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11.11.2019

Gedenkfeier zur Erinnerung an Novemberpogrome

Am Samstag, dem 9. November, jährte sich zum 81. Mal die Pogromnacht von 1938, in der das nationalsozialistische Regime damals gezielte Attacken auf jüdische Mitbürgerinnen und -bürger ausübte.

Um der Ereignisse zu gedenken, versammelten sich auch in diesem Jahr viele Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler und hielten eine gemeinsame Gedenkstunde ab, diese wurde gemeinsam vom Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Stadt Wolfenbüttel vorbereitete. Die Gedenkfeier fand dieses Mal, wegen der Bauarbeiten im Bereich des Lessinghauses, vor dem jüdischen Mahnmal am Harztorplatz statt.

Zur Zeit der Novemberpogrome lebten beinahe 300 Juden in Wolfenbüttel, es gab eine eigene Synagoge. Das vom Braunschweiger Architekten Constantin Uhde entworfene Gebäude wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November vollständig niedergebrannt. Weiterhin kam es zu Übergriffen auf jüdische Menschen.

Während der Gedenkfeier hielt Bürgermeister Thomas Pink eine Rede und wies darin auf die damaligen Missstände hin und warnte vor politischen Bewegungen in der Gegenwart: "Ich glaube, dass diese Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen 1938 an Dringlichkeit und Aktualität nichts eingebüßt hat."

Thomas Pink bezog sich auf Joseph Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. Dieser hatte gesagt: "Wir brauchen Zivilcourage eines jeden Einzelnen. Zivilcourage kann unser Land verändern." Und dies sei, so Pink, eine Aufgabe, derer sich die Deutschen weiterhin stellen müssten.

Pink: "Zivilcourage heißt, genauestens zu beobachten, was um uns herum geschieht, Verstöße festzustellen gegen unsere Werte und Normen und unsere Grundsätze, die wir über Jahrzehnte entwickelt haben und die unseren Staat stützen. Zivilcourage heißt auch, Hilfe zu holen, wenn Dinge passieren, die so nicht passieren dürfen. Auch auf die Gefahr hin, dass man selbst Nachteile erleidet. Distanz zu den Provokateuren aufbauen, aber das couragierte Handeln öffentlich machen."

Die Klasse 10b vom Gymnasium im Schloss steuerte ebenfalls einen Beitrag zur Gedenkfeier bei und hielten eine Lesung ab. Im Unterricht hatten sie dafür fiktive Tagebucheinträge von Wolfenbütteler Juden verfasst, als Grundlage dafür dienten reale Quellen.

Der Wolfenbütteler Jochen Pöhlandt ist Übersetzer des Buches "Holocaust in Norwegen" von Historiker Bjarte Bruland. Pöhlandt schilderte exemplarisch die damaligen Geschehnisse in Norwegen und zeigte so die erschreckenden Parallelen zu Deutschland und der Judenverfolgung in ganz Europa.

Das Rahmenprogramm wurde musikalisch durch ein Klarinetten-Trio der Musikschule (Bildungszentrum Wolfenbüttel) untermalt. Es spielten Inga Hoffmann und Franziska Löhr unter der Leitung von Ryszard Pobieda.

"Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird." - Richard von Weizsäcker, ehemaliger Bundespräsident

Bilder von der Veranstaltung

zum Fotoalbum: Gedenkfeier zur Erinnerung an Novemberpogrome

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