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10.10.2019

Verleihung des 43. Kulturpreises Schlesien in Wolfenbüttel

Der Niedersächsische Kultusminister, Grant Hendrik Tonne, hat vor kurzem im Lessingtheater in Wolfenbüttel den 43. Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen verliehen. In seiner Rede beim Festakt im Lessingtheater in Wolfenbüttel hob Tonne die Bedeutung Schlesiens im vereinten Europa hervor. Er vertrat den Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius.

Minister Tonne sagte: „Schlesien liegt im Herzen Europas und verbindet Deutschland mit Polen sowie das Land Niedersachsen mit der Woiwodschaft Niederschlesien. Das vereinte Europa, in dem wir heute leben, ist nur möglich, weil die Menschen gewillt waren und gewillt sind, den Weg der Aussöhnung und Verständigung gemeinsam zu gehen. Deshalb dürfen wir auch heute nicht schweigen, wenn Nationalisten und Populisten versuchen, neue Mauern zwischen Völkern zu bauen.“ Tonne dankte der Stiftung Niedersachsen, die die Verleihung des Kulturpreises Schlesien auch in diesem Jahr wieder maßgeblich unterstützt hatte.

Innenstaatssekretär Stephan Manke dankte zudem den Schlesierinnen und Schlesiern sowie allen, die sich für die Achtung und den Erhalt der schlesischen Kultur einsetzen: „Die Menschen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Polen.“

Der Vizemarschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Michał Bobowiec, sagte: „Der Kulturpreis Schlesien ist eine Veranstaltung, die Brücken zwischen den Gesellschaften beider Nationen baut. Auch durch diese Veranstaltung lernen wir, die Werte des Kulturerbes zu schätzen und Respekt gegenüber den engagierten Menschen - über Generationen und Nationalitäten hinweg - zu empfinden. Die Arbeit und die Werke unserer diesjährigen Preisträger sind ein Vorbild, wie man im Alltag die Idee von einem gemeinsamen Europa mit Leben erfüllen kann.“

Ein Hauptpreis wurde an den Breslauer Künstler und Glasdesigner Professor Zbigniew Horbowy verliehen. Horbowy wurde 1935 in Lantschyn bei Kolomyia geboren und widmete sein ganzes Leben dem Glasdesign. Er gründete eine eigene Designerschule und war weit über Schlesien hinaus bekannt. Außerdem war er Gewinner zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem der höchsten kulturellen Auszeichnung in Polen, der Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Silber und Gold. Horbowy verstarb am 17. Juni dieses Jahres, weshalb ihm die Auszeichnung posthum verliehen wurde.

Einen weiteren Hauptpreis erhielt der ehrenamtliche Denkmalpfleger Helmut Goebel, geboren 1925 in Niederschwedeldorf (heute Szalejów Dolny in der Woiwodschaft Niederschlesien). Nachdem er mit seiner Familie den elterlichen Hof nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen musste, kehrte Helmut Goebel im Laufe seines Lebens bis heute weit über einhundert Mal in sein Heimatdorf zurück und widmete sich vor allem mit großer Leidenschaft dem Erhalt der Denkmäler. Durch sein Engagement hat er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen viel Anerkennung erfahren: Ihm wurde bereits 1986 das Bundesverdienstkreuz und 2013 der Verdienstorden der Klasse Fünf der Republik Polen verliehen.

Der Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur e. V., vertreten durch den Vorsitzenden Christopher Schmidt-Münzberg, erhielt den diesjährigen Sonderpreis. Gegründet im Jahr 1993, hat der Verein heute seinen juristischen Sitz in Görlitz. Ausgangspunkt vieler kultureller Aktivitäten ist das Schloss Lomnitz in Powiat Jeleniogórski (Kreis Hirschberg) in der Woiwodschaft Niederschlesien. Mit zahlreichen Restaurierungen, Ausstellungen und weiteren Aktivitäten erfüllen die mehr als 300 Mitglieder des Vereins sein satzungsmäßiges Ziel, nämlich die Förderung, Pflege und Erhaltung schlesischer Kulturwerte.

Im nächsten Jahr wird die Preisverleihung turnusmäßig in der Woiwodschaft Niederschlesien stattfinden.

Der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen wird seit 1977 verliehen. In Niedersachsen hatten besonders viele deutsche Schlesierinnen und Schlesier, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten, Aufnahme gefunden und wesentlich zum Wiederaufbau des Landes beigetragen. Daher hatte die Niedersächsische Landesregierung seinerzeit diesen Preis gestiftet als Zeichen der Verbundenheit des Landes Niedersachsen mit den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Schlesierinnen und Schlesiern.

Mit dem Preis sollten die Leistungen solcher Kunstschaffenden gewürdigt werden, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren auszuzeichnendes Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Gegenstand der Preisverleihung waren hervorragende Einzel- oder Gesamtleistungen auf dem Gebiet der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik.

Seit 1991 hat sich die Niedersächsische Landesregierung, getragen von dem Gedanken der Versöhnung und Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen, das geänderte Ziel gesetzt, mit der Verleihung des Kulturpreises Schlesien zur gemeinsamen Pflege und Weiterentwicklung des Kulturguts Schlesien und des Kulturschaffens der Schlesierinnen und Schlesier beizutragen. Seitdem können auch polnische Künstlerinnen und Künstler, die in Schlesien wohnen, den Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik erhalten. Außerdem kann der Preis für besondere Verdienste um die Erhaltung, Weiterentwicklung und Verbreitung des Kulturguts Schlesiens vergeben werden.

Mit dieser Neuausrichtung wurde die Erwartung verbunden, dass die öffentliche Ehrung von Preisträgerinnen und Preisträgern aus Deutschland und Polen die Begegnung von Menschen ermöglicht, die durch ihre Herkunft oder ihr Schaffen der europäischen Kulturlandschaft Schlesien verbunden sind.

Der Kulturpreis Schlesien besteht aus zwei gleichwertigen Hauptpreisen, die mit je 4.000 Euro dotiert sind. Zusätzlich wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis mit 3.000 Euro verliehen.

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