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13.02.2018

Ideenwettbewerb zum Gedenkort für Opfer der Hinrichtungsstätte Wolfenbüttel

Im Strafgefängnis Wolfenbüttel wurde im Jahr 1937 eine der zentralen Hinrichtungsstätten in Norddeutschland eingerichtet. Bis zum 15. März 1945 wurden mindestens 527 Menschen hingerichtet, die von der nationalsozialistischen Justiz zum Tode verurteilt worden waren: Deutsche und Nichtdeutsche, Männer und Frauen, Zivilisten und Wehrmachtsangehörige.

Die Toten wurden der Stadtpolizei Wolfenbüttel übergeben und in der Regel entweder auf dem Hauptfriedhof Lindener Straße oder auf dem katholischen Friedhof am Jahnstein in Einzelgräbern bestattet. Die Hingerichteten sind als Kriegsopfer anerkannt. Im Jahr 2015 erhielten die Gräber der auf dem Gräberfeld 13a, Hauptfriedhof Lindener Straße, Bestatteten individuelle, namentlich gekennzeichnete Granitstelen. Für die Familienangehörigen entstand so ein würdiger Ort ihrer Trauer und ihres Gedenkens.

Mindestens 217 der 527 hingerichteten Menschen wurden jedoch nicht beerdigt, sondern an das Anatomische Institut Göttingen „abgegeben“. Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt, da ein Bombentreffer während des Krieges die Unterlagen, die darüber Auskunft geben könnten, zerstört hat. Jährlich lädt die Gedenkstätte anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Strafgefängnisses Überlebende und Familienangehörige zu einer Gedenkfeier ein. Während des Treffens 2017 baten Familienangehörige der nach Göttingen überführten Opfer darum, angesichts fehlender Gräber eine Erinnerungsstätte als Ort der Trauer und des Gedenkens einzurichten. Aus diesem Grund initiieren die Stadt Wolfenbüttel und die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel einen Ideenwettbewerb unter weiterführenden Schulen für interessierte Schülerinnen und Schüler ab 10. Klasse, um einen solchen auf dem Gräberfeld 13a des Hauptfriedhofs zu schaffen. An jede Person dieser Opfergruppe soll auf einer einzelnen Messingplakette erinnert werden, die von Auszubildenden der MAN Truck & Bus AG Salzgitter hergestellt wird.

Eine Jury mit Vertretern der Stadt Wolfenbüttel, der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, von MAN Truck & Bus AG Salzgitter sowie unabhängigen Experten benennt drei herausragende Entwürfe für den Erinnerungsort, die mit 300 Euro (1. Platz), 200 Euro (2. Platz) und 100 Euro (3. Platz) prämiert werden. Nach technischer, finanzieller und organisatorischer Prüfung soll einer der ausgewählten Entwürfe realisiert werden.

  • Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ist es verpflichtend, zwischen dem 6. und 16. März an einer Führung durch die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und zum zukünftigen Standort teilzunehmen (Anmeldungen dazu müssen ab 19. Februar mindestens 14 Tage vor der geplanten Führung erfolgen).
  • Eine formlose Anmeldung zum Wettbewerb muss bis Freitag, 6. April 2018 unter folgender Mailadresse eingegangen sein: gustav.partington@stiftung-ng.de.
  • Die Wettbewerbsbeiträge sollen bis Freitag, 25. Mai 2018 abgegeben werden. Am 17. Juni 2018 ist die öffentliche Preisverleihung geplant.

Kontakt

Weitere Informationen sind bei

  • Dr. Gustav Partington unter der Rufnummer 05331 807-344 oder
  • Simona Häring unter der Rufnummer 05331 807-341 von der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel erhältlich.