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13.08.2019

Andreas Kretschmer ist der Bio-Metzger auf dem Wochenmarkt

Andreas Kretschmer ist einer, der für den Markt wie geschaffen ist. Dass er nach vielen Berufsjahren den Schritt zur Selbstständigkeit gewagt hat, erscheint fast wie notwendig.

„Ich muss oder vielmehr ich darf jetzt noch 15 Jahre arbeiten, und da wollte ich endlich mein eigener Herr sein. Ich entscheide morgens, was auf den Wagen kommt und freue mich, wenn es auf den Markt geht“, erzählt der Metzger aus Gifhorn.

Auf seinen Wagen, sein kleines Geschäft ist er besonders stolz. Hier hat er alles, was er braucht. Er ist modern und übersichtlich. „Das spricht die Leute an, wenn alles akkurat aussieht“, meint er. Gelernt hat Andreas Kretschmer den Beruf des Fleischers in Braunschweig. Dass er der konventionellen Fleischherstellung- und Verarbeitung den Rücken gekehrt hat, hatte ethische Gründe.


„Ich konnte das Elend nicht mehr sehen“

„Ich konnte das Elend der Massentierhaltung nicht mehr sehen“, meint er rückblickend. Das war 1999. Da stieg er um und wurde Bio-Metzger – zunächst in einem großen Bioladen in Braunschweig, dann auf dem Klostergut Heiningen. Hier hatte er auch seine Leidenschaft für den Wolfenbütteler Wochenmarkt entdeckt. „Sieben Jahre lang bin ich mit dem Heininger Wagen nach Wolfenbüttel gekommen. Die Leute kennen mich hier und haben Vertrauen aufgebaut“, meint er.

Vertrauen, das sei ohnehin das Wichtigste, wenn es um Lebensmittel im Allgemeinen und Fleisch im Besonderen ginge. Das, was er zukauft, etwa vom Chiemgauer Naturfleisch, kennt er seit langer Zeit. „Hier weiß ich, wie die Tiere gehalten werden und wie das Produkt dann verarbeitet wird“, erklärt er. Diesen strengen Qualitätsmaßstab legt er auch an die eigenen Produkte, die er für den Wochenmarkt herstellt.

Die Produkte sprechen für sich

„In erster Linie sprechen die Produkte für sich. Ich brauche dann noch gutes Salz und Gewürze", beschreibt er seine Arbeitsweise. Nitritpökelsalz, Geschmacksverstärker, Bindemittel, Phosphate und Ähnliches kommen bei ihm nicht in die Wurst. "Es geht doch vor allem um Qualität“, so Kretschmer. Er bearbeite keinen Tonnen, sondern kleine Chargen von drei bis fünf Kilogramm.

Wichtig für eine ausgewogene Ernährung sei vor allem Abwechslung. „Ich esse auch als Metzger nicht jeden Tag Fleisch. Zwei- bis dreimal in der Woche genügt völlig“, so Kretschmer. Dann dürfe es aber ein wirklich gutes Stück sein, das mit Verantwortung aufgezogen und mit Sorgfalt sowie Respekt verarbeitet worden sei. „Die Leute wissen, dass sie das bei mir bekommen“, so der Fleischer.

Verantwortung für die Zukunft

Das gilt auch für die Wildprodukte, die Andreas Kretschmer anbietet. Hier liefert ihm der eigene Schwager das Fleisch. "Er denkt genauso wie ich. Das ist schön, dass wir in der Familie so zusammenarbeiten", meint er. Andreas Kretschmer schneidet ein Stück von seiner Jagdwurst auf und man weiß sofort. Auch Wurst braucht nichts anderes als Salz und gute Gewürze.

Dass sich Andreas Kretschmer auf dem lebendigen Wochenmarkt richtig wohlfühlt, merkt man sofort. Er spricht mit den Kunden, hat Ratschläge bereit, aber hört auch gern zu, wenn man mit Sorgen und Nöten zu ihm kommt. Als die Entscheidung anstand, wie es mit seinem beruflichen Werdegang weiterginge, habe er die Option gehabt, bei einer großen regional ansässigen Firma für die Kantine und den Verkauf Currywürste zu machen.

Etwas anderes möchte ich nicht mehr machen

Das Angebot mag vielleicht lukrativer gewesen sein. Als Andreas Kretschmer aber vom Vorstellungsgespräch nach Hause fuhr, sei ihm sofort klar gewesen, dass er seinen eigenen Weg gehen muss. „Ich mache diese Arbeit, weil sie mir Spaß macht, weil ich mich damit identifiziere und weil ich ein Stück Verantwortung trage. Etwas anderes möchte ich nicht mehr machen“, fasst er seine Wünsche zusammen.


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