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12.11.2018

Infoveranstaltung „Wenn in den Vorhöfen Chaos herrscht“

Unter dem Titel „Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ hatten die Referenten Prof. Dr. med. Dirk Hausmann, Chefarzt der Abteilung Kardiologie, Oberarzt Dr. Christian Gubbe und Prof. Matthias Antz aus dem Klinikum Braunschweig zu einem Patienteninformationsabend eingeladen. Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums am vergangenen Mittwochabend.

„Beim Vorhofflimmern verliert der Taktgeber die Kontrolle über den Vorhof“, erklärte Prof. Dr. Dirk Hausmann. Die Folgen können unter anderem das typische Herzrasen beziehungsweise Herzstolpern oder auch Luftnot sein.

Dabei gebe es jedoch keine wirklich ganz typischen Symptome, so Hausmann. Die größte Angst der Patienten sei vor allem die vor einer Gerinnselbildung. Dies passiere, wenn das Blut zu langsam und unregelmäßig fließe und infolgedessen verklumpe. Dies könne zu Durchblutungsstörungen im Gehirn und damit zum gefürchteten Schlaganfall führen“, erörterte der Chefarzt der Kardiologie. Dennoch könne ein Patient bei richtiger Behandlung normal und lange leben.

Im weiteren Verlauf stellte Hausmann die drei unterschiedlichen Arten der Behandlung vor. So könne man mitunter einfach abwarten, ob das Vorhofflimmern von selbst wieder verschwindet. Häufig kämen jedoch sogenannte Gerinnungshemmer zum Einsatz.

Auf eben diese Medikamente ging Oberarzt Dr. Christian Gubbe in seinem Vortrag detailliert ein. Es müsse beim Einsatz von Gerinnungshemmern genau überlegt werden, welches Risiko höher sei, das eines Schlaganfalls oder das einer gefährlichen Blutung, erklärte Gubbe. Ein erhöhtes Risiko für eine Gerinnselbildung bestehe vor allem bei Patienten mit einer Herzschwäche oder auch Diabetes. Anhand eines Punktesystems wird von den Medizinern bewertet, ob ein Gerinnungshemmer eingenommen werden muss oder ob von einem Einsatz abgesehen werden könne. Dabei ging Gubbe auch auf den klassischen Gerinnungshemmer Marcumar näher ein und verglich diesen mit neuen Medikamenten. Dabei stellte er die Vor- und Nachteile gegenüber, verwies auf aktuelle Studien und stellte die Wirkungsweise der Medikamente vor.

Auch wenn Vorhofflimmern mit Medikamenten behandelt werden könne, so sei in manchen Fällen auch ein operativer Eingriff ratsam, erörterte Prof. Matthias Antz vom Klinikum Braunschweig. „Beim Vorhofflimmern herrscht Chaos in den Vorhöfen“, so Antz. Die Herzkammern werden unregelmäßig erregt, was einige Patienten jedoch nicht bemerken würden. Antz stellte die sogenannte Lungenvenenisolation beziehungsweise Katheterablation in den Mittelpunkt seines Vortrags. Dabei wird ein Ring in der Lungenvene mittels eines Kälteballons verödet, sodass die unregelmäßigen elektrischen Impulse den Vorhof nicht mehr erreichen. Der Blutfluss bleibt dabei weiter normal bestehen.

Dieser Vorgang dauere nur wenige Minuten und sei mit relativ wenigen Komplikationen verbunden. „Wir haben damit Erfolgsquoten von bis zu 85 Prozent“, erklärte er. Sollte das Vorhofflimmern erneut auftreten, gebe es die Möglichkeit einen zweiten Eingriff durchzuführen. Bei diesem werden eventuelle Lücken im bereits verödeten Ring mittels Hitze geschlossen.

Im Anschluss an die Vorträge gingen die drei Referenten ausführlich auf die zahlreichen Fragen des Publikums ein.

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