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01.11.2017

Einsatzreiche Tage für die Feuerwehr

Die Mitglieder der beiden diensthabenden Bereitschaftskreise der vergangenen Woche ahnten noch nicht, was ihnen bevorstehen wird: eine mehr als nur einsatzreiche Woche mit einer Bandbreite des Einsatzspektrums einer Feuerwehr.

Neben Kleinbränden in Wolfenbüttel galt es auch zur Unterstützung mit der Drehleiter nach Achim, Samtgemeinde Oderwald auszurücken. Dort brannte eine Scheune. Zum Ende der Woche sorgte Sturm „Herwart“ noch für fast 14 Stunden Ausrücken am Stück. Von Freitag von 18.15 Uhr bis zum Sonntag 18.30 Uhr galt es 35 Einsätze abzuwickeln, davon 27 bedingt durch den Sturm – bilanziert sind das 203,5 Einsatzstunden, hiervon entfielen 112,5 Stunden auf den stürmischen Sonntag. So ganz „nebenbei“ galt es – in der Nacht von Freitag auf Sonnabend beim Großbrand in Achim arbeitend – den Lampionumzug vorzubereiten, denn von 16 Uhr an strömten viele Besucher in die Feuerwache.

Die Nacht auf Sonntag war dann auch wieder kurz, denn kurz nach 4 Uhr löste die Brandmeldeanlage einer Pflegeeinrichtung aus, rund eine Stunde später stürzte aufgrund der Böen von „Herwart“ ein Baum um. Von da an fuhren die Drehleiter, das Hilfeleistungslöschfahrzeug, der Brandmeister vom Dienst (BvD), der Rüstwagen sowie der Einsatzleitwagen fast dauerhaft zu verschiedenen Einsätzen im Stadtgebiet. Neben der Beseitigung von einigen umgestürzten Bäumen, war auch die Arbeit der Drehleiter-Besatzung bei der Sicherung und Beseitigung von losen Dachziegeln gefragt. Insgesamt drei Bereitschaftskreise und die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) waren am Sonntag personell vertreten. „Es war eine super Zusammenarbeit der Kameraden“ fasst Ortsbrandmeister Kurt Jakobi zusammen, der von Freitag an den BvD-Dienst übernommen hatte.

Die Einsätze im Stadtgebiet wurden von den Mitgliedern ÖEL im Funkraum der Feuerwache koordiniert. Die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) übermittelte die Meldungen per Mail oder Telefon an den Funkraum. Wolfenbüttels Ortsbrandmeister Kurt Jakobi ist es wichtig, einen Hinweis zu geben: „Die Besitzer von Bäumen, die auf einem Privatgelände stehen, können nicht von der Feuerwehr erwarten, dass sie kommt und die Bäume fällt. Die Feuerwehr wird auf Privatbesitz nur tätig um Gefahren zu beseitigen, die für Personen oder Häuser bestehen“ ergänzt er.

Auch zum Ende der Woche, in der Nacht von Sonntag auf Montag war kein Durchschlafen möglich. An der Albert-Schweitzer-Allee brannten gelbe Säcke und eine Mülltonne, ein Übergreifen des Feuers auf einen Jägerzaun konnte verhindert werden – auch dank des schnellen Eintreffens der Polizei, die mit einem Pulverlöscher anfing zu löschen. „Das kurz darauf ankommende Tanklöschfahrzeug übernahm die endgültigen Löscharbeiten“, informiert Feuerwehr-Pressesprecher Tobias Stein. Und auch in der folgenden Nacht auf Dienstag – inzwischen wurden die Feuerwehrleute abgelöst durch andere Bereitschaftskreise – blieb die Feuerwehr Wolfenbüttel nicht von Alarmierungen verschont. „Am frühen Abend brannten zunächst Am Okerufer gelbe Säcke, einige Stunden später an der Ravensberger Straße“, so Stein weiter, „das Feuer griff auf Müllbehälter über, ein Übergreifen auf einen Unterstand konnte aber verhindert werden“. In der Nacht galt es wieder auf ein weiträumiges Gelände an der Adersheimer Straße auszurücken, auch dort brannten gelbe Säcke und Müllbehälter in einem Unterstand.

Wie funktioniert das eigentlich alles?

Es klingt logisch, dass für eine Ölspur weniger Feuerwehrleute ausrücken als zu einem Dachstuhlbrand. Doch wie ist es bei rund 140 aktiven, freiwilligen Feuerwehrleuten zu organisieren, dass nicht alle gleichzeitig zum Einsatz erscheinen? Hierzu wurde ein, in den zurückliegenden Jahren immer wieder in Details veränderter, Plan für die sogenannten diensthabenden „Bereitschaftskreise“ geschaffen, in die alle aktiven Einsatzkräfte eingeteilt sind. Zwei dieser Bereitschaftskreise sind dann gefragt, wenn die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) in Braunschweig die digitalen Alarmempfänger (DME) auslöst. Und auch eine Ausrückordnung sorgt dafür, welche Fahrzeuge zu welchem Einsatz besetzt werden – zum Beispiel besteht der erste Löschzug aus Tanklöschfahrzeug (TLF), Drehleiter (DLK), Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) und dem Brandmeister vom Dienst mit seinem Kommandowagen (KdoW). „Sollte es darüber hinaus noch Personalbedarf geben, können jederzeit weitere oder alle Mitglieder der Ortsfeuerwehr alarmiert werden“, informiert Ortsbrandmeister Kurt Jakobi.

Jeder Angehörige der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel ist einer Gruppe zugeordnet - sechs an der Zahl - daneben wirken viele Mitglieder noch in Sondereinheiten mit. Neben dem Einsatzdienst steht Aus- und Fortbildung auf dem Programm, Brandsicherheitswachen und viele andere Dienste. „Wir müssen immer wieder sagen wir sind eine Freiwillige Feuerwehr, denn alle Einsatzkräfte versehen ihren Dienst ehrenamtlich“, gibt Jakobi zu bedenken und sein Stellvertreter, Sven Dost, ergänzt: „Zwei hauptamtliche Kräfte sind bei der Stadt als Gerätewarte angestellt und für technische Dinge zuständig, wie zum Beispiel die Arbeit in der Atemschutzwerkstatt oder kleinere Reparaturen am Fuhrpark“. Der und die Ausstattung sind umfangreich und so vermutlich das Denken in Teilen der Bevölkerung zu erklären, Wolfenbüttel habe eine Berufsfeuerwehr. Glücklicherweise gibt es einen regen Zulauf an neuen Mitgliedern der Feuerwehr, seit dem 1. Juli 2016 entschieden sich 23 Männer und Frauen neu für den Dienst bei der Ortsfeuerwehr Wolfenbüttel.

„Wer sich für die umfangreiche und interessante Arbeit einer Feuerwehr interessiert, einfach mal sehen möchte wie wir arbeiten, der ist gerne willkommen und zum Besuch eingeladen“, fügen Jakobi und Dost hinzu.

Kontakt

Eine Kontaktaufnahme ist über E-Mail unter ortsbrandmeister@feuerwehr-wolfenbuettel.de oder bei Facebook https://www.facebook.com/feuerwehrwf/ möglich. Die Betreuung des Facebook-Auftritts übernimmt ein speziell geschultes Team aus Pressesprechern der Feuerwehr.