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12.06.2019

Hauseigentümer sparen 34 Prozent an Klimagasen ein

Das Förderprogramm „Klimaschutzmaßnahmen in privaten Haushalten“ des Landkreises Wolfenbüttel läuft seit über zwei Jahren. Bisher wurden Zuwendungen von über 260.000 Euro für energetische Modernisierungen der Haustechnik oder Wärmedämmmaßnahmen ausgezahlt, die die Energiebilanz und die Heizkosten eines Hauses verbessern sollen.

Dahinter verbergen sich Gesamtinvestitionen von über 3,6 Millionen Euro. Die durch den Landkreis geförderten Haueigentümer beauftragen meist lokale Handwerksbetriebe, so kommt das Geld der regionalen Wirtschaft zu Gute. 183 Eigenheimbesitzer haben ihre Maßnahmen umgesetzt und die Zuwendung von bis zu 2000 Euro erhalten. Für weitere 43 Hauseigentümer liegen bewilligte Anträge vor.

Insgesamt haben die geförderten Maßnahmen dazu beigetragen, dass der CO2-Ausstoss um 34 Prozent verringert werden konnte. Dazu haben der Klimaschutzmanager des Landkreises, Armin Herglotz und die Klimaschutzbeauftragte, Sylke Adam rund 70 Gebäude mit umgesetzten Maßnahmen ausgewertet.

Die einzelnen Maßnahmen reduzieren den CO2 Ausstoß sehr unterschiedlich. Je nach Nutzerverhalten und Maßnahme werden Einsparungen bis über 80 Prozent erzielt. Durch die Umstellung von einer CO2 intensiven Öl-Heizung auf klimaneutrale Holzpellets wurde sogar eine CO2-Einsparung von 93 Prozent erzielt. Im Mittel wird von den 70 auswertbaren Wohngebäuden der bisherige jährliche witterungsbereinigte CO2-Ausstoß um 34 Prozent reduziert. Der Ausstoß wurde von fast 400 Tonnen auf 265 Tonnen CO2 im Jahr heruntergefahren. Gleichzeitig erfolgt immer eine Reduzierung der Nebenkosten.

Beispiel: Neue Heizungsanlage mit thermischer Solaranlage

Um 53 Prozent hat ein Hauseigentümer aus der Gemeinde Cremlingen seinen CO2 Ausstoß und seine Gaskosten reduzieren können. Die Familie hat ihre alte Gas-Niedertemperaturheizung aus dem Jahr 1990 mit Hilfe des Förderprogrammes erneuert. Eingebaut wurde eine in der Leistung modellierende Gas-Brennwertheizung mit thermischer Solaranlage zur Warmwasser- und Heizungsunterstützung sowie ein 750 Liter Pufferspeicher. Aufgrund des Förderprogrammes hat sich die Familie für eine größere Solarkollektorfläche entschieden. In dem 1990 gebauten Wohngebäude mit 142 Quadratmeter beheizter Wohnfläche wurde der jährliche Gasverbrauch von im Mittel 13.500 kWh pro Jahr auf 6.500 kWh pro Jahr reduziert. Dies ergibt eine witterungsbereinigte Reduzierung von 2,6 Tonnen auf 1,2 Tonnen CO2 pro Jahr.

„Jede umgesetzte Maßnahme reduziert dauerhaft den CO2-Ausstoß“, so Sylke Adam, Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Wolfenbüttel. „Nur umgesetzte Maßnahmen erzielen echte CO2-Reduzierungen, die dem Klima nützen. Mit dem Förderprogramm leisten die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Wolfenbüttel einen nachweisbaren Beitrag zum Klimaschutz. Außerdem bietet das Förderprogramm eine gute Möglichkeit im Klimaschutz tätig zu sein und unsere Jugend in ihren „Fridays for Future“ -Forderungen zu unterstützen. Über das Förderprogramm werden außerdem die Mehrkosten für effizientere Technik und höhere Dämmstoffstärken reduziert.“

„In Zeiten von heißer werdenden Sommern aufgrund des Klimawandels, stellt sich auch immer häufiger die Frage nach Überhitzungsschutz von einzelnen Wohnräumen oder Dachgeschossen. In solchen Fällen ist ein passives System in Form von förderfähiger Dach- oder Fassadendämmungen, aktiven Systemen wie strom- und damit CO2-intensiven Klimageräte, vorzuziehen. Zusätzlich sorgt eine gute Gebäudedämmung auch in der Heizperiode für behagliche Räume“, so Klimaschutzmanager Armin Herglotz.

Landkreis berät zu Förderungen

Fragen zu sinnvoller Gebäudedämmung in Verbindung mit sommerlichem Wärmeschutz können in der bis zu zweistündigen Förderberatung des Landkreises Wolfenbüttel, besprochen werden. Diese Förderberatung, über einen vom Landkreis zur Verfügung gestellten Energieberater oder einen selbst beauftragten Energie-Effizienz-Experten der dena (Deutsche Energie-Agentur), ist der Beantragung von Fördergeldern vorangestellt.

Förderfähig sind bauliche Maßnahmen an Wohngebäude wie Außenwand-, Dach-, oder Kellerdeckendämmung sowie Fenster- und Haustürerneuerung. Im haustechnischen Bereich sind Heizungserneuerung mit thermischer Solaranlage, Photovoltaikanlagen und Stromspeicher sowie Biomasse-Heizungen förderfähig. Pro Immobilie, welche sich im Landkreis Wolfenbüttel befinden muss, seit mindestens fünf Jahren fertiggestellt ist und nicht mehr als sechs Wohneinheiten hat, können maximal 2000 Euro als nichtrückzahlbarer Zuschuss vor Auftragserteilung beantragt werden.

Die aktuellen Zuwendungsgrundsätze und Formulare sowie die Auswertungsergebnisse sind auf der Internetseite des Landkreises Wolfenbüttel unter www.lk-wolfenbuettel.de/Klimaschutz veröffentlicht.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Umweltamt des Landkreises Wolfenbüttel: Sylke Adam, Rufnummer 05331 84-441, und Armin Herglotz, Rufnummer 05331 84-494, oder energieberatung@lk-wf.de.

Hinweis zum Umweltmarkt am 15. Juni

Wer das persönliche Gespräch bevorzugt, kann sich beim Wolfenbütteler Umweltmarkt am Samstag, den 15. Juni 2019 in der Fußgängerzone von 9 bis 14 Uhr am Stand des Umweltamtes über das Förderprogramm beraten lassen. Hintergrund zum Förderprogramm Dieses Projekt wird gefördert durch die Stiftung „Zukunftsfonds Asse“. Das Umweltamt des Landkreises Wolfenbüttel gewährt auf Grundlage einer Zuwendung durch die „Stiftung Zukunftsfonds Asse“ mit Mitteln des Bundes, Zuwendungen für energiesparende und/oder effizienzsteigernde Maßnahmen an bestehenden Wohngebäuden in Form des Förderprogrammes „Klimaschutzmaßnahmen in privaten Haushalten“.

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