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09.10.2020

Kreative Frauen mit Aus­strah­lung: Texte und Musik

Nachdem es den frauenORT Henriette Schrader-Breymann nun seit fünf Jahren gibt, möchte die dazugehörige Arbeitsgruppe dieses Ereignis mit einem Konzert feiern. Neben Henriette Breymann waren auch andere Frauen im 19. Jahrhundert kreativ und haben Werke geschaffen, die bis heute ihre Wirkung zeigen.

Daher werden am Freitag, 30. Oktober 2020, 19 Uhr, im Prinzenpalais unter dem Motto „Kreative Frauen mit Ausstrahlung - Texte und Musik“ wichtige Texte und Aussagen von und über Henriette Breymann mit der Musik von Josephine Lang, Clara Schumann und Fanny Hensel gemeinsam präsentiert.

Alle vier Frauen lebten in einer Zeit, die davon geprägt war, dass Frauen eher eine untergeordnete Rolle spielten und bei der Ausbildung und beruflichen Aktivitäten benachteiligt wurden. Dazu sind alle vier ein Gegenentwurf, der – wenn auch unter erschwerten Bedingungen – damals deutlich gemacht hat, dass es auch anders geht.

Sie konnten zeigen, dass auch Frauen in der Lage sind, Großes zu erschaffen und mit ihren Werken und Ideen neue Entwicklungen anzustoßen und ihre Zeit zu verändern. Aber nicht nur das: Durch die Einzigartigkeit haben diese Werke und Ideen bis heute ihre Gültigkeit behalten und haben im Fall von Henriette Breymann beispielsweise bis in die heutige Zeit Auswirkungen auf die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie anderen Sozialberufen.

Der Einsatz von Henriette Breymann für die moderne Pädagogik und die weibliche Erwerbstätigkeit war wegweisend. Sie etablierte nicht nur einen Kindergarten und eine Erzieherinnenschule in Wolfenbüttel, sondern gründete 1872 gemeinsam mit ihrem Mann Karl Schrader nach dem Umzug nach Berlin das Pestalozzi-Fröbel-Haus, das bis heute eine Ausbildungsstätte für Soziales und Erziehungsberufe ist. Zusätzlich engagierte sich Henriette erfolgreich im sozialen Bereich und in Frauenfragen. In ihren reformpädagogischen Ansätzen war das gemeinsame Erleben sowohl an der frischen Luft (zum Beispiel beim Sportunterricht und der Gartenarbeit) als auch bei Musik und Kunst eine wichtige Rolle.

Die drei Musikerinnen waren ebenfalls hochkreative Frauen, welche sich für ihre eigenen Ideen stark machten. Alle waren – ebenso wie Henriette – mit einer hohen Intelligenz ausgestattet und jede in ihrem Bereich bereits in jungen Jahren erfolgreich.

Josephine Lang und Clara Schumann brillierten mit ihren Liedkompositionen, während Fanny Hensel einen stärkeren Fokus auf Klavierkompositionen legte. Ihr Talent wurde in ihrer Jugend in unterschiedlicher Weise gefördert. Sobald sich jedoch der Vergleich mit Ehemann, Bruder oder Vater in künstlerischer Hinsicht zugunsten der Frauen entwickelte, wurde dem ein Riegel vorgeschoben und es erfolgte die Besinnung auf die „eigentlichen“ Aufgeben der Frauen – Kinder und Haushalt. Alle drei haben sich dagegen aufgelehnt und auf unterschiedliche Weise versucht, ihr Ideal durchzusetzen. Die Gesellschaft kann sich heute darüber freuen, dass sie diese Kompositionen hören kann und dankbar sein, dass diese Künstlerinnen für ihre Werke gekämpft haben.

Die Arbeitsgruppe frauenORT Henriette Schrader-Breymann führt in Kooperation mit der Kulturinitiative tonart und dem Verein Kulturstadt Wolfenbüttel diese vier Ausnahmefrauen in einer Veranstaltung zusammen und lässt sie zu Wort und Ton kommen.

Vortragende sind die Pianistin Sylvia Ackermann und die Sopranistin Anna Feidt, die Lesung hält C. U. Borchert.

Karten gibt es bei Bücher Behr und online unter http://tonart-wf.de/konzertkarten/ zum Preis von 20 Euro (ermäßigt zehn beziehungsweise fünf Euro).

Wer an der Arbeit der Arbeitsgruppe frauenORT Henriette Schrader-Breymann interessiert ist, ist herzlich willkommen.

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