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04.09.2020

Wohin mit dem Pool-Wasser?

Planschen im heimischen Garten statt Urlaub am Meer lautete das Sommer-programm in Corona-Zeiten. Pünktlich zur Ferienzeit waren Swimmingpools fast ausverkauft. Doch nicht nur das Füllen der großen Gartenschwimmbecken ist der Grund dafür, warum der Wasserverbrauch in Wolfenbüttel aktuell etwa zehn Prozent höher ist im Vergleich zum Vorjahr.

Klaus-Dieter Otto, technische Führungskraft Trinkwasser der Stadtwerke Wolfenbüttel, erklärt: „Nach wie vor sind die Menschen einfach mehr zu Hause in ihren Wohnungen und Häusern, beispielsweise weil sie weiter im Homeoffice arbeiten. Sie waschen sich häufiger die Hände, arbeiten mehr im Garten und befüllen ihre Schwimmbecken.“ Wasserknappheit ist in Wolfenbüttel aber kein Thema“, betont Klaus-Dieter Otto.

Poolwasser in die Wiese oder den Gully?

Kleine Planschbecken und große Pools stehen derzeit in vielen Wolfenbütteler Gärten. Doch wie wird das Poolwasser entsorgt, wenn der Badespaß vorüber ist? Michael Merkel, Teamleiter Kanalbetrieb des Abwasserbeseitigungsbetriebs der Stadt Wolfenbüttel, erklärt: „In einem Becken mit fast 5.000 Litern Fassungsvermögen muss das Badewasser mit Chlor oder Aktivsauerstoff behandelt werden, damit es frisch bleibt. Sobald es mit chemischen Zusätzen behandelt wurde, darf es nach der Badesaison aber nicht einfach im Garten ausgekippt werden. Sorglos in die Wiese gekippt, stört das aufbereitete Wasser den natürlichen Wasserkreislauf. Deshalb ist diese Entsorgung auch verboten.“ Auch der Gully auf der Straße, der in den Regenwasser-kanal und dann ohne Reinigung in die Gewässer führt, ist nicht geeignet zur Entsorgung von chemisch aufbereitetem Swimmingpoolwasser.

Micheal Merkel rät: „Wasser mit Hygienemitteln muss in den Schmutzwasserkanal, an den alle Gebäude in Wolfenbüttel angeschlossen sind. Mit vielen Poolpumpen oder einer Tauchpumpe aus dem Baumarkt kann das Schmutzwasser aus dem Pool in die Toilette oder in einen Kellerbodenablauf geleitet werden.“ Dadurch gelangt es in die Kläranlage der Abwasserentsorgung Wolfenbüttel AöR. Dort wird es so aufbereitet, dass es wieder in die Natur entlassen werden kann. Wer sauberes Wasser zum Planschen für den Pool braucht, muss den Pool mit Wasser aus dem Haus befüllen. Denn hier wird die Abwassergebühr miterfasst. Wasser, das aus dem Anschluss mit Gartenwasserzähler entnommen wird, darf nicht behandelt werden. Hier wird keine Abwassergebühr erhoben. Es versickert im Garten und wird so auf natürlichem Wege dem Grundwasser zurückgeführt. Fest installierte Schwimmbäder müssen bereits beim Bau an die Kanalisation angeschlossen werden.

Für heiße Sommer gewappnet

Auch wenn dieser Sommer wieder fast so heiß war wie der vergangene, Kapazitäts- oder Qualitätsprobleme waren beim Wolfenbütteler Trinkwasser nicht zu befürchten, denn die Stadtwerke Wolfenbüttel haben vorgesorgt: „Durch den Gegenbehälter am Drohnenberg mit einem Fassungsvermögen von 7.000 Kubikmetern könnten wir auch bei Ausfall des Wasserwerkes der Purena über mehrere Stunden ausreichend frisches Wasser liefern. Die Purena verfügt darüber hinaus auch über Wasser aus zwei unterschiedlichen Ursprüngen, wodurch hier im Notfall auch eine Redundanz vorhanden ist. Somit geht uns hier in der Region nicht so schnell das Wasser aus“, erklärt Klaus-Dieter Otto. Wasser sparen ist bei uns dennoch immer sinnvoll, wenn dabei an die Energie für die Pumpleistung der öffentlichen Versorgung gedacht wird. Deshalb rät er, den Garten kurz morgens und abends in den kühlen Stunden des Tages zu wässern, somit geht weniger durch Verdunstung direkt verloren. Grundsätzlich ist in Deutschland aber flächendeckend, bis auf wenige Ausnahmen, genug Trinkwasser, auch in der heißen Jahreszeit vorhanden. Täglich verbraucht eine Person pro Kopf in Wolfenbüttel etwa 120 Liter Wasser. Dabei entfällt der größte Teil auf Duschen und Baden, gefolgt vom Spülen der Toilette und Nutzen der Waschmaschine. „Bei mehr als 14.000 Haushalten und Firmen kommen da einige Kubikmeter zusammen. Unsere Aufgabe ist es, dass jeder Bürger und jede Bürgerin einen preiswerten Zugang zu gesundheitlich einwandfreiem und genügend Wasser hat“, erklärt Klaus-Dieter Otto.

Wasser in Wolfenbüttel

Die Stadtwerke Wolfenbüttel sorgen für die Wasserver- und -entsorgung in der Region. Das Wasser für die Kernstadt Wolfenbüttel und die Ortsteile Ahlum, Atzum, Groß Stöckheim, Halchter, Linden und Wendessen stammt aus Tiefbrunnen zwischen Halchter und Ohrum. Es wird mit Oberflächenwasser aus den Talsperren des Harzes gemischt. Das Wasser für die Ortsteile Adersheim, Fümmelse, Leinde und Salzdahlum kommt direkt aus dem Harz, weil diese Ortsteile dicht an den Transportleitungen der Harzwasserwerke liegen. Vorlieferant des Trinkwassers ist die Purena GmbH, von der die Stadtwerke Wolfenbüttel das aufbereitete Trinkwasser hinter dem Wasserwerk an der Halchterschen Straße und an Übergabeschächten in den Ortsteilen, die mit Harzwasser versorgt sind, übernehmen. Von dort verteilen die Stadtwerke das Trinkwasser über eigene Leitungen und Druckerhöhungsanlagen an die Kunden. Jährlich investieren sie für eine sichere Versorgung knapp eine Million Euro unter anderem in das 267 Kilometer lange Hauptleitungsnetz, hinzu kommt eine mittlere sechsstellige Summe für Unterhaltungsaufwendungen. Auch die Betriebsführung zur Abwasserentsorgung liegt bei den Stadtwerken. Gemein-sam mit dem Abwasserbeseitigungsbetrieb der Stadt Wolfenbüttel (ABW) und der Abwasserentsorgung Wolfenbüttel AöR unterhalten sie über 500 km Kanalnetz und die Kläranlage.

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