessen. Seit dessen Eröffnung im Juli 2024 leistet sie dort weiterhin regelmäßige ehrenamtliche Dienste. Ihr Engagement für die Stadt beschränkt sich jedoch nicht allein auf diesen Bereich: Sie brachte sich ebenso im Basketballbereich des MTV Wolfenbüttel sowie in die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem rumänischen Satu Mare ein.

Ein Dank an die Gemeinschaft

In ihren Dankesworten zeigte sich Dagmar Ammon tief bewegt von der Auszeichnung. Ehrenamt bedeute für sie in erster Linie, für andere da zu sein und in der Gemeinschaft Dinge zu bewegen. Ausdrücklich dankte sie ihren langjährigen Wegbegleitern, die sie stets unterstützt und motiviert hätten. Ein besonderer Dank galt der Stadtgesellschaft und den Bürgerinnen und Bürgern von Wolfenbüttel. Ob bei Projekten oder der Suche nach finanzieller Unterstützung für den Hospizverein – sie sei in den vergangenen zwanzig Jahren stets auf offene Ohren und eine enorme Hilfsbereitschaft gestoßen. Zum Abschluss richtete sie den eindringlichen Wunsch an die Anwesenden, dass diese breite gesellschaftliche Unterstützung für die Hospizarbeit auch in Zukunft ungebrochen anhalten möge.

Kontakt

Büro des Rates

Stadtverwaltung Wolfenbüttel

Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel