Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

nach oben nach oben
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
20.06.2018

Fachkräfte in Schulen sehen sich häufig mit Konflikten konfrontiert

In den Städten – und hier insbesondere in den Großstädten – wächst die kulturelle, ethnische und soziale Vielfalt in unserer Gesellschaft kontinuierlich an. „Dies spiegelt sich unter anderem deutlich in den Schulen wider“, sagt Professorin Dr. Christine Baur. Von 2016 bis 2018 forschten sie und ihre Mitarbeiterin Dr. Christine Krüger an der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften zum Thema „Diversität im schulischen Alltag - zwischen Kooperation und Konflikt“.

Ihre vergleichende Fallstudie zwischen Berlin und Niedersachsen untersucht typische Konfliktlagen in ethnisch und sozial segregierten Schulen. Dies sind Schulen mit einem hohen Anteil an von Armut und Sprachschwierigkeiten im Deutschen betroffenen Schüler/innen. Für die Forschung wurden Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter/innen und weitere pädagogische Fachkräfte befragt. Schwerpunkt der Forschung ist dabei der Blick sozialpädagogischer Fachkräfte auf ihre Arbeit und die Auswirkung bildungspolitischer Vorgaben auf Kooperationsverhältnisse, eine Perspektive, die bisher in der Schulforschung vernachlässigt wurde.

Gerade im schulischen Bereich sehen sich die Fachkräfte an Schulen in ihrem täglichen Handeln häufig mit Konflikten konfrontiert, auf die sie reagieren müssen. Während es für die Praktiker/innen in den Schulen keine neue Erkenntnis ist, dass Vielfalt nicht ohne beständige Reibungspunkte existiert, zeigen sich die kommunal- und bildungspolitischen Debatten gegenüber diesen schwierigen Aspekten von Vielfalt eher zurückhaltend. In der Forschung zeigt sich eine Diskrepanz zwischen dem professionellen Anspruch der Fachkräfte und der erlebten Realität ihres Arbeitsalltags.

Die Ergebnisse der Studie wurden am 7. Juni 2018 an der Ostfalia Hochschule im Rahmen der Fachtagung „Professionen in Schule – zwischen Kooperation und Konflikt“ vorgestellt. Rund 170 Teilnehmer/innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis kamen auf das Campusgelände „Am Exer“ der Ostfalia Hochschule, um Vorträge zu hören und über die Bedingungen und Herausforderungen von Multiprofessionalität zu diskutieren. Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit dem Thema Kooperationsbeziehungen an Schulen war Niedersachsen.

Den Eingangsvortrag hielt Prof. Dr. Maria-Luise Busche-Baumann von der HAWK Hildesheim. Sie sprach zum Thema „Multiprofessionalität im Magnetfeld Schulsozialarbeit“. Dabei wurden Prozesse von Polarisierung und Positionierung beleuchtet, die auftreten, wenn Schulsozialarbeit mit anderen in Schule arbeitenden Professionen aufeinander trifft. Es folgten die Vorträge von Prof. Dr. Christine Baur und Dr. Christine Krüger zu den strukturellen und bildungspolitischen Bedingungen für multiprofessionelle Arbeit an Schulen und die Möglichkeiten von Kooperation als Instrument, um den Konfliktlagen an segregierten Schulen zu begegnen. Dabei zeigt sich, dass je ungesicherter die Arbeitsverhältnisse sozialpädagogischer Fachkräfte sind, desto schwieriger ist es, gelingende Kooperationen umzusetzen.

Sozialoberrat Knuth Erbe vom Niedersächsischen Kultusministerium sprach zum aktuellen Stand der Umsetzung der Schulstrukturreform in Niedersachsen. Neue Perspektiven entwarfen Prof. Dr. Katharina Kunze von der Universität Göttingen, die gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Rosa Reinisch über die Dynamiken von Kooperationsbeziehungen in inklusiven Schulen referierte, sowie der Beitrag von Karl Gröpler (Ostfalia), der praktische Implikationen für die Dokumentation in multiprofessionellen Kooperationen gab.

Neben den Fachvorträgen und dem Informations- und Erfahrungsaustausch bot die Fachtagung Wissenschaftlern, Praktikern und Vertretern der Bildungspolitik eine sehr gute Gelegenheit, sich zu vernetzen. Auch die Studierenden der Fakultät Soziale Arbeit profitierten. Sie konnten im Rahmen von Posterpräsentationen ihre Projekte in Schulen und anderen Einrichtungen mit den Teilnehmern der Fachtagung diskutieren.

Kontakt