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08.09.2021

Am Exer eröffnet ein nahezu vollautomatisiertes Testzentrum

Es gibt ein neues Testzentrum in der Stadt. Am Exer in Wolfenbüttel haben sich drei Partner zusammengefunden, die das Testen auf ein neues Niveau heben wollen. Der DRK-Kreisverband, die Firma Kandj und das Technische Innovationszentrum (tiw) ziehen dabei an einem Strang.

"In gewisser Weise verhalten wir uns antizyklisch wenn man sieht, dass überall Testzentren geschlossen werden", sagt Thomas Stoch als Vertreter des DRK-Vorstands. "Aber wir gehen davon aus, dass das Interesse an Testungen wieder zunehmen wird." Dabei gehe es nicht nur um eine womöglich bevorstehende vierte Welle von Corona oder weiteren Mutationen. "Vielmehr wird es künftig ganz andere Infektionskrankheiten geben, denen man nur mit großflächigen Tests auf die Spur kommt."

Da traf es sich gut, dass die Am Exer ansässige Firma Kandj gleich mit zwei Neuerungen auf den Plan tritt: "Einmal haben wir ein Lesegerät ausgewählt, das die Teststreifen deutlich effizienter analysieren kann als das menschliche Auge", erklärt Geschäftsführer Jens Uphoff. "Auf diese Weise werden fehlerhafte Testergebnisse nahezu ausgeschlossen."

Noch innovativer allerdings ist der zweite Schritt, der ab Montag, 13. September 2021, zu bewundern ist: die automatisierte Analyse und Auswertung der Proben. Im neuen Testzentrum Am Exer 17 steht ein Roboter, der die Teststreifen automatisch einzieht, ins Analysegerät schiebt und auch die Weiterverarbeitung der Ergebnisse vornimmt. "Er verschickt die Resultate anschließend zum Beispiel auf das Handy der Kunden", erklärt Kandj-Geschäftsführerin Karima Berrahou. Und mehr noch: "Positive Ergebnisse gehen parallel an das jeweilige Gesundheitsamt."

Auf diese Weise soll die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten noch schneller eingedämmt werden – auf diesem Gebiet ist jede Minute kostbar. Bei der Schulung der DRK-Mitarbeiter zeigten sich zudem weitere Vorteile: "Für einen Testtermin muss man sich auf der Internetseite Schnelltest Am Exer online anmelden, dadurch reduzieren wir Fehlerquellen und alles läuft viel schneller."

Insgesamt hat der Roboter eine Kapazität von 80 Testplätzen. "Theoretisch haben wir damit einen Durchlauf von 320 Personen pro Stunde", sagt Uphoff. Engstelle bleibt damit nur die Probenentnahme selbst, die nach wie vor von geschulten DRK-Mitarbeitern von Hand durchgeführt wird. Trotzdem ist das gesamte System derart kompakt, dass es problemlos bei Großveranstaltungen neben der Kasse aufgebaut werden kann. Berrahou: "Wir brauchen nur Strom und eine Internetverbindung."

Auch tiw-Geschäftsführerin Carola Weitner-Kehl äußerte sich begeistert von der Entwicklung am Exer: "Weil die Entwickler Berrahou und Uphoff ihr Ding trotz ständig neuer und wechselnder Rahmenbedingungen während der Corona-Krise kontinuierlich und mit Beharrlichkeit durchgezogen haben." Das tiw habe dafür gern sein Netzwerk zur Verfügung gestellt. "Denn die beiden Entrepreneure zeichnen sich durch hohe Professionalität und viel Erfahrung aus – das ist schön zu erleben."

Thomas Stoch freut sich nun auf die am Montag anlaufende Phase, für die man sich jetzt schon anmelden kann. "Mit Kandj, tiw und DRK haben sich drei innovative Partner gefunden, die sich gegenseitig befruchten." Auch unter den Mitarbeitern, die das DRK dafür abstellt, habe er Begeisterung wahrgenommen, bei dieser Innovation dabeizusein. "Ich gehe davon aus, dass diese Art der automatisierten Testung vor einem Siegeszug steht." Im Übrigen sei der Exer ein idealer Standort für das neue Testzentrum Wolfenbüttels: "Wir haben mit der Ostfalia, den anderen Bildungseinrichtungen und vielen Firmen reichlich Kundschaft vor der Tür. Außerdem liegt der Exer an der Einflugschneise von Osten Richtung Wolfenbüttel: Durch die vielen Parkplätze könnte die Lage also kaum günstiger sein."

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