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18.11.2019

Inkontinenz – Kein Alte-Leute-Problem

Handelt es sich bei Inkontinenz, also sogenannter Blasenschwäche, um eine Volkskrankheit und wenn ja, wieso spricht niemand darüber? Auf diese und andere Fragen gab Matthias Buhles, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Städtischen Klinikums, im Rahmen eines Informationsabends Antworten.

„Inkontinenz ist oftmals direkt mit Scham verbunden. Dabei handelt es sich um eine Volkskrankheit, die häufiger als Diabetes auftritt“, erklärte Matthias Buhles. Rund neun Millionen Deutsche leiden an dem unkontrollierbaren Urinverlust – vor allem Frauen sind stark betroffen. Auch handelt es sich nicht um ein „Alte-Leute-Problem“, sondern betreffe alle Altersgruppen, so Buhles, der zu bedenken gab, dass man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen müsse.

Der Facharzt ging umfassend darauf ein, welche Untersuchungen vorgenommen werden und welche Hilfsmittel die Betroffenen in Anspruch nehmen können, denn: „Ob eine Operation überhaupt notwendig ist, hängt von vielen Faktoren ab“, so Buhles. Rund 50 Prozent der Betroffenen leiden unter der sogenannten Belastungsinkontinenz, bei der schon das Husten, Lachen, Niesen oder Heben ausreiche, um den Harnandrang zu aktivieren. Neben den weiteren Formen der Inkontinenz ging der Experte auch detailliert auf die Behandlungsmöglichkeiten ein, denn: „Inkontinenz ist gut behandelbar. Unsere Klinik kann diesbezüglich auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die Behandlung ist ohne Zweifel eine unserer Stärken.“ Zunächst müssten die Ursachen ergründet werden. Dies geschehe anhand von intensiven Gesprächen und Befragungen sowie Untersuchungen des Patienten mittels Ultraschall, Spiegelung, Blasendruckmessungen oder auch über das Röntgen. Die anschließende Therapie werde ganz speziell auf den Patienten zugeschnitten. So reiche manchmal bereits gezieltes Beckenbodentraining oder eine Elektrostimulation der Blase, um den gewünschten Effekt, sprich die Kontinenz, zu erreichen. Aber auch eine Senkung der Blase könne durch eine Operation behoben werden.

„Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema, welches häufig mit einem Rückzug aus den sozialen Kontakten einhergeht. Die Angst vor der Bloßstellung und das daraus resultierende Verschweigen der Krankheit führt oftmals in einen Teufelskreis“, zeichnet Matthias Buhles einen typischen Verlauf nach. Dieses Tabu gilt es aufzubrechen und sich direkt mit dem Krankheitsbild auseinanderzusetzen, wand sich der Chefarzt zum Abschluss des Abends an das Publikum.

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