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Gedenkstein für Eva König, 1929

Gedenkstein für Eva König, 1929
Gedenkstein für Eva König, 1929
Matthias Langer © Stadt Wolfenbüttel

DEM ANDENKEN AN EVA KÖNIG, DIE AUF DIESEM FRIEDHOF IHRE LETZE RUHE FAND. GEBOREN ZU HEIDELBERG AM 22. MÄRZ 1736, WAR SIE IN ZWETER EHE VERHEIRATETMIT GOTTHOLD EPHRAIM LESSING, DER IHR DAS GLÜCKLICHSTE JAHR SEINES LEBENS VERDANKTE. SIE STARB ZU WOLFENBÜTTEL AM 10. JANUAR 1778. DIESEN STEIN ERRICHTETEN IM JAHRE 1929 AN IHREM GEBURTSTAGE IHRE NACHKOMMEN AUS ERSTER EHE MIT ENGELBERT KÖNIG: DIE FAMILIE HENNEBERG

Im September 1928 hatte der städtische >Ausschuß zur Vorbereitung der Lessingwoche<, die anlässlich des 200. Geburtstages von Lessing im Januar 1929 stattfand, Familie Henneberg um die Stiftung eines Gedenksteins für Eva König gebeten. Lessing selbst war in Wolfenbüttel bereits 1796 ein heute im Vestibül der Herzog August Bibliothek stehendes Denkmal errichtet worden.

Der von Eva Königs Nachkommen favorisierte Granitfindling hatte beim Komitee keine Zustimmung gefunden. Ein Findling müsse "seine Veredelung erst dadurch erfahren (...), dass der Mensch ihm eine Gestalt nach seinem Willen gäbe. Lediglich einen Findling aufzustellen, sei eine Armutserklärung des menschlichen Geistes." [14]. Da Eva Königs, respektive Eva Lessings genaues Grab auf dem Bürgerfriedhof nahe der Trinitatiskirche, dem ehemaligen Garnisonsfriedhof, unbekannt ist, fiel die Wahl schließlich auf eine rechteckige Steinform mit Inschrift, formal korrespondierend zu den anderen Grabsteinen.
Nach kontroversen Diskussionen setzte der Ausschuss Form und Inhalt der Inschrift durch. Der Gedenkstein wurde Eva König gewidmet, das sie als Eva Lessing weniger bekannt sei. Auch die von der Familie zunächst als "derartige umständliche" [15] kritisierte, vom Direktor der Braunschweiger Kunstgewerbeschule Prof. Rudolf Bosselt entworfene, Inschrift wurde realisiert.

Das der Stadt übergebene Monument erinnert an eine große, souveräne und lebenstüchtige Frau des 18. Jahrhunderts. Es erinnert aber auch an die Zerstörung von Lessings nur fünfzehn Monate dauerndem Eheglück. Eva König und Gotthold Ephraim Lessing hatten am 8. Oktober 1776 in Hamburg, nach fünfjähriger Verlobungszeit, die sich in den bewegenden "Briefen aus der Brautzeit" spiegelt, geheiratet. Mit den drei Kindern Evas bezogen sie eine Wohnung im Meißnerhaus. Die dort zu Lessings Geburtstag im Januar 1929 enthüllte "Lessing Gedenktafel", typographisch wieder der König-Gedenkstein gestaltet, verweist auf diese Zeit. Seit Dezember 1777 bewohnte das Paar das heutige Lessinghaus. Dort starb Eva Lessing kurze Zeit nach dem Tod des Sohnes Traugott am Kindbettfieber. Seinem Braunschweiger Freund Eschenburg schrieb Lessing: "Wenn ich noch mit der Einen Hälfte meiner übrigen Tage das Glück erkaufen könnte, die andere Hälfte in Gesellschaft dieser Frau zu verleben; wie gern wollte ich es tuen." [16]

Text von Elisabeth Vorderwülbecke

zu [14]: Schreiben des Syndikus Dr. Pini an Professor Henneberg vom 6.12.1928, in: NLA WO, 34 N 5, Nr. 146 - Lessing-Gedächtniswoche - Eva-König-Gedenkstein
zu [15]: Schreiben von Professor Henneberg an Syndikus Dr. Pini vom 17.12.1928, in: NLA WO, 34 N 5, Nr. 146
zu[16]: Zitiert nach Paul Raabe: Eva König. Hamburg 2005, S131

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