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28.02.2020

Klinikum zeigt Hass und Rassismus die rote Karte

Im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel treffen täglich Patienten, Pflegekräfte und Ärzte mit unterschiedlichsten Wurzeln aufeinander. Dabei lernen und profitieren sie voneinander. Toleranz und Weltoffenheit sind gelebte Werte im Klinikum und somit fester Bestandteil des täglichen Miteinanders.

Weil das so ist und aufgrund der jüngsten rassistisch und antisemitisch motivierten Gewalttaten, hatten sich die Mitarbeiter des Hauses jüngst zu einer besonderen Aktion zusammengefunden. Gemeinsam zeigten sie „Hass und Rassismus die rote Karte“ und setzten so ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz.

„Wir möchten mit dieser symbolischen Aktion zeigen, dass Hass, Hetze und Gewalt in unserem Klinikum nicht den geringsten Platz haben. Wir sind stolz auf unser multinationales Team und jeden einzelnen Mitarbeiter“, erklärt Axel Burghardt, Geschäftsführer des Klinikums. 897 Menschen aus 20 verschiedenen Ländern arbeiten täglich Hand in Hand für das Wohl der Patienten. Bedenkt man, dass allein in der Stadt Wolfenbüttel laut aktuellem Verwaltungsbericht knapp 130 Nationalitäten zusammen leben, so lässt sich erahnen wie multikulturell die Lessingstadt und damit auch der Alltag im Klinikum ist. Der Erfahrungsschatz im Umgang mit Patienten anderer Kulturen und Sprachen ist entsprechend groß. „Ohne unsere Mitarbeiter aus anderen Nationen und Kulturen würde vieles in unserer sozialen Arbeit nicht funktionieren“, ist sich Burghardt sicher. Von den zirka 400.000 in Deutschland tätigen Ärzten sind etwa 55.000 ausländischer Herkunft. Ähnliche Zahlen gelten für die Pflegeberufe, wo der Anteil ausländischer Fachkräfte zirka elf Prozent beträgt.

„Um Sprachbarrieren bei schwierigen medizinischen Fragen zu überwinden, haben wir ein Dolmetscherverzeichnis angelegt. Über 40 Mitarbeiter decken derzeit über 20 Sprachen ab – von albanisch bis urdu“, berichtet Burghardt. Die hausinternen Dolmetscher kennen sich auch mit der Kultur der Patienten aus und können komplexe medizinische Zusammenhänge in der jeweiligen Muttersprache erklären. Sollte kein passender Dolmetscher zugegen sein, helfen auch schon mal die Kollegen aus der Stadtverwaltung aus.

Als Zeichen der gelebten Kollegialität, des Zusammenhalts und auch der Integration kann die Aktion, an der über 100 Mitarbeiter des Klinikums teilnahmen, also ebenfalls verstanden werden. „Wir wahren und respektieren die Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion, sozialen Stellung, seines Alters und Geschlechts; so ist es in unserem Leitbild verankert - danach handeln wir“, unterstreicht Axel Burghardt den Anspruch, der nicht nur auf dem Papier Bestand habe.

Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit seien auch im Klinikalltag zu spüren. Umgangsformen werden laut Meinung der Mitarbeiter und Verantwortlichen rauer und gemeinsame Werte scheinen zusehends an Bedeutung zu verlieren. „Auch in unserem Haus kam es leider vermehrt zu rassistischen und fremdenfeindlichen Vorfällen“, berichtet Prof. Dr. Dirk Hausmann, Ärztlicher Direktor des Klinikums. Dies mache ihn zugleich wütend und auch traurig. Niemand – weder Patient, Angehöriger, noch Mitarbeiter – sollte solche Erfahrung machen müssen, so Hausmann.

Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert, haben die Mitarbeiter des Klinikums mit der Aktion klar Stellung für eine offene, wertschätzende und vorurteilsfreie Kommunikation bezogen – ohne Hass und Rassismus.

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