Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

nach oben nach oben
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
14.02.2019

Vortrag: "Lipödem. Diagnostik – Therapie – Aktuelle Situation"

Was ist ein Lipödem? Wie wird es diagnostiziert und welche Behandlungsformen gibt es? In einer Informationsveranstaltung wird Dr. Frank Michael Hasse am Mittwoch, 20. Februar 2019, um 18 Uhr im Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums solche und weitere Fragen zum Thema Lipödem beantworten. Er informiert dabei über die Diagnostik, Therapie und die aktuelle Situation.

„Mit Lipödem bezeichnet man eine krankhafte, anlagebedingte Fettverteilungsstörung, die mit einer Zubildung von Unterhautfettgewebe in den Extremitäten einhergeht und durch eine beidseitige symmetrische Schwellung des Fettgewebes charakterisiert ist“, erklärt Dr. Hasse. Hinter dem Begriff verbirgt sich weitaus mehr als nur ein ästhetisches Problem. „Die Kapillaren lassen vermehrt Eiweiße austreten, diese binden in hohem Maße Wasser, es kommt zu Wasseransammlungen im Bindegewebe und in den Fettzellen,“ so der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, der seit 2016 die operative Therapie des Lipödems im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel durchführt.

Da die Erkrankung fast ausschließlich bei Frauen auftritt, wird vermutet, dass eine Hormonumstellung die Krankheit hervorrufen kann. Faktoren wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre, aber auch Stress und Depression können den Ausbruch der Krankheit verursachen. Betroffen sein können die Beine, Hüfte, Gesäß sowie die Arme der Lipödem-Patientinnen. Je nach Schwere der Erkrankung wird sie in drei Stadien eingeteilt.

Möglichkeiten für die Therapie eines Lipödems

Für die Behandlung eines Lipödems wird zwischen konservativen und operativen Maßnahmen entschieden. Von den Krankenkassen werden bisher lediglich die Kosten der konservativen Maßnahmen übernommen. Beide Maßnahmen können den Krankheitsverlauf verzögern und die Beschwerden lindern. „Für einen dauerhaften Erfolg und eine wesentliche Reduzierung der Beschwerden reichen die konservativen Verfahren jedoch oft nicht aus“, erklärt Dr. Hasse. Dazu komme, dass die Maßnahmen ein Leben lang durchgeführt werden müssten.

Eine Methode, die wesentlich mehr Erleichterung bringe, sowohl körperlich, ästhetisch als auch für das psychische Befinden der Patienten, sei laut Dr. Hasse die Fettabsaugung (Liposuktion). Im Rahmen der Informationsveranstaltung wird er daher auch detailliert auf die wasserstrahlassistierte Liposuktion, ein besonders schonendes Verfahren zur Entfernung des kranken Fettgewebes, welches Hasse am Städtischen Klinikum anwendet, eingehen. Nach den Erfahrungen von Dr. Hasse ermöglicht dieses Verfahren den Patientinnen, „eine nicht gekannte Besserung der Beschwerden mit beeindruckender Zunahme der Lebensqualität“.

Die Veranstaltung findet im Konferenzzentrum des Klinikums, Neuer Weg 51A, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Hintergrundinformationen zum Thema

Schätzungen zufolge, könnte jede zehnte deutsche Frau unter einem Lipödem leiden. Das Lipödem wurde erst im Jahre 2003 als Krankheit anerkannt, ist aber bis zum heutigen Tag einer großen Zahl von Ärzten weitgehend unbekannt. Vor allem im Anfangsstadium wird das Lipödem häufig nicht als solches erkannt und zielgerichtet therapiert. Oftmals wird bei den Patientinnen Übergewicht diagnostiziert. Das Lipödem ist aber nicht durch Übergewicht bedingt. Empfohlene Diäten und Sport helfen daher kaum. Häufig wird das Vorhandensein eines Lipödems von Ärzten erst spät festgestellt - beziehungsweise, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist. Zahlreiche Patientinnen haben daher einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, der oftmals psychische Belastungen mit sich bringt.

Jüngst sprach sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür aus, dass die Kosten für eine Liposuktion zur Behandlung des Lipödems von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Entsprechende Anträge wurden in die Wege geleitet. Dies soll zunächst nur für Patienten im fortgeschrittenen Stadium III gelten. Die Politik versucht, vorbei an dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) der Krankenkassen, das Verfahren zu genehmigen. Der GBA beschloss im Januar 2018 eine Erprobungsstudie zur Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödemen. Die Studie befindet sich allerdings noch in Planung. Der Beginn ist erst für Mitte 2020 geplant.

Kontakt