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Herzog August Denkmal, 1904

Herzog August Denkmal, 1904
Herzog August Denkmal, 1904
Matthias Langer © Stadt Wolfenbüttel

Das von dem Berliner Bildhauer Georg Renatus Meyer-Steglitz entworfene Denkmal erfüllt mehrere Funktionen [vgl. Kunst im öffentlichen Raum, Herzog August Denkmal]. Es erinnert an Herzog August den Jüngeren (1579-1666), der erst 1643, acht Jahre nach seinem Regierungsantritt, in Wolfenbüttel einziehen konnte.

Nach der während des Dreißigjährigen Krieges beendeten, schwedischen Belagerung von Wolfenbüttel begann unter seiner Regentschaft eine lange Friedenszeit. Der Wiederaufbau der Stadt, die Entwicklung der Bibliothek und vielfältige Reformen prägten seine Regierungszeit. Allerdings ist das Monument kein klassisches Herrscherdenkmal mit einem auf dem Pferd thronenden Regenten. Dies hat auch mit seiner Funktion als Stimmungsträger zu tun: Das Denkmal ist vom "Verschönerungsverein zu Wolfenbüttel", dem zahlreiche Honoratioren der Stadt, wie der Apotheker Franz Gerhard angehörten, gestiftet worden. Der Vereinsvorsitzende Julius Zwißler, ein am Stadtmarkt lebender Verlagsbuchhändler, wollte nicht nur an den Herzog erinnern, sondern zugleich mit der ursprünglichen Brunnenlage und dem gärtnerischen Schmuck einen Beitrag zur Zierde der Stadt leisten. Das Motiv des Wassers wurde als Zeichen für die Politik des Herzogs interpretiert. "Die lebendige Stärke des Quells" erinnere den Herzog "daran, daß auch dieser all die Schrecknisse des Krieges durchgemacht und doch wieder muthig und frisch sein Wasser springen läßt, und der Quell wird dem herzog zum Symbol!" [1].

Das unter Denkmalschutz stehende Monument ist zugleich ein Zeitzeugnis für die sich seit 1870 rasant entwickelnde Inflation an Kaiser-, Bismarck-, Kriegs- und Herrscherdenkmälern, die im Kontext des Patriotismus zu sehen ist. Die allgemein gute Auftragslage für Plastiken führte zur oftmals fabrikmäßigen Herstellung wie in der 1853 gegründeten "Württembergische Metallwarenfabrik" (WMF) in Geislingen an der Steige. Hier nutzte Meyer-Steglitz die Möglichkeiten der kostengünstigen Galvanotechnik für die Produktion seiner von der Idee her sehr eigenständigen, Wolfenbütteler Figurengruppe. Vom Gipsmodell des Bildhauers wurde bei WMF eine Hohlform angefertigt, auf deren Innenseite der galvanische Kupferniederschlag erfolgte. Auch wenn dieses Verfahren prinzipiell eine Vervielfältigung erlaubt, ist das "Herzog August Denkmal" ein Unikat. Die von WMF zugesicherte Gediegenheit des Materials überzeugte letztlich die Auftraggeber.

Brunnen und Grünanlagen sind im Laufe der Zeit mehrfach verändert worden. Die jetzige Gestaltung erfolgte im Zuge der Restaurierung der Figurengruppe im Jahr 1989. Heute steht die Ehrung des Regenten eindeutig im Vordergrund. Folgerichtig ist nicht mehr von einem Brunnen, sondern von einem Denkmal zu sprechen.

Text von Elisabeth Vorderwülbecke

zu [1]: Neuste Nachrichten - Unparteiisches Organ für Residenz und Herzogtum Braunschweig, 16.3.1902

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