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06.05.2020

DRK-Kreisverband ist be­ein­druckt von der Spendenwelle

Zu einem Riesenerfolg entwickelt sich die DRK-Aktion „Tafel packt Spielzeugtasche“. Vor einer Woche hatte der DRK-Kreisverband dazu aufgerufen, gebrauchtes Spielzeug zu spenden, um bedürftigen Familien in einer Notlage zu helfen: Viele Kinder dürfen Corona-bedingt nicht draußen spielen – und schon gar nicht mit anderen Kindern.

„Seitdem wurden wir von einer Spendenwelle geradezu überrollt“, sagen Aline Gauder und Frederike Schwieger vom Roten Kreuz. „Und es gab tolle Reaktionen aus der Bevölkerung.“ Inzwischen wurden 246 Taschen gepackt – jede Tasche für ein Kind. „Wir haben uns entschieden, die Aktion in einer zweiten Runde aufzulegen, weil sie auf beiden Seiten solche Resonanz ausgelöst hat“, sagt DRK-Vorstand Andreas Ring. Er meint damit einmal die große Zahl an Spendern, aber auf der anderen Seite auch die große Zahl von Familien, die sich gemeldet haben.

Tatsächlich erreiche das DRK nun ganz viele Menschen, die sich bisher nicht getraut hätten, das Angebot der Tafel anzunehmen. „Wir müssen da unserem gesamten Netzwerk danken, aber auch den Paten, denn wir haben nun viele neue Kontakte, die weit über den bisherigen Empfängerkreis der Tafel und der Flüchtlingshilfe hinausgehen“, sagt Aline Gauder. Und Frederike Schwieger ist begeistert, auf welchen Wegen sie immer wieder den Aufruf des DRK entdeckte, der immer öfter digital geteilt wurde. „Am Ende kamen Anfragen aus dem gesamten Landkreis, sogar aus Baddeckenstedt und Sehlde.“

Allerdings glaubt das DRK, dass die Dunkelziffer derjenigen noch immer groß ist, die Hemmungen gegenüber der Tafel haben. „Aus diesem Grund wird die zweite Runde von ,Tafel packt Spielzeugtasche‘ auch länger laufen, und zwar bis zum Mittwoch, 6. Mai." Bedürftige Familien oder ihre Paten können die Anmeldeformulare per Mail an tafel@inkluzivo.de senden oder zur Tafelausgabe mitbringen. Wer kein Formular hat, kann sich unter 05331 948655 oder per Mail an die Tafel wenden.

Übrigens gibt es neben Spendern und Empfängern noch eine dritte Gruppe, die sich im Zuge der Aktion ,Spielzeugtasche‘ neu gefunden hat: die der jungen Helfer. Gleich drei 18-jährige Mädchen haben sich aufgrund des Hilfeaufrufs entschlossen, als Ehrenamtliche einzusteigen beim DRK – alle drei kommen aus Wolfenbüttel, kannten sich bislang aber nicht. Ihre Intentionen sind durchweg ähnlich: „Ich habe jetzt seit sechs Wochen keine Schule gehabt und bin froh, hier bei einer tollen Sache für einen guten Zweck mitzumachen“, sagt Karoline Pinkau. Sie besucht die 12. Klasse des Gymnasiums im Schloss und muss derzeit sechs Zeitstunden täglich im Home-Schooling büffeln.

Tamara Lühr hatte für diese Zeit eigentlich ein Praktikum geplant – nach Abitur und vor Beginn des Psychologie-Studiums. „Durch Corona ist es ausgefallen, darum bin ich hier. Es macht Riesenspaß, die Artikel zu sortieren und die Taschen zu packen.“ Dabei ist sie mit Tara Hagelstein einig, die schon als Gasthörerin ein Studium in Braunschweig begleitet. Beide sagen: „Wir finden auch die Vorgaben gut, dass in jeder Tüte gespendete Gebrauchtspielzeuge sind, aber auch mindestens ein gekauftes Neuspielzeug.“ Und etwas Süßes liege auch immer drin.

Bei der Beschaffung stieß das Rote Kreuz auf ganz viel Wohlwollen. „Die Geschäfte haben entweder die Lager geräumt oder uns Neuware bestellt“, erzählt Aline Gauder. Besonders hebt sie den Entdeckerladen hervor sowie die Buchhandlung Steuber. Die Taschen können bei der vorübergehenden Packstation am Exer von den Paten nach Rücksprache abgeholt werden. Einige Taschen werden im Einzelfall auch an die Türen gebracht. „Natürlich kontaktlos.“

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