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Datum: 02.10.2026

Vortrag: Die Toten von Wolfenbüttel - anthropologische Rekonstruktion einer städtischen Oberschicht

Wer waren die Menschen, die in Erbbegräbnissen auf dem Friedhof an der Hauptkirche aufwendig bestattet wurden? Welche Krankheiten grassierten zwischen etwa 1650 und 1750 in der Wolfenbütteler Oberschicht? Wie waren die Lebensbedingungen des hiesigen Bürgertums in der Frühen Neuzeit?

Drei Personen betrachten in einer Museumsausstellung einen Oberschenkelknochen und diskutieren dessen Merkmale. Andreas Greiner-Napp © Museum Wolfenbüttel
Die Anthropologin Dr. Bettina Jungklaus (links) erklärt ein Krankheitsbild an einem Oberschenkelknochen

Antworten auf diese und mehr Fragen liefert die Anthropologin Dr. Bettina Jungklaus in ihrem Vortrag mit dem Titel „Die Toten von Wolfenbüttel – anthropologische Rekonstruktion einer städtischen Oberschicht im 17./18. Jahrhundert“, der am Dienstag, 13. Oktober, um 18 Uhr im Oberen Foyer des Schlosses Wolfenbüttel stattfindet. Die Veranstaltung ist Teil einer Vortragsreihe zur Sonderausstellung „Die Toten in Wolfenbüttel“ (bis 29. November 2026 im Schloss Museum Wolfenbüttel).

Im Rahmen eines gemeinsamen Pro*Niedersachsen-Projekts der historischen und archäologischen Kommissionen wurde die städtische Oberschicht der Frühen Neuzeit in Wolfenbüttel anhand des Friedhofs der Kirche Beatae Mariae Virginis rekonstruiert. Dabei handelt es sich um ein weltweit Beachtung gefundenes Projekt, bei dem die Anthropologie, die Archäologie und die Geschichtswissenschaft zum ersten Mal zusammenarbeiteten.

Nördlich der Kirche kamen bei Ausgrabungen im Jahr 2015 80 Bestattungen zutage. Dieses Areal war einst ein wichtiger Friedhof der Stadt, auf dem von 1650 bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts die Angehörigen der Oberschicht ihre letzte Ruhe fanden. Die wissenschaftlichen Untersuchungen umfassten eine osteoanthropologische Analyse der Skelette und auch die Aufarbeitung der Archivalien in der Wolfenbütteler Abteilung des Niedersächsischen Landesarchivs. Mit Hilfe der Schriftquellen konnten die Lebensverhältnisse, die biologischen Lebensgeschichte der Verstorbenen – einschließlich des Gesundheitszustandes – bis hin zu persönlichen Vorlieben der Bestatteten in bisher ungekannter Tiefe rekonstruiert werden.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter museum@wolfenbuettel.de oder 05331 9246-0.

Der Eintritt ist frei.

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