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Auguststädter Friedhof an der Grauhofstraße

Lage des Auguststädter Friedhofs (1899)
Lage des Auguststädter Friedhofs (1899)
© Stadt Wolfenbüttel

Auguststädter Friedhof an der Grauhofstraße
(Nr. 8 im Übersichtsplan)

Entlang der Grauhofstraße, die ihren Namen nach einem früher hier gelegenen herzoglichen Wirtschaftshof, dem ›Grauen Vorwerk‹ erhielt, ist auf den ersten Blick von einem Friedhof heute nichts mehr zu sehen. Das Friedhofsareal wurde im Jahre 1879 eingerichtet und lag am Verbindungsweg zwischen der Chaussee zum Hohen Weg (heute Frankfurter Straße) und dem Weißen Weg (heute Adersheimer Straße). Erst 1895 erhielt dieser Verbindungsweg seinen jetzigen Namen Grauhofstraße.

Das Gelände des Friedhofes lag dort,wo heute vier Wohnblocks errichtet sind. Der Friedhof war als ›St. Johannisfriedhof vor dem Augustthore‹ sowie als ›Auguststädter Friedhof‹ benannt. Das ursprünglich als Friedhofsgelände vorgesehene Areal, zuvor der Waisenhausgarten, erstreckte sich über das gesamte Gebiet links der Frankfurter Straße/Ecke Grauhofstraße. Dieses fast 4 Morgen große Grundstück sollte für 100 Jahre reichen. Dazu kam es aber nicht, denn »... Als aber die Landesbahn gebaut wurde legte man sie durch den Friedhof, sodaß der Gemeinde wenig mehr als die Hälfte verblieb ...«.

Auf dem Stadtplan ist zu erkennen, dass die Trasse der 1886 gebauten Landesbahn in Richtung Fümmelse nach Hoheweg (zum Anschluss nach Drütte bzw. Thiede) parallel zur Frankfurter Straße verlief. Heute noch kann man hinter den Autohäusern in Richtung Fümmelse den alten Bahndamm als Spazierweg benutzen. Das vorgesehene Gelände an der Ecke Frankfurter Straße (heute Supermarkt Aldi und Parkplatz) war also Bahnlinie geworden und stand nicht mehr als Friedhofserweiterung zur Verfügung.

So erklärt sich, dass dieser erst 1879 angelegte Begräbnisplatz, der als Ersatz für den voll belegten Johanniskirchhof dienen sollte, nur eine kurze Geschichte hatte: Nach rund 65 Jahren war er mit 336 Grabstellen gefüllt. 1944 fand die letzte Beisetzung statt. Der Friedhof verwilderte zusehends. Ende der 40er Jahre wurde über Vandalismus geklagt und über wildes Schuttabladen. Spielende Kinder entfachten 1951 ein Feuer. Die Flammen sollen 5 Meter hoch gewesen sein und drohten, auf ein benachbartes Sägewerk überzugreifen. 1952 fiel die Entscheidung, den Friedhof zu entwidmen und zur Bebauung freizugeben.

Da noch nicht für alle Grabstätten die Belegdauer abgelaufen war, mussten 27 Umbettungen zum Hauptfriedhof an der Lindener Staße vorgenommen werden. Weitere noch aufgefundene Gebeine aus Begräbnissen vor 1922 wurden bei der Kapelle des kleinen St. Johannisfriedhofes an der Frankfurter Straße beigesetzt. Dort befindet sich eine Gedenktafel mit der Aufschrift:

Hier ruhen unsere Toten vom Friedhof Grauhofstraße, verstorben in den Jahren 1885-1922, umgebettet am 15. Mai 1953.

Das Gelände an der Grauhofstraße wurde 1952/53 mit Wohnblocks bebaut. Nur noch die Lindenbäume entlang der Straße und der alte Baumbestand zwischen den Häusern sind von der früheren Nutzung geblieben.

Text: Evelyne Kunkel