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14.08.2021

DRK-Feriensprachcamp bringt Freude in den Alltag

Ferien und nichts ist los. Familien, die lange in Wolfenbüttel leben, kennen die Anbieter von Ferienangeboten und viele Ausflugsziele in der Umgebung. Für 16 Kinder, die in den vergangenen Monaten mit ihren Familien nach Deutschland kamen, sorgten die Flüchtlings- und Migrationshilfe im DRK-Kreisverband Wolfenbüttel und das Bildungszentrum des Landkreises für Abwechslung.

Gegen die Langweile in den Sommerferien gibt es eine große Auswahl an Kursen und Ausflügen. „Wir haben in der Beratung Familien, die gerade erst nach Deutschland flüchteten. Ihre Sorgen drehen sich um andere Dinge, als die Freizeitgestaltung der Kinder. Dazu kommt die Sprachbarriere – klassische Ferienangebote erreichen sie oftmals nicht“, erklärt Aline Gauder, Fachleitung der Flüchtlings- und Migrationshilfe. An diesem Punkt setzt das DRK-Feriensprachcamp an: Es bietet Abwechslung vom Alltag, Bewegungsangebote und die Möglichkeit, Deutsch in einem geschützten Rahmen zu lernen. Da die Anzahl der Plätze durch Hygieneauflagen beschränkt war, verzichteten DRK und BIZ auf Werbung für das Sprachcamp. „Unsere Deutsch-Dozentinnen an den Schulen im Landkreis luden gezielt Kinder ein, die noch nicht lange in Deutschland sind. Über die Beratungsstelle des DRK gab es Kontakt zu Familien, deren Kinder in Deutschland bislang keine Schule besuchten“, so Jana Ehlermann vom BIZ.

Ein Teil der Sieben- bis Siebzehnjährigen, die aus Syrien, Irak und Libanon kommen, nahm in der Woche davor bereits an einem vom Kultusministerium geförderten Sprachangebot im Bildungszentrum teil. Der DRK-Spieltreff begleitete das Angebot mit dem Spielmobil.

Während der Planung des Feriensprachcamps stellten Ehlermann und Frederike Schwieger, Koordinatorin für die DRK-Flüchtlings- und Migrationshilfe, ein flexibles Programm auf die Beine: Neben Präsenzangeboten im BIZ und einem Ausflug zum LÖWE-Pfad im Lechlumer Holz gab es mehrere Aufgaben für zuhause. „Wir übten eine kleine Geschichte auf Deutsch vorzulesen und zu jonglieren. Ziel war eine Vorführung bei unserer Abschlussveranstaltung am Samstag. Während der sechs Tage Feriensprachcamp gab es außerdem zwei Online-Tage, an denen wir uns nur im Videochat trafen. Am Donnerstag kochte jeder bei sich, angeleitet von unserer Dozentin in der BIZ-Küche“, erzählt Ehlermann.

Für das Deutsche Rote Kreuz in Wolfenbüttel ist es das vierte Sprachcamp, das in den Ferien angeboten wird. Das BIZ ist zum ersten Mal Kooperationspartner für das Camp. Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung unterstützte das Projekt finanziell – so ist das Angebot für die Kinder kostenfrei. „Der Zugang ist bewusst niederschwellig. Es geht vorrangig darum, Freude an Freizeitaktivitäten und Bewegung zu vermitteln. Die Kinder gewinnen jeden Tag an Selbstvertrauen. Gleichzeitig entstehen Freundschaften und sie haben einen geschützten Raum, um Deutsch sprechen, lesen und schreiben zu üben“, sagt Gauder. Mit Medhat Omar und Mohammad Turkawi begleiteten zwei Teamer das Feriencamp, die Arabisch und Kurdisch sprechen. Mohammad kam 2018 nach Deutschland und absolviert, in Vorbereitung eines Studiums der Sozialen Arbeit, bei der DRK-Flüchtlings- und Migrationshilfe ein Praktikum.

Nach den Ferien bietet das BIZ einen wöchentlichen Sprachkurs nach dem Schulunterricht an. Mit den vom Sprachcamp bekannten Dozentinnen. „Die Motivation zu lernen und dran zu bleiben ist höher, wenn die Ansprechpartner bekannt und vertraut sind“, sagt Ehlermann. Und aus Sicht von Gauder wächst mit dem Wortschatz das Selbstvertrauen, die eigenen Interessen zu verfolgen. Oder Sport im Verein zu machen. So greift auf dem Weg zur Integration das eine in das andere.

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