Zukunft der RegioBusse gesichert: Regionalverband will Verkehrsangebot auch 2027 im vollen Umfang erhalten
Ein starkes Signal für die Mobilität in der Region: Die RegioBusse im Großraum Braunschweig sollen auch im Jahr 2027 ohne einschneidende Kürzungen verkehren. Trotz der angespannten Finanzlage der Kommunen und steigender Betriebskosten haben sich die Landrätin, die Landräte sowie die Oberbürgermeister der Region gegenüber dem Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) für den Erhalt des aktuellen Leistungsniveaus ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung trifft die Verbandsversammlung in ihrer Sitzung am 11. Juni.
In Niedersachsen wird der Busbetrieb zum überwiegenden Teil von den Kommunen finanziert. Angesichts der aktuellen Haushaltslagen ist die Fortführung des Angebots in vollem Umfang keine Selbstverständlichkeit. Dennoch herrscht unter den politischen Verantwortlichen Konsens über die Bedeutung des Regionalverkehrs.
„Die RegioBusse sollen auch 2027 weiterfahren – darin sind sich die Hauptverwaltungsbeamten und ich einig. Es ist essenziell, jetzt rechtzeitig Klarheit für die Fahrgäste und die Verkehrsunternehmen zu schaffen“, betont der Verbandsvorsitzende Detlef Tanke. „Die regionalen Linien sind hervorragend ausgelastet und bilden ein Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs. Sie bringen täglich tausende Menschen zur Arbeit, zur Ausbildung, zu Besorgungen oder zu Freizeitangeboten.“
Beschlussfassung am 11. Juni
Damit das Angebot stabil bleibt, muss die Verbandsversammlung am 11. Juni einen formellen Schritt vollziehen: Ein bestehender Beschluss aus dem September 2025, der potenzielle Angebotskürzungen vorsah, soll ausgesetzt werden. Zur Finanzierung leitet der Regionalverband die für die Betriebskosten vorgesehenen Landesmittel vollständig in den Defizitausgleich der RegioBusse. Den weitaus größeren Anteil der Kosten tragen jedoch die Landkreise und kreisfreien Städte über die Verbandsumlage.
Effizienz und Verlässlichkeit im Fokus
„Unser Anspruch ist ein qualitativ hochwertiges und effizientes ÖPNV-Angebot“, erklärt Verbandsdirektor Ralf Sygusch. „Gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen und Kommunen prüfen wir kontinuierlich, wo Optimierungen in der Linienführung oder eine bessere Abstimmung zwischen Bahnen, RegioBussen und lokalen Buslinien möglich sind.“ Sygusch stellt klar, dass verlässliche Standards Priorität haben. Zwar könne es unabhängig vom aktuellen Grundsatzbeschluss zu punktuellen Anpassungen kommen, einschneidende Streichungen im Netz seien jedoch nicht vorgesehen. Parallel dazu stehe der Regionalverband im stetigen Austausch mit dem Land Niedersachsen, um zusätzliche Fördermittel zu sichern.
Hintergrund: Die Bedeutung der RegioBusse
Mit 35 Linien und rund 1.500 Fahrten pro Wochentag verbinden die RegioBusse die Ober-, Mittel- und Grundzentren der Region – insbesondere dort, wo keine Schienenanbindung existiert. Sie sichern die Mobilität im ländlichen Raum und ermöglichen schnelle Verbindungen zu den Bahnhöfen.
Da RegioBusse häufig Kreisgrenzen überschreiten, erfolgt die Abrechnung nicht individuell pro Kommune. Stattdessen erhebt der Regionalverband eine Umlage bei den kreisfreien Städten und Landkreisen, um den Defizitausgleich (Differenz zwischen Betriebskosten und Fahrteinnahmen) zu finanzieren. Das rein lokale Busangebot wird hingegen direkt von den jeweiligen Kommunen getragen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den gesamten Busbetrieb in der Region inzwischen auf rund 116 Millionen Euro pro Jahr.