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08.05.2020

Schloss Museum öffnet am Sonntag, 10. Mai 2020

Das Schloss Museum Wolfenbüttel öffnet ab Sonntag, 10. Mai 2020, wieder zu den regulären Öffnungszeiten von 10 bis 17 Uhr für Besucherinnen und Besucher.

Die Sonderausstellung „‚Niemand kann den Mann höher schätzen als ich…‘. Lessing & Winckelmann“ ist noch bis zum 1. Juni 2020 zu sehen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Lessing-Museum Kamenz, dem Winckelmann-Museum Stendal und dem Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin und geht den Thesen und altertumskundlichen Überzeugungen Lessings und Winckelmanns ebenso nach wie den unterschiedlichen Strategien im Umgang mit Kunst und Kritik.

Wichtige Information: Maximal 30 Museumsbesucher dürfen sich gleichzeitig in den musealen Räumen aufhalten. Der Einlass ist aufgrund der geltenden Hygienevorschriften nur mit Mund-Nase-Bedeckung und mit namentlicher Registrierung erlaubt. Wegen des geltenden Kontaktverbots können Gruppen das Museum nicht besuchen und Führungen zählen aktuell leider ebenfalls nicht zum Angebot.

Sonderausstellung

„Niemand kann den Mann höher schätzen als ich: aber dennoch möchte ich eben so ungern Winkelmann sein, als ich oft Lessing bin!“ Mit diesen Worten formulierte Gotthold Ephraim Lessing 1768 zugleich Wertschätzung als auch Vorbehalt gegen einen der einflussreichsten Gelehrten seiner Zeit: Johann Joachim Winckelmann (1717–1768). Als Begründer der Klassischen Archäologie gab Winckelmann der Altertumskunde eine neue Ausrichtung, die bis in die Gegenwart wirkt. Gotthold Ephraim Lessing (1729–1782) suchte bewusst die kritische Auseinandersetzung mit den revolutionär neuen Theorien Winckelmanns. Als bedeutendster deutscher Aufklärer setzte sich Lessing mit brillanter Rhetorik und gefürchteter Polemik für die Ideale und Werte der Aufklärung ein. Bis heute als Dramenautor geschätzt, beteiligte er sich aber ebenso kenntnisreich an ästhetischen, theologischen und altertumskundlichen Debatten.

Exemplarisch werden an der gleichermaßen polemischen wie skandalträchtigen Kontroverse um die Laokoon-Gruppe – bis heute eines der berühmtesten Kunstwerke der Antike – die zwei grundverschiedenen methodischen Ansätze gezeigt, mit denen man antiker Kunst gegenübertrat. Während sich der Büchermensch Lessing in altbewährter Weise auf philologischem Wege Erkenntnissen näherte, revolutionierte Winckelmann die Altertumskunde durch die strikte Hinwendung zu den Originalen. Scheinbar unvereinbare wissenschaftliche Überzeugungen stehen sich bis heute gegenüber, wenn es um die Deutung und Geschichte der antiken Statuengruppe des Laokoon geht. Die in den Vatikanischen Museen ausgestellte Skulptur gilt als eines der berühmtesten Bildwerke der Welt. Wiederentdeckt, instrumentalisiert, angeeignet und neuverstanden beschäftigt sie die Menschen seit Jahrhunderten. Im Projekt „Laokoon – Auf der Spurensuche nach einem Meisterwerk“ hat das Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin hinter die Kulissen dieser Erfolgsgeschichte geschaut und einen neuen wissenschaftlichen Zugang zu dem antiken Kunstwerk eröffnet, der ebenfalls im Schloss Museum gezeigt wird.

Der letzte Teil der Ausstellung blickt auf die Ideenwelt Gotthold Ephraim Lessings. Als Schriftsteller und Gelehrter verfügte er nicht nur über reiche Literaturkenntnis sondern auch über große Büchersammlungen. Seine letzte private Büchersammlung umfasste allerdings nur 264 Titel.

Als Bibliothekar in Wolfenbüttel hatte er geradezu paradiesische Studiermöglichkeiten, denn die Büchersammlung der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg galt als achtes Weltwunder. Daher fanden wahrscheinlich nur ausgewählte Bücher Aufnahme in Lessings private Sammlung – und kein Autor war dort häufiger vertreten als Winckelmann. Die Rekonstruktion der Lessingschen Privatbibliothek ermöglicht besondere Perspektiven auf einen der bedeutendsten Dichter und Denker der deutschen Aufklärung.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10  bis 17 Uhr, Montag geschlossen.

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