Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

nach oben nach oben
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
14.01.2021

Lebende Bilder im Schloss Museum

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erfreuen sich die Darstellungen von Gemälden durch lebende Personen unterschiedlicher Beliebtheit. Die „lebenden Bilder“ – die tableaux vivants – dienten zugleich der Belehrung und der Unterhaltung.

Seit dem ersten Corona-Lockdown ist dieses Nachstellen berühmter Gemälde weltweit wieder in Mode gekommen, sodass man auf der Social Media Plattform „Instagram“ reichlich „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“-Inszenierungen findet. Die Performenden setzen sich dabei humorvoll und kreativ in Szene und beschäftigen sich zugleich mit Kunst.

Im Rahmen einer Masterarbeit an der TU Braunschweig unter dem Titel „Performative Methodik in der Museumspädagogik“ entstand ein „Lebendes Bild“ im Schloss Museum in Kooperation mit dem Gymnasium im Schloss. Michelle Grimke, Studierende an der TU Brauschweig, regt mit diesem Projekt an, dass sich die Schülerinnen und Schüler kreativ mit einem Medium, in diesem Fall mit einem Gemälde aus dem 17. Jahrhundert auseinandersetzen und einen Bezug zum heutigen Zeitgeschehen herstellen. Die Ergebnisse dieser Beschäftigung dienen Michelle Grimke als Grundlagen für ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit im Fach der Geschichtsdidaktik.

Der 13. Jahrgang des Gymnasiums im Schloss Wolfenbüttel beschäftigte sich im Rahmen des Themas „Wirklichkeit und Wahrheit“ mit dem Deckengemälde „Triumph des Welfenhauses über die Stadt Braunschweig“ von Hofmaler Tobias Querfurt im Schloss Museum Wolfenbüttel. Dieses Deckenfresko ist eine Anspielung auf die Belagerung und Einnahme der Stadt Braunschweig im Jahr 1671. Kunst diente dem europäischen Adel – und somit auch den Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel – als Mittel zur Repräsentation, mit der sie die (vermeintliche) Größe und Bedeutung ihrer Herrschaft dokumentierten. Das Deckengemälde befindet sich im Audienzgemach des Herzogs. Ein Raum, in dem hohe Würdenträger auswärtiger Territorien empfangen wurden. Einen Blick an die Decke sollte den Anwesenden folgende Botschaft vermitteln: Die Welfen sind die Herren der Stadt Braunschweig.

Am Beginn des Projektes arbeiteten und diskutierten die Schülerinnen und Schüler in Expertengruppen über Schlagworte wie „Demokratie“, „Absolutismus“, „Fakten“ und „Gerüchte“. Nach einer themenspezifischen Führung zum Deckenfresko im Museum konnten die Schülerinnen und Schüler das historische Original auf sich wirken und sich davon inspirieren lassen.

Danach wurde das Deckengemälde mit einigen Requisiten und einem Bühnenbild aus mehreren Laken performativ nachgestellt. Auch die Regie und die Inszenierungen der zugeteilten Rollen haben sich die Schülerinnen und Schüler in zwei Teams überlegt. Die kreativen Interpretationen des Deckengemäldes und die nachgestellten Ergebnisse wurden fotografisch festgehalten und sollen nun im Rahmen der Masterarbeit weiter untersucht werden.



#gettymuseumchallenge #keinmuseumgibtsnicht #artchallenge #artseducation

Kontakt