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10.12.2018

Mediziner des Hernienzentrums gaben Einblicke zum Thema Leistenbruch

Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte deutschlandweit über 200.000 Leistenbrüche. Dabei sind in 80 Prozent der Fälle Männer betroffen. Dies nahm das Hernienzentrum des Städtischen Klinikums am vergangenen Mittwoch zum Anlass, um unter dem Titel „Ohne Leiste keine Leistung“ zum Herrenabend einzuladen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen vor allem die Risikofaktoren, die Diagnostik und die aktuellsten Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus bot das Ärzteteam des Hernienzentrums den Teilnehmern einen kostenfreien Leistencheck an – eine Überweisung war dafür nicht nötig. Rund 40 Interessierte und Betroffene hatten sich im Konferenzzentrum eingefunden, um sich über das vermeidliche Tabuthema zu informieren.

„Eine Hernie beschreibt einen Bauchwandbruch, bei dem Fettgewebe und teilweise auch Eingeweide aus der Bauchhöhle nach außen gedrückt werden. Erfolgt das durch den sogenannten Leistenkanal spricht man von einer Leistenhernie, die entweder angeboren oder erworben sein kann“, erklärte Dr. Gregor Kocowski, Leiter des Hernienzentrums des Städtischen Klinikums. Bei Männern sei der Kanal etwas weiter ausgeprägt als bei Frauen. „Man könnte sagen, dass der Leistenkanal eine Schwachstelle im Körper eines Mannes ist“, so Kocowski. Der Kanal allein führe jedoch nicht automatisch zu einem Leistenbruch. Dafür gebe es vielmehr verschiedene Ursachen. Wer beispielsweise eine Bindegewebsschwäche habe, könne eher betroffen sein. „Wenn man dann etwas sehr Schweres anhebt oder stark presst, kann etwas Darm in oder durch den Leistenkanal gedrückt werden – dann sprechen wir von einem Leistenbruch“, erörterte der Leiter des Hernienzentrums.

Neben den Risikofaktoren und den verschiedenen Arten und Formen von Leistenbrüchen gaben die Referenten des Herrenabends auch einen detaillierten Einblick in die Operationsverfahren und mögliche Alternativen. „Es gilt vor allem die Vorteile einer möglichen Operation beziehungsweise die bestehenden Risiken genau gegeneinander abzuwägen“, erläuterte Dr. Gregor Kocowski. Seit dem Jahr 2012 kamen laut dem Leiter des Hernienzentrums im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel 1.121 Patienten mit Leistenhernien in 1.276 Operationen unters Messer. Die Reoperationsrate liege bei 0,26 Prozent. Um als zertifiziertes Hernienzentrum anerkannt zu werden, sei eine Rate von unter zwei Prozent nötig, so Kocowski.

Zu bedenken sei zudem, dass Leistenschmerz viele unterschiedliche Ursachen haben könne, die mitunter eine orthopädische, neurologische oder auch eine urologische Mitbeurteilung nötig machen würden, erklärte Dr. Tilmann Dreßel in seinem Vortrag. So blickte Markus Hoffmann, Oberarzt/Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, abschließend aus orthopädischer Sicht auf das Thema. Bereits während der Vorträge gingen die Referenten detailliert auf die zahlreichen Fragen der Zuhörer ein. Darüber hinaus konnten sich die Gäste ein genaueres Bild von den Operationswerkzeugen machen, denn diese hatten die Mediziner „zum Ausprobieren“ einfach mitgebracht.

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