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Katholischer Friedhof

Lage des katholischen Friedhofs (1899)
Lage des katholischen Friedhofs (1899)
© Stadt Wolfenbüttel

Katholischer Friedhof
(Nr. 4 im Übersichtsplan)

In der evangelischen Stadt Wolfenbüttel war seit Beginn des 18. Jahrhunderts eine katholische Gemeinde toleriert, die aber nicht über einen eigenen Begräbnisplatz verfügte. Ihre Verstorbenen mussten die Katholiken in einer »zwei Stunden entfernten Ruhestätte« (vermutlich Braunschweig und Dorstadt) beisetzen. Am 28. März 1829 stellte die inzwischen sehr angewachsene katholische Gemeinde einen Antrag auf »Einräumung eines eigenthümlichen Kirchhofs«. Amtlicherseits wurde daraufhin in Erwägung gezogen und für unbedenklich gehalten, besagter Gemeinde einen Teil des »vor dem Augusttore am Fußwege nach Stöckheim« gelegenen Gottesackers abzutreten (siehe auch Triangelfriedhof). Dieses war »... ein Kirchhof, welcher bisher blos für die im Lazarett und Hospitale auf der Auguststadt verstorbenen bestimmt ist ...«. Davon sah man wieder ab und gestattete der Gemeinde schließlich den Erwerb eines Grundstückes an der Friedrich-Wilhelm-Straße. Dort entstand 1830 der erste katholische Friedhof in Wolfenbüttel nach der Reformation, der im Jahre 1899 wieder aufgegeben wurde. Ein Areal für einen größeren Friedhof konnte von der katholischen Gemeinde Am Atzumer Weg (heute Schinkelstraße/ Am Jahnstein) erworben werden. Hier befindet sich seit 1899 der katholische Friedhof, auf dem am 1.11.1978 eine neue Friedhofskapelle eingeweiht worden ist.

Das Grundstück des ehemaligen katholischen Friedhofes an der Friedrich-Wilhelm-Straße wurde an die Stadt zurückveräußert, die einen Teil davon dem Landkreis überließ. Darauf wurde 1950 das Gesundheitsamt gebaut. Den anderen Teil erhielt im Jahre 1954 der Bildhauer Erich Schmidtbochum für den Bau seines Ateliers.

Ein weiteres trauriges Kapitel der Stadtgeschichte darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben: In den Jahren 1937-1945 wurden auf Befehl der damaligen Nationalsozialistischen Regierung im Wolfenbütteler Strafgefängnis mehr als 500 Personen hingerichtet. Darunter waren 145 Frauen und Männer katholischen Glaubens, die hier auf dem neuen katholischen Friedhof beigesetzt wurden. Fast alle diese Toten konnten später exhumiert und in ihre Heimat, zumeist nach Belgien oder nach Frankreich, überführt werden. Eine Gedenktafel an der Friedhofskapelle und eine kleine Anlage mit einem Gedenkstein erinnern an diese Schicksale.

Text: Evelyne Kunkel