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07.07.2021

Pilotanlage entsteht in Kooperation mit dem DRK Am Exer

Wie sieht die Zukunft des Testens aus? Gerade vor dem Hintergrund zahlreicher Fälle von Abrechnungsbetrug hat das Thema in Deutschland jetzt enormen Schwung erhalten.

Die Antwort auf diese Frage könnte aus Wolfenbüttel kommen. Denn dort beschäftigt sich die Firma KANDJ intensiv mit neuen Lösungen, die das Testen sicherer machen sollen und die Digitalisierung von Testzentren weiterentwickelt.

„Auswertungen von Pilotprojekten haben gezeigt, dass bis zu 40 Prozent der aktuellen Testergebnisse falsch negativ gewertet werden", sagt Karima Berrahou. Die Französin lebt seit einigen Jahren in Braunschweig und hat Ende 2020 mit ihrem Partner Jens Uphoff die Firma KANDJ gegründet. „Die Unsicherheiten bei der Auswertung der Tests begünstigen die Ausbreitung von Corona", betont sie. „Und falsch negativ ist dabei natürlich viel schlimmer als falsch positiv."

KANDJ will nun die Fehlerquelle „Mensch" beim Testen ausschließen. „Wir gehen davon aus, dass uns das Virus noch eine Weile begleiten wird, und haben uns darum überlegt, wie sich die Ergebnisse verlässlicher ermitteln lassen", erklärt Jens Uphoff. Das innovative Duo setzt darum auf eine iaX-Lösung, die ursprünglich von Experten für Kameratechnik stammt. „Sie liefert belastbare Ergebnisse, auch wenn bei einer Infektion im frühen Stadium nur wenige N-Proteine vorhanden sind", verdeutlicht Karima Berrahou. Der Teststreifen reagiert dann nur schwach. „Das menschliche Auge nimmt keine Verfärbung wahr, der iaX-Scanner aber doch."

Auf diese Weise lassen sich ungenaue Tests insbesondere in den ersten Tagen der Infektion ausschließen. Doch es gibt noch weitere Vorteile: Die Tests werden über ein Lesegerät durchgeführt, das digital und cloudbasiert arbeitet und dabei keine persönlichen Daten der Testperson erhält. „So lässt sich die Qualität der Schnelltests erhöhen und der Datenschutz sicherstellen. Außerdem genügen bei unserem Verfahren Tests, die im vorderen Nasenbereich durchgeführt werden. Das ist für die Testpersonen viel angenehmer als das Eindringen in hinteren Nasenbereich oder Rachen“, erklärt Jens Uphoff.

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden in den bisherigen Teststationen noch längst nicht ausgeschöpft", urteilt Karima Berrahou. Der von KANDJ gewählte Weg könnte im nächsten Schritt die Abrechnung sicherer machen und vor Fälschungen schützen. „Unsere Daten können zum Beispiel von den Behörden online abgefragt werden. Dabei ist es ausgeschlossen, dass Teststreifen doppelt gescannt werden – das System ist also betrugssicher."

Gleichwohl erfahre die Firma viel Desinteresse gegenüber ihrem neuen Produkt. „Oft hieß es, warum sollen wir was ändern – es läuft doch." Diese Einstellung habe sich erst geändert, seit kürzlich der großangelegte Abrechnungsbetrug öffentlich geworden sei. „Nun nehmen die Experten unsere iaX-Lösung als Variante wahr, die viele positive Aspekte mitbringt."

Da trifft es sich gut, dass derzeit ein erstes gemeinsames Testzentrum mit dem DRK-Kreisverband Wolfenbüttel in Planung ist. „Wir wollen Am Exer, in unserer direkten Nachbarschaft, den Scanner aufbauen", kündigt Jens Uphoff an. Zwar stehe die Genehmigung durch das Gesundheitsamt noch aus, doch KANDJ rechnet in den nächsten Tagen damit. „Dann sind wir einen großen Schritt weiter, denn im Praxisbetrieb können wir viel schneller klar machen, wie viele Vorteile unser Testkonzept bietet und welche weiteren Lösungen, zum Beispiel durch den Einsatz von Robotern, wir den Testzentren anbieten können. Aktuell tauschen wir uns mit Unternehmen sowie Organisationen aus und sammeln so Anforderungen von Betreibern, um die nächsten Schritte der Digitalisierung abzustimmen. Interessenten können sich einfach über info@kandj.de mit uns in Verbindung setzen." .

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