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Herzog-Linde, 1906

Herzog-Linde, 1906
Herzog-Linde, 1906
Matthias Langer © Stadt Wolfenbüttel

AM 100 JÄHRIGEN GEBURTSTAG DES HERZOGS WILHELM ERRICHTET VON DER VÄTERLÄNDISCHEN VEREINIGUNG "BRUNONIA". WOLFENBÜTTEL AM 25. APRIL 1906.
MIT GOTT FÜR FÜRST UND VATERLAND.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Herzog Wilhelm (1806-1884) richtete die Stadt ein großes Fest aus. In den Schulen fanden Gedächtnisfeiern zu Ehren des geschätzten letzten Welfen aus dem "Löwenstamm" statt und die Vaterländische Vereinigung weihte das schmiedeeiserne Gitter um die "Herzog-Linde" ein. Die starke Symbolkraft dieses Baumes verweist unter anderem auf Geborgenheit, Frieden und Heimat, Begriffe, die vielfach mit der Regentschaft des Herzogs in Verbindung gebracht wurden. Die Braunschweiger Nachfolge Wilhelms, der keine offiziellen Erben hatte, trat 1885 der preußische Prinz Albrecht und nicht ein Welfe aus Hannover an. Die Entscheidung war nach langwierigen Verhandlungen gefallen und Ausdruck der starken Einflussnahme Preußens, das sich im Konflikt mit Hannover durchsetzte. Gegen die im Braunschweiger Land nicht unumstrittene Thronnachfolge wandte sich auch die 1895 in Wolfenbüttel gegründete "Vaterländische Vereinigung Brunonia". Laut Statuten hatte sie zum Ziel *"die Liebe zum engeren Vaterlande in allen Kreisen der Bevölkerung zu fördern und für die Selbstständigkeit des Herzogthums unter dem verfassungsmäßigen, angestammten Herrscherhaus" [4] einzutreten. Als welfische Vereinigung plädierte sie für einen Wechsel auf dem Braunschweiger Thron und damit für Herzog Ernst August (II.) von Hannover (1845-1923). Von daher verbot das Braunschweiger Staatsministerium 1897 Beamten und Militärs die Mitgliedschaft in den als staatsgefährdend eingestuften vaterländischen Vereinigungen.
1913 wurde das Welfenproblem mit der Heirat von Ernst August (III.) von Hannover (1887-1953) und der Kaisertochter Victoria Luise aus dem Haus der Hohenzollern Teil der Geschichte. An dies erinnert das politische Statement der unter Schutz gestellten, fast vergessenen "Herzog-Linde" nach wie vor.

Text von Elisabeth Vorderwülbecke

zu [4]: Statuten der Vaterländischen Vereinigung Brunonia, 1895 in: NLA WO, 127 Neu, Nr. 2358 - Gründung und Ausbreitung der Vaterländischen Vereinigung Brunonia in Wolfenbüttel

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