Standesbeamtin mit "Liebe und Leidenschaft" im Schuleinsatz
Anfang Oktober hatte die Wolfenbütteler Standesbeamtin Linda-Marie Heusler einen „Spezialauftrag“ an der IGS Wallstraße. Sie durfte in zwei Schulstunden im Seminarfach „Liebe und Leidenschaft“ den interessierten Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort stehen.
Ist die Ehe noch zeitgemäß? Das war die zentrale Frage und die beantworten, muss dann am Ende doch jeder für sich selbst. „Für mich als Standesbeamtin keine Frage – na klar“, so Linda-Marie Heusler.
Zum Einstieg stellte sie die Entwicklung der Ehe in den vergangenen Jahrzehnten dar – von der klassischen „Hausfrauenehe“ nach konservativen Wertvorstellungen (besser bekannt unter der Alliteration Kinder, Küche, Kirche) bis hin zur Ehe für alle. Interessant war in diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die Entwicklung des Namensrechts. Bekam früher die Frau den Namen des Mannes aufgezwungen, haben die Eheleute heute durch das neue Namensrecht die Möglichkeit sogar Doppelnamen zu bilden.
Thematisiert wurden von der Standesbeamtin auch die Ehevoraussetzungen. „Wer darf eigentlich wen heiraten und wo gibt es ganz klare Grenzen? Was passiert, wenn ich den Verdacht der Scheinehen habe und wann führe ich Nottrauungen im Krankenhaus oder Hospiz durch“. Auch ganz „praktische Themen“ wurden angesprochen: steuerliche Vorteile durch die gemeinsame Veranlagung oder was passiert, wenn der Partner im Krankenhaus ist? Wer bekommt dann eigentlich Auskunft?
Wie eine Eheschließung generell abläuft, wurde natürlich ebenfalls angesprochen. Wenig überraschend kam auch die Frage auf, ob bei Linda-Marie Heusler bei einer Trauung schon einmal nein gesagt hat: Nein, bei mir hat noch niemand die entscheidende Frage mit „nein“ beantwortet“, konnte sie berichten. Auch das Thema Scheidung wurde behandelt – ganz nach dem Motto „Wie werde ich ihn oder sie wieder los?“
Fazit nach zwei spannenden Unterrichtsstunden von Linda-Marie Heusler: „Die Tutorin Barbara Hosse hat die Schüler so toll vorbereitet und die Gruppe hat super mitgearbeitet. Ich selbst war nach zwei Schulstunden echt platt. Die IGS hat mit diesem Angebot die jungen Menschen wirklich auf das Leben vorbereitet und ich bin sehr gerne der Einladung gefolgt. Und vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler für die Schokolade - die Karte dazu hängt jetzt in meinem Büro.“