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07.12.2020

Mit Gutscheinen der Tafel und Gastronomen helfen

Mit einem tollen Vorschlag trat jetzt Suer Tekin an das Rote Kreuz heran. Der türkische Gastronom schlug dem DRK-Kreisverband Wolfenbüttel ein Gutschein-System vor, das vor allem den Kunden der Tafel zugute kommen würde.

Zweiter Nutznießer seien Wolfenbütteler Gastronomen und Geschäftsleute. "Ich würde mich freuen, wenn ganz viele Betriebe mitmachen."

Suer Tekin betreibt an der Ecke Kram­buden/Stadt­markt das Restaurant Le Bosphore – im Moment coronabedingt nur als Imbiss. Seine Idee: Wolfenbütteler können bei ihm Gutscheine zu fünf Euro das Stück kaufen, die dann in die Sammeldose des DRK gesteckt werden. Tafel-Mitarbeiter leeren die Dose regelmäßig und verteilen die Gutscheine unter den registrierten Tafelkunden, die sich ihre Lebensmittel bei der Tafel im Eberts Hof (Großer Zimmerhof) abholen.

"Ein solches System gibt es schon seit vielen, vielen Jahren in der Türkei", erzählt der 52-Jährige. Wer dort zum Beispiel beim Bäcker drei Brote hole, bezahle oft noch zwei mehr für Bedürftige. "Es gibt sogar einen Begriff dafür: die hängenden Brote." Wer Hunger habe, sich aber kein Brot leisten könne, schaue beim Bäcker nach, was an den betreffenden Haken hänge. "Nach diesen Broten wird er fragen."

Das nun von ihm erdachte System der Gutscheine hat weitere Vorteile. Erstmal ist es steuerlich wasserdicht, denn die Einnahmen werden offen angegeben. Außerdem ist es schlank und unbürokratisch. "Vor allem aber braucht sich niemand zu schämen, wenn er gespendetes Essen holt", betont Tekin, "denn er bezahlt ja mit Gutscheinen." Dass eine gewisse Anonymität der Gefahr einer Stigmatisierung entgegenwirke, hatten auch Tafelverbände stets betont.

"Das ist ein toller Anstoß", freute sich Aline Gauder von der Tafel. "Auf diese Weise erhalten unsere Kunden eine extra-Gabe, und auch den Gastronomen wird geholfen." Suer Tekin hat vor allem im Auge, dass diese Hilfe schon sehr schnell ins Rollen kommen könnte. Er will am Dienstag, 8. Dezember, mit den Sammeldosen und den Gutscheinen starten. Und er kündigt an: "Die ersten Gutscheine werde ich gleich mal selbst einwerfen."

Den nächsten Schritt hat er auch schon vor Augen: "Im Grunde kann jedes Geschäft mitmachen." An den Türen sollten dann Aufkleber darauf hinweisen, dass es drinnen Gutscheine für Bedürftige gibt. "Ich stelle mir vor, dass auf diese Weise das Wir-Gefühl in der Innenstadt wächst." Den Spendern winke im Übrigen ein gutes Gewissen. "Bei dieser Aktion kann es eigentlich nur Gewinner geben."

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