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Offener Brief an die KiTa-Eltern

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern,

in den vergangenen Tagen und Wochen ist bundesweit bedauerlicherweise ein zunehmend dynamischeres Infektionsgeschehen zu verzeichnen. Auch im Stadt- und Kreisgebiet Wolfenbüttels ist die Zahl der Neuinfektionen stark angestiegen; die mittlerweile dominierende Omikron-Variante des Corona-Virus ist hochinfektiös und führt auch und insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten dazu, dass sich Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher vermehrt mit dem Virus anstecken.

Porträt des Bürgermeisters Ivica Lukanic, im Hintergrund hängt die Stadtfahne an einem Fahnenständer. © Stadt Wolfenbüttel
Bürgermeister Ivica Lukanic

Glücklicherweise ist in den allermeisten Fällen ein milder Krankheitsverlauf gegeben. Gleichwohl lässt die derzeitige Lage leider weiterhin keinen uneingeschränkten Regelbetrieb in den Kindertagesstätten zu. Nach wie vor bedarf es einerseits der Aufrechterhaltung von infektionsschützenden Maßnahmen und andererseits der Gewährleistung einer unter den gegebenen Rahmenbedingungen bestmöglichen Betreuung.

Vor diesem Hintergrund darf ich Sie nachfolgend über den aktuellen Sachstand, die derzeit geltenden Maßgaben sowie die weitere Planung im Bereich der städtischen Kindertagesstätten informieren:

1. KiTaBetreuungsleistungen in der Kernzeit

Aufgrund der zunehmenden Zahl an Infektions- und Quarantänefällen, die neben dem ohnehin hohen (coronaunabhängigen) Krankenstand die Personalsituation in den Kindertagesstätten belasten, wird weiterhin für einen Ganztagsplatz eine tägliche Betreuungszeit von acht Stunden, für einen Dreiviertel-Platz eine tägliche Betreuungszeit von sechs Stunden, für einen Halbtagsplatz eine tägliche Betreuungszeit von vier Stunden und für den Hort eine tägliche Betreuungszeit von drei Stunden (in den „Zeugnisferien“ am 31. Januar und 1. Februar von acht Stunden) angeboten. Auf eine darüberhinausgehende Betreuung von Randstunden muss bis voraussichtlich Mitte Februar verzichtet werden, um mit dem vorhandenen Personal die Betreuung in den Kernzeiten zu gewährleisten und bei krankheitsbedingten Ausfällen einen flexibleren Einsatz des pädagogischen Personals zu sichern. Eine Betreuung außerhalb der Kernzeiten würde angesichts der angespannten Personalsituation zudem dazu führen, dass in dieser Zeit keine durchgängig getrennte Betreuung von Kindern unterschiedlicher Gruppen erfolgen könnte (siehe Punkt 2). Durch diese „Durchmischung“ bestünde bei Infektionsfällen ein höheres Risiko, dass sich eine größere Zahl von Kindern anstecken oder von Quarantäne betroffen sein könnten, was im schlimmsten Fall zur temporären Schließung der gesamten Einrichtung führen würde. Ziel muss es aber weiterhin sein, die KiTas zum Wohle der Kinder offen und die Betreuungsangebote so verlässlich wie möglich aufrecht zu halten.

2. Eingeschränkter Regelbetrieb

Wie es bereits derzeit der Fall ist, werden die Gruppen zunächst weiterhin in den Kindertagesstätten sowohl innerhalb der Gebäude als auch in den Außenbereichen jeweils getrennt voneinander betreut (sogenannter „eingeschränkter Regelbetrieb“). Damit wird sichergestellt, dass bei einem auftretenden Infektionsfall nicht alle Kinder und das Personal von einer Quarantäne betroffen sind und der Betrieb der jeweiligen Kindertagesstätte insoweit aufrechterhalten werden kann. Auch diese Regelung gilt zunächst bis Mitte Februar.

3. Bringen und Abholen von Kindern

Wenn Sie Ihr Kind morgens in die KiTa bringen, findet die „Übergabe“ vor der Eingangstür im Freien statt. Gleiches gilt für das Abholen in der Mittags- oder Nachmittagszeit. Bitte tragen Sie beim Betreten des KiTa-Geländes einen Mund-Nase-Schutz (Standard FFP2 oder medizinische Schutzmaske), und folgen Sie vor Ort den Hinweisen des KiTa-Personals. Für das Bringen und Abholen der Kinder in der vorgenannten Weise müssen Sie keinen Nachweis einer Impfung, Genesung oder Testung vorlegen.

4. Eingewöhnung

Wenn sich Ihr Kind in der Eingewöhnungsphase befindet, Sie es als Eltern begleiten und somit die Räume der Kindertagesstätten betreten, gilt die 3G-Regel“. Sie müssen sodann eine gültige Impf-, Genesenen- oder Testbescheinigung vorlegen. Soweit Sie nicht gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 geimpft oder nachweislich innerhalb der vergangenen drei Monate von einer Corona-Infektion genesen sind, bedarf es einer Bescheinigung über einen höchstens 24 Stunden alten negativen Antigen-PoC-Schnelltest oder einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test. Diese Testnachweise sind durch eine anerkannte Teststelle beizubringen. Ein Selbsttest kann nicht anerkannt werden und auch ein Selbsttest unter Aufsicht ist nicht möglich, da das für die Betreuung der Kinder eingesetzte Personal nicht für diese Tätigkeit abgestellt werden kann. Hierfür bitte ich Sie um Ihr Verständnis. Nach der Vorlage eines der genannten Nachweise kann eine Begleitung Ihres Kindes zur Eingewöhnung in der KiTa erfolgen. Bitte tragen Sie in den Innenräumen eine FFP2-Maske. Sollten Sie einen Mund-Nase-Schutz dieses Standards nicht verfügbar haben, wird Ihnen dieser von Seiten des Personals vor Ort gestellt.

5. Krankheit / Symptome

Um den Gesundheitsschutz aller zu gewährleisten und insbesondere das Infektionsrisiko zu minimieren, können - wie bisher - Kinder, die die nachfolgenden Krankheitssymptome aufweisen, nicht in der KiTa betreut werden:

  • Fieber
  • Husten oder Atemnot
  • Eitriger Schnupfen
  • Durchfall / Erbrechen 

Die Erzieherinnen und Erzieher entscheiden vor Ort im Falle des Auftretens von Krankheits­symptomen in jedem Einzelfall über die Möglichkeit der Aufnahme und Betreuung. Für die Kolleginnen und Kollegen in den KiTas ist diese Entscheidung nicht einfach. Es besteht immer das Spannungsverhältnis zwischen dem Betreuungswunsch und -anspruch des Kindes einerseits und dem folgenreichen Ansteckungsrisiko andererseits. Daher bitte ich Sie sehr herzlich um Ihr Verständnis, wenn Ihr Kind aufgrund von Krankheitssymptomen einmal nicht aufgenommen werden kann. Eine Rückkehr in die KiTa ist dann wieder möglich, wenn Ihr Kind 48 Stunden lang symptomfrei bleibt, also zwei Tage kein Fieber, keine starken Erkältungssymptome, kein Durchfall und kein Erbrechen (mehr) auftritt.


Die genannte Vorgehensweise dient dazu, auf der einen Seite mit der gebotenen Vorsicht zu handeln, auf der anderen Seite aber auch nicht jedes Kind mit der im Herbst und Winter „klassischen Schniefnase“ von der Betreuung auszunehmen.

6. Elterngespräche

Soweit Gespräche zwischen Eltern und der KiTa-Leitung beziehungsweise den pädagogischen Fachkräften notwendig sind und nicht per Videokonferenz durchgeführt werden können, gilt für ein persönliches Gespräch in der KiTa die „3G-Regel“. Wie Ihnen bekannt ist, wurde mit Wirkung vom 24. November 2021 bundesweit die „3G-Regel“ am Arbeitsplatz eingeführt, so dass Sie sich darauf verlassen können, dass das KiTa-Personal im Rahmen eines Elterngesprächs geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet ist. Die gleiche Maßgabe gilt sodann für Sie, Sie müssen also zu einem Elterngespräch Ihren Impf-, Genesenen- oder aktuellen Testnachweis mitbringen. Für letzteren gilt wiederum: Ein Selbsttest (auch unter Aufsicht) ist nicht ausreichend.

7. Eltern-Kind-Nachmittage

Um den Infektionsschutz so hoch wie möglich zu halten, soll der Zugang zu den Räumen der KiTa während des Zeitraums der Pandemie grundsätzlich auf die Kinder und das Personal beschränkt und darüber hinaus nur für zwingend gebotene Aktivitäten wie die Eingewöhnung (siehe oben), erweitert werden. Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie um Verständnis, dass Eltern-Kind-Nachmittage bis auf Weiteres nicht stattfinden können.

8. Elternabende

Elternabende können ebenfalls bis auf Weiteres nicht in der KiTa erfolgen und sind grundsätzlich im Format einer Videokonferenz durchzuführen. Sollte ein Elternabend als Präsenzveranstaltung zwingend erforderlich sein, unterstützt Sie meine Verwaltung gern, wenn Sie einen geeigneten Tagungsraum benötigen, dessen Größe und Ausstattung eine Sitzung unter Hygiene- und Schutzaspekten gewährleistet.

9. Gebührenerstattungen bei quarantänebedingter Schließung von KiTas 

Sollte die Betreuung Ihres Kindes in der KiTa aufgrund von Quarantäneanordnungen des Gesundheitsamtes des Landkreises Wolfenbüttel vorübergehend nicht stattfinden können, wird meine Verwaltung die Ausfallzeiten notieren. In der Vergangenheit hat die Stadt Wolfenbüttel den Eltern die Gebühren in den Fällen coronabedingter Schließungen am Endes des KiTa-Jahres erstattet. Da diese Rückzahlung einer Beratung und Beschlussfassung durch die politischen Gremien bedarf, werde ich den Mitgliedern des Rates der Stadt Wolfenbüttel die im laufenden KiTa-Jahr auftretenden Fälle von quarantänebedingten Gruppenschließungen und die damit verbundene Frage der Gebührenerstattung zur Befassung und Entscheidung vorlegen.

10. Impfungen von Kindern

Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können mit einem speziell für diese Altersgruppe entwickelten und zugelassenen Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 geimpft werden. Neben Kinderärztinnen und -ärzten bietet das städtische Klinikum Wolfenbüttel von montags bis freitags in der Zeit von 16 bis 18 Uhr in den Räumen des Konferenzzentrums am Neuen Weg 51a ein entsprechendes Impfangebot an. Darüber hinaus können Kinder der vorgenannten Altersgruppe auch im Impfzentrum des Landkreises Wolfenbüttel, KOMM-Center, Schweigerstraße 8 von montags bis freitags, jeweils in der Zeit von 9 bis 17 Uhr, geimpft werden. Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich.

Die Stadt Wolfenbüttel hat am 12. und 19. Januar 2022 in Kooperation mit drei Ärzten (Dr. Jüttner und Dr. Diesel vom städtischen Klinikum sowie Dr. Loch, in Wolfenbüttel praktizierender Kinderarzt) Informationsveranstaltungen über die Impfungen von Kindern der vorgenannten Altersgruppe in der Lindenhalle durchgeführt. Soweit Sie keine Gelegenheit hatten, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, sich aber als Eltern über dieses Thema informieren möchten, ist auf der Internetseite der Stadt Wolfenbüttel unter Informationen rund um Impfungen von Kindern ein Video abrufbar, das den Vortrag der Ärzte und die Beantwortung häufig gestellter Fragen rund um das Thema der Impfungen von Kindern umfasst.

11. Testungen (Testkapazitäten, Freitestungen, Testpflicht)

Die Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Testangeboten wurden noch einmal intensiviert. In den vergangenen Wochen hat die Stadt Wolfenbüttel - nach vorheriger Beschaffung durch den Landkreis Wolfenbüttel - Testkits an alle KiTas mit der Bitte um Weitergabe an Sie als Eltern verteilt. Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens darf ich Ihnen empfehlen, auch diese Möglichkeit als einen Baustein der Pandemiebekämpfung regelmäßig zu nutzen. Ab sofort werden Ihnen in den Kindertagesstätten bei Bedarf auch gern Tests für Krippenkinder zur Verfügung gestellt. Sollten Sie noch Testkits benötigen, sprechen Sie bitte Ihre KiTa-Leitung an.

Darüber hinaus können an den folgenden Teststationen im Gebiet der Stadt Wolfenbüttel durch geschultes Personal Testungen von KiTa-Kindern vorgenommen werden:

  • Testzentrum „Löwentor“, Großer Zimmerhof
  • Testzentrum Schmidt-Terminal, Halchtersche Straße 33
  • Testzentrum Citavis, Schulwall 2G

An diesen drei Teststationen sind auch sogenannte „Freitestungen“ möglich. Sollte Ihr Kind von einer Infektion oder als Kontaktperson von einer Quarantäne betroffen sein, besteht dort die Möglichkeit, die Isolations- beziehungsweise Quarantänezeit durch einen Negativtest zu verkürzen. Darauf wird im gegebenen Fall in den entsprechenden Bescheiden des Gesundheitsamtes hingewiesen.

Von Seiten der Niedersächsischen Landesregierung ist die Einführung einer Testpflicht für KiTa-Kinder angekündigt worden. Voraussichtlich ab Mitte Februar soll sodann - wie es bereits in den Schulen der Fall ist - die tägliche Verpflichtung bestehen, die Kinder morgens vor der KiTa zu testen. Dadurch soll der Infektionsschutz noch einmal maßgeblich erhöht werden. Sobald von Seiten des Landes die entsprechenden Regelungen für die Testpflicht veröffentlicht worden sind, werde ich Sie umgehend informieren.

12. Ausblick

Die hohe Zahl der Ansteckungen durch die Omikron-Variante des Corona-Virus lässt momentan leider noch keinen größeren Handlungsspielraum zu. Die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens wird durch meine Verwaltung intensiv verfolgt und täglich neu bewertet. Sobald sich durch eine Veränderung der Lage entsprechende Möglichkeiten ergeben, werde ich die Wiederaufnahme der Randstundenbetreuung und/oder die Aufhebung der getrennten Betreuung von Gruppen umgehend in Betracht ziehen. Die weiteren Schritte werden - wie bisher - eng mit dem Stadtelternrat abgestimmt.


Sollten Sie Fragen haben, stehen Ihnen als Ansprechpartner weiterhin die Leitungen der Kindertagesstätten sowie in der Verwaltung Andreas Binner (Telefon 05331 86-202) und Norbert Fricke (05331 86-224) gern zur Verfügung.

Ich danke Ihnen und verbleibe mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Kinder - bleiben Sie gesund!

Ihr
Ivica Lukanic
Bürgermeister