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Datum: 19.05.2022

Theater im Juni: Die Theater-Spielklubs feiern Premiere!

Lampenfieber breitet sich aus in allen Räumen des Lessingtheaters. Die Spannung steigt, ein letztes „Toi-Toi-Toi!“ und schon geht das Licht an: Vier neue Spielklub-Produktionen wollen ihr Publikum überraschen, unterhalten und ganz einfach mitreißen. Die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Erina Yashima und der Pianist Matthias Kirschnereit eröffnen die „52. Harzburger Musiktage – Internationale Festspiele“. Einblicke in die deutsche Geschichte mit „Der Prozess II – RAF“ des Regieduos Marie-Luise Krüger und Christian Weiß sowie der Prolog dieser Trilogie („Vor dem Sturm“) sind in diesem Monat vor und im Lessingtheater zu erleben.

Der Prozess II – RAF

Ein roter Übersee­container – unübersehbar und monströs. Eine Zeitkapsel. In ihrem Innern ein Wohnzimmer der 60er Jahre. Durch die Mitte geht ein Riss. Die Generationen sind gespalten. Sie finden nicht zueinander. Voneinander getrennt erlebt auch das Publikum den Strafprozess gegen die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Eines der meistdiskutierten Gerichtsverfahren der Bundesrepublik. Basierend auf den Prozessakten und Tonbandprotokollen entwickelte das Regie-Duo krügerXweiss eine mobile Theaterinstallation für jeweils vier Personen.

Der „Prozess II – RAF" ist der zweite Teil einer Trilogie von krügerXweiss, die sich mit drei Gerichtsprozessen auseinandersetzt, die als Schlüsselereignisse für die jüngere deutsche Geschichte gelten können: gegen Adolf Eichmann, gegen die erste RAF-Generation und gegen Erich Honecker. Der Prolog dieser Trilogie „Vor dem Sturm“ wurde bei den KunstFestSpielen 2020 in Hannover uraufgeführt. 26. Mai bis 26. Juni 2022

Ein Erlebnis für alle Sinne – barrierefrei für blinde und sehbehinderte Menschen: Vor dem Sturm

Vier Zuschauer in einem Raum, in der Mitte eine Projektionsfläche, auf der Landschaft und Bahnschienen zu erkennen sind. © Irving Villegas
Vor dem Sturm

Im Nachkriegswinter 1946 wird an der Nordseeküste bei tobender See ein blinder Junge geboren. Es ist Frühling, als er von den Konzentrationslagern erfährt, während er seine Holzeisenbahn um den Esstisch zieht. Später studiert er Jura. Es ist Sommer, als er von den Studentenprotesten hört, während er in seinem Zimmer für eine Prüfung lernt. Später wird er Richter. Es ist Herbst, als er wegen einer Bombendrohung der RAF das Landgericht verlässt. Er wartet in einem Park, es explodiert nichts, dann geht er wieder rein. Später gründet er eine Familie. Es ist Winter, als jemand sagt: „Das Verfahren gegen Erich Honecker wurde eingestellt“. Er denkt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und beißt in eine Scheibe Graubrot.

Diese Produktion basiert auf Interviews mit blinden Richterinnen und Richtern und ist barrierefrei für blinde und sehbehinderte Menschen. Unter den Kopfhörern verschmelzen akustische Räume mit dem realen Hier und Jetzt. Die Besucherinnen und Besucher werden mit auf eine einsame Hallig genommen und tauchen mit allen Sinnen in dieses Erlebnis ein. Dabei treffen sie sie nicht nur einen blinden Richter, sondern auch auf eine unbewältigte Vergangenheit. 31. Mai 2022, 11 und 19.30 Uhr | 1. Juni 2022, 11 und 19.30 Uhr | 2. Juni 2022, 11 Uhr 31. Mai 2022, 11 und 19.30 Uhr | 1. Juni 2022, 11 und 19.30 Uhr | 2. Juni 2022, 11 Uhr

52. Harzburger Musiktage – Internationale Festspiele

52. Harzburger Musiktage © Nikolaj Lund | NDR
52. Harzburger Musiktage

Die Gesellschaft zur Förderung der Harzburger Musiktage begeht in diesem Jahr ihr 50. Gründungsjubiläum, welches mit einem besonderen Festivalprogramm gefeiert wird. Die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Erina Yashima und der Pianist Matthias Kirschnereit eröffnen die Festspiele im Lessingtheater.

Die allerersten Töne widmet das Orchester dem jungen und mehrfach ausgezeichneten Komponisten Emanuel Reichert-Lübbert: Mit „Echinodermata“ möchte er in Erinnerung bringen, wie gefährdet die Meere sind. Das anschließende Mozart-Klavierkonzert sowie Dvořáks 7. Sinfonie werden dem Publikum ebenfalls ein besonderes und musikalisch mitreißendes Erlebnis bieten. 3. Juni 2022, 19.30 Uhr

Szene 9: Das Spielklub-Festival

Die Theaterbühne ist ein magischer Ort. Ein Spielraum für alle, die sich im Ensemble ausprobieren oder die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten entdecken und erweitern möchten. Ob tänzerisch oder spielend mit Sprache umgehen – bewegend ist das in jedem Fall. Vier spielerische Experimente. Vier Theaterspielklubs. Drei Generationen. Über 40 Darstellerinnen und Darsteller präsentieren ihre aktuellen Produktionen und sorgen für mitreißende Theatermomente.

Szene 9: „Am Ende der Flucht“

Spielszene auf einer Bühne mit zwei Frauen in einer Art Astronautenanzügen. © Uwe Brodmann
Szene-Spielklub "Die Intendanten"

Was bleibt am Ende übrig? Dann, wenn wir das Leben hinter uns haben. Welche Erinnerungen, welche Beziehungen, welche Momente prägen unser Dasein? Mit diesen Fragen haben sich „Die Intendanten“ schreibend und spielend auseinandergesetzt. Menschen, die hinter der Schwelle des Todes angekommen sind, begegnen sich mit ihren Fragen, ihren Vorwürfen und ihrer Liebe. Sie helfen sich beim Erinnern. Dabei entstehen Seelenbilder, die sich ständig verändern. Zart, poetisch und tief. 23. Juni 2022, 18 Uhr (Premiere), 24. Juni 2022, 20.30 Uhr, 25. Juni 2022, 19.15 Uhr, Spielklub „Die Intendanten“ – Generationentheater

Szene 9: „Wechselhaare, Wanderjahre“

Spielszene auf einer Bühne mit vier Frauen © Uwe Brodmann
Szene-Spielklub "expert.innen"

Wie ist das eigentlich mit dem Älterwerden? Schauen wir gerne in den Spiegel? Wo und wie verändert sich unser Körper? Schließen sich Vergänglichkeit und Schönheit tatsächlich gegenseitig aus? Oder erwartet uns sogar eine neue Freiheit? Von welchen Gewissheiten müssen wir uns verabschieden, welchen Gewinn tragen wir davon? Solche und andere Fragen lassen sich aus den Motiven von „Schneewittchen“ und der „bösen“ Königin herausfiltern. Dieser Spurensuche stellten sich die „expert.innen“ in radikaler und augenzwinkernder Weise. Entstanden ist eine provokative und witzige Wanderung zwischen Spiegeln, Äpfeln und Kämmen. 23. Juni 2022, 19.15 Uhr (Premiere), 24. Juni 2022, 18 Uhr, 25. Juni 2022, 20.30 Uhr, Spielklub „expert.innen“ – Ein theatraler Spielraum für Frauen 30+

Szene 9: „Ich pflanz Dir eine Idee ein“

Eine Frau sitzt auf einer Theaterbühne. © Uwe Brodmann
Szene-Spielklub "weiblich.crossover"

Lessingtheater. Eine Schauspieltruppe kommt auf Gastspiel vorbei. Natürlich steht Macbeth auf dem Spielplan. Im Gepäck haben die Darstellerinnen jede Menge Eitelkeiten, Sehnsüchte und eine bunte Reihe an Konflikten. Was ploppt auf, wenn Konkurrenz, Macht und Ohnmacht die Charaktere antreiben? Ein temporeiches Stück, das mit viel Humor zeigt, wie Menschen sich in Situationen katapultieren, deren Tragweite ihnen zu spät aufgeht und die ihr Leben verändern. Fast ein bisschen wie im echten Leben. Fast ein bisschen wie bei Shakespeare. 23. Juni 2022, 20.30 Uhr (Premiere), 24. Juni 2022, 19.15 Uhr, 25. Juni 2022, 18 Uhr, Spielklub „weiblich.crossover“ – Ein theatraler Spielraum für Frauen jeden Alters

Szene 9: ZWISCHENSTOPP

Spielszene auf einer Bühne: sechs schwarz gekleidete Frauen schwenken beige Kartons © Uwe Brodmann
Szene-Choreografisches Labor

Eine choreografische Arbeit von Gerda Brodmann-Raudonikis. Die Momente, wenn wir innehalten, wenn unsere Gedanken stoppen und der Augenblick stehen bleibt, lassen uns die Welt, die wie ein Zug vorbeifährt, für einen Augenblick vergessen, doch der nächste Zug kommt schon. 26. Juni 2022, 18 Uhr (Premiere), Choreografisches Labor (50+)

Kontakt

Weitere Vorverkaufsstellen: An allen bekannten Vorverkaufsstellen mit ADticket sowie im Internet unter www.lessingtheater.de.