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Jüdisches Denkmal, 2006

Jüdisches Denkmal, 2006
Jüdisches Denkmal, 2006
Matthias Langer © Stadt Wolfenbüttel

ZUR ERINNERUNG AN DIE JÜDISCHEN WOLFENBÜTTELER; DIE IN DER ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS IN DER STADT GELEBT HABEN; HIER GESTORBEN SIND; DIE FLÜCHTETEN; DIE SELBSTMORD BEGINGEN; DIE IN KONZENZTRATIONSLAGERN ERMORDET WURDEN ODER UMGEKOMMEN SIND.

Auf dem 2,60 Meter großen, das "Jüdische Denkmal" umfassenden Davidstern sind neben der Inschrift auch die Namen der verfolgten jüdischen Mitbürger eingraviert. Die in unterschiedliche Richtungen ragenden, mit Steinen gefüllten Stelen visualisieren die Zwangsarbeit in Stahlwerken und sind als Symbol für den Abtransport vieler Juden in Eisenbahnwaggons zu lesen. Das Denkmal erinnert auch daran, dass das jüdische Leben während des Nationalsozialismus mit unglaublicher Radikalität und Brutalität ausgelöscht wurde. Nach 1945 kehrten wenige jüdische Bürger nach Wolfenbüttel zurück und wohnten auch meist nur für relativ kurze Zeit in der Stadt. Die Initiative für das Denkmal ging von der Projektgruppe >Jüdische Traditionen in Wolfenbüttel< aus. Der Entwurf, ursprünglich für den Seeligerpark vorgesehen, wurde von Jugendlichen der Kunstschule >Rundum Kunst< unter Leitung von Astrid Schecker-Loch erarbeitet. Das Denkmal wurde schließlich am frequentierten Harztorwall in der Nähe des Bahnhofs errichtet, wo früher zahlreiche jüdische Einwohner gelebt haben. In Anwesenheit ehemaliger jüdischer Wolfenbütteler beziehungsweise deren Angehöriger wurde das durch Spenden von Bürgern und von ortsansässigen Unternehmen mitfinanzierte Denkmal feierlich eingeweiht.
Das Mahnmal verweist auf die einzelnen Schicksale und erhält dadurch eine besondere Nachhaltigkeit. Die konkreten Namen widersetzen sich der Erfahrung der Deportierten in den Konzentrationslagern: Ihre Namen waren durch tätowierte oder aufgenähte Häftlingsnummern ausgetauscht worden, um den Inhaftieren die Individualität und Würde zu rauben.

Text von Elisabeth Vorderwülbecke

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