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21.11.2018

Harninkontinenz: Alternative Behandlungsmethode

Im Rahmen einer Patienteninformationsveranstaltung informierte jüngst Matthias Buhles, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, über den Einsatz von Bulkamid zur Therapie der sogenannten Belastungsinkontinenz.

Diese ist die häufigste Form der Harninkontinenz und tritt meist als Folge einer Schwäche der Beckenbodenmuskeln auf. Frauen sind aus anatomischen Gründen häufiger betroffen. Durch den Druck während der Schwangerschaft, nach einer Entbindung oder nach der Menopause kann es zu Harninkontinenz kommen. Lachen, Niesen, Heben, Laufen, Husten oder Springen können dann die Auslöser sein.

Ab Mitte der 90er Jahre wurden den Patienten mit Harninkontinenz sogenannte Bänder eingesetzt. Diese Bänder aus Kunststoff stützen die Harnröhre und ersetzen schlaffes Gewebe, wenn die körpereigenen Bänder nicht mehr genügen. Der Einsatz von Bulkamid stellt im Gegensatz zum operativen Einsatz eines Bandes eine minimal-invasive Methode dar. Bulkamid ist ein weiches, körperverträgliches Gel, das zu 97,5 Prozent aus Wasser und zu 2,5 Prozent aus Polyacrylamid besteht. In einem standardisierten Verfahren wird das Bulkamid-Hydrogel mit einer winzigen Nadel in die Harnröhre injiziert, so dass drei bis vier Aufpolsterungen entstehen, die den Schließmuskel der Harnröhre unterstützen und damit zu einer besseren Harnkontrolle verhelfen.

Das Gel wird vom Körper nicht abgebaut und bietet daher einen langfristigen Erfolg, wie erste Langzeitstudien belegen. Chefarzt Matthias Buhles kann auf eine 20-jährige Erfahrung in der Behandlung mit Bulkamid zurückgreifen. Mit Bulkamid lassen sich „gute Ergebnisse mit niedrigen Komplikationsraten erreichen“, so Buhles, der angefügt: „Die Erfolgsrate für Patienten, die eine subjektive Verbesserung verspüren, liegt bei 50 bis 80 Prozent.“ Die Aufpolsterung der Harnröhre mit Bulkamid biete aber nicht nur eine sehr gute Alternative zum Einsatz eines Bandes, sondern kann auch als ergänzende Behandlung empfohlen werden, wenn andere Verfahren nicht zum erhofften Erfolg geführt haben.

Die Krankenkassen zahlen die stationäre Behandlung. Es handelt sich hierbei um einen zehn bis dreißigminütigen Eingriff, auf den in der Regel ein Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Tagen für die Nachversorgung folgt. Patienten benötigen eine Überweisung des Frauenarztes ans Krankenhaus, wo dann eine sorgfältige Untersuchungen und Diagnose durchgeführt wird.

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Chefarzt Matthias Buhles die zahlreichen Fragen der Zuhörer.

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