Wer summt denn hier? - Foto-Aktion zur Insektenvielfalt in Wolfenbüttels Innenstadt
Die neu gestaltete Fußgängerzone von Wolfenbüttel blüht auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Rund 600 Stauden, dazu ausgewählte Sträucher und kleine Bäume, wurden in mobilen Pflanzkübeln arrangiert und machen die Innenstadt nicht nur farbenfroher, sondern auch ökologisch wertvoller.
Die neue Bepflanzung wurde gezielt so ausgewählt, dass sie nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch klimarobust und insektenfreundlich ist. Die mehrjährigen Pflanzen – darunter Sonnenhut, Katzenminze, Frauenmantel oder Berg-Aster – trotzen langen Trockenphasen, bieten über Monate hinweg Blüten und somit Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Bereits wenige Wochen nach der Bepflanzung wurden die ersten Bienen gesichtet – ein kleines, aber deutliches Zeichen, dass das Konzept wirkt.
Warum das wichtig ist
Insekten sind klein, aber für unsere Ökosysteme unverzichtbar. Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen organisches Material und sind selbst Nahrungsquelle für viele andere Tiere. Leider stellt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fest, dass in den vergangenen Jahrzehnten sowohl die Artenvielfalt der Insekten als auch deren Häufigkeit dramatisch abgenommen haben. Gründe dafür sind unter anderem der Verlust von Lebensräumen, Versiegelung, Pestizideinsatz und die Verarmung an Blühpflanzen.
Städte können einen wichtigen Beitrag zu Erhaltung der Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten leisten. Deshalb setzt das Grünflächenamt der Stadt Wolfenbüttel schon seit Jahren auf innovative Konzepte für Ressourcenschonung, Artenvielfalt und Klimaschutz. So sind zum Beispiel die neuen Pflanzkübel mit torfreduziertem Substrat befüllt und so bepflanzt, dass sie ganzjährig Nahrung und Lebensraum für Insekten bieten.
Ausstellung und Foto Workshop
Im Rahmen der Aktionswochen „Biodiversität“ präsentiert der Landesverband Niedersachsen des BUND vom 1. bis 13. Juni die Wanderausstellung „Wildbienen fliegen auf Niedersachsen“ im WOW! Wissensort Wolfenbüttel im Löwentor. Auf drei Flächenelementen erhalten die Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke in den Lebensraum, die Lebensweise und die Besonderheiten der Wildbienen in Niedersachsen. Zudem werden Schutzmaßnahmen sowie zahlreiche Bienenarten vorgestellt.
Am 10. Juni können sich Interessierte um 15 Uhr beim WOW! Wissensort Wolfenbüttel (Löwentor) einfinden. Gemeinsam mit dem Bienenexperten Jakob Grabow-Klucken geht es auf eine Exkursion in den Seeliger Park. Dort werden die Lebensräume von Wildbienen erkundet und der Frage auf den Grund gegangen, welche Pflanzen wirklich „bienenfreundlich“ sind. Wer möchte, kann die App BUND Insekten Kosmos herunterladen und mit Hilfe der App Insekten eigenständig bestimmen. Anschließend gibt es einen Foto Workshop, geleitet durch den erfahrenen Naturfotografen Dominique Leppin, mit dem Ziel, schöne Fotos von Insekten zu machen. Die Teilnahme an Exkursion und Foto Workshop sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Jetzt mitmachen: Insekten entdecken, bestimmen und fotografieren!
Um die Wirkung der neuen Bepflanzung sichtbar zu machen und die Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubeziehen, lädt die Stadt im Juli zur Fotoaktion „Wer summt denn hier?“ ein:
- Entdecken und Beobachten Sie Insekten in Wolfenbüttel – in den Pflanzkübel in der Fußgängerzone, im Park oder im heimischen Garten
- Fotografieren Sie Ihre Entdeckung
- Bestimmen Sie Insekten mit einer App wie z.B. „ObsIdentify“, „iNaturalist“ oder „BUND Insekten Kosmos“
- Teilen Sie das Bild auf Instagram mit dem Hashtag #wfsummt oder senden Sie es per Mail an umwelt@wolfenbuettel.de Zeitraum: 1. Juni bis 3. Juli 2026
Die schönsten Fotos werden auf dem Flickr Album der Stadt Wolfenbüttel zu sehen sein. Bei einer Einsendung von Bildern sind Sie mit der Veröffentlichung einverstanden.
Helfen Sie mit, die neue urbane Artenvielfalt sichtbar zu machen und zeigen Sie, was in Wolfenbüttel alles summt!
Übrigens: Vom 20. Juni bis 3. Juli 2026 ruft auch das Braunschweiger Thünen-Institut wieder zur Hummel-Challenge auf. Weitere Informationen gibt es unter Johann Heinrich von Thünen-Institut - Wildbienen-Monitoring