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16.06.2021

Zunehmende Vermüllung der Grünanlagen ist ein Problem

Leere oder halbleere Pappbecher, Chipstüten, Pizzakartons – wer durch die Wolfenbütteler Grünanlagen wandert erhält unfreiwillig einen guten Einblick in die Essgewohnheiten mancher Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler. Immer mehr achtlos in der Natur entsorgte Verpackungen spiegeln ein trauriges Bild unserer Gesellschaft wider.

Die städtischen Grünanlagen werden bei schönem Wetter für Bürgerinnen und Bürger zum Wohnzimmer, Spielplätze werden zur Partyzone – leider bleibt die Sorgfalt, diese Orte wie die eigenen vier Wände zu behandeln, aus. Insbesondere nach dem Wochenende empfängt die Reinigungstrupps des Servicebetriebs der Stadt ein schlimmes Bild. Entweder werden die Reste einfach aus Bequemlichkeit an Ort und Stelle stehengelassen oder selbst bei den Mülleimern einfach davor geschmissen – auch wenn diese noch genug Platz bieten, den Unrat aufzunehmen. Selbst ein „zupflastern“ der Grünanlagen mit Müllbehältern (bisher befinden sich rund 500 im Stadtgebiet) oder eine Leerung mehrmals am Tag (bisher einmal am Tag in der Innenstadt) würde also nichts bringen. Einen Mangel an Müllbehältern gibt es eigentlich nicht – es liegt häufig schlichtweg an der Bequemlichkeit.

Es fehlt leider am Verständnis, den mitgebrachten Müll (rund 160 Tonnen sind 2020 in der Stadt angefallen) korrekt zu entsorgen oder wieder mit nach Hause zu nehmen. Das zusätzliche Reinigen der Grünanlagen kostet nicht nur jede Menge Steuergeld – es kostet vor allem viel Zeit. Zeit, die zu den bisherigen 8.000 Stunden pro Jahr für die Leerung der Müllbehälter dazu kommt und dann für andere Dinge, wie der Pflege der Anlagen fehlt.


Wer für den Müll verantwortlich ist, scheint bei vielen Bürgerinnen und Bürgern festzustehen: die Stadt. Nur so ist es zu erklären, warum auch an den Containerplätzen auch jeglicher Unrat einfach so entsorgt wird – obwohl es dafür legale und meist sogar kostenlose Alternativen gibt. Kommt man den Müllsündern auf die Schliche, kann es teuer werden. Empfindliche Bußgelder drohen.

Eine Musterlösung aus diesem Dilemma gibt es allerdings nicht. Die bisherigen Appelle von Stadt und Landkreis an die Bürgerinnen und Bürger, sensibler mit dem Thema umzugehen, brachten leider keinen Erfolg. Hier ist vielmehr Gleichgültigkeit zu verzeichnen, wenn es um die Sauberkeit des öffentlichen Raumes geht.

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