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23.09.2021

Was ist eigentlich mit Palmöl?

Die meisten unserer Kaufentscheidungen treffen wir tatsächlich im Supermarkt – sei es beim Wocheneinkauf oder beim schnellen Besorgen einer Kleinigkeit. Es gibt Menschen, die immer vorbereitet mit ihren Einkaufszetteln den Markt betreten oder welche die sich eher vor Ort inspirieren lassen. So oder so kaufen wir aber so routiniert ein, dass wir meistens nach Schema F verfahren. Will man also auch den individuellen Konsum nachhaltiger, umweltfreundlicher und klimafreundlicher gestalten ist es ratsam diese Routine einmal zu durchbrechen und sich zu fragen, was genau man dort eigentlich kauft.

Ein bereits oft kommuniziertes aber auch oft in Vergessenheit geratendes Thema ist der Einsatz von Palmöl. In Vergessenheit gerät es sicherlich vor allem deswegen, weil mittlerweile in fast jedem zweiten Produkt Palmöl enthalten ist und man das Gefühl hat es eh nicht beeinflussen zu können. Grund für so viel Palmöl in unseren Produkten ist, dass dieses besonders günstig ist. Die Ölpalme ist wesentlich ertragreicher ist als Raps oder Soja. Dadurch kann bei der Herstellung der Produkte eine Menge Geld gespart werden. Ein weiterer Grund für diesen günstigen Rohstoff ist aber auch die Herkunft und die Anbaugebiete. Mittlerweile ist Palmöl das meistangebaute Pflanzenöl der Welt. Das aber leider nicht ohne Folgen. Die Länder, in denen es hauptsächlich angebaut wird, sind Entwicklungsländer. Aus der Not heraus möglichst große Mengen produzieren zu können entstehen Monokulturen in Gebieten, wo vorher gesunder Regenwald oder gar tropischer Urwald stand. Das bringt massive Probleme mit sich: reduzierte Potentiale als Kohlenstoffspeicher im Kampf gegen den Klimawandel, Verlust und Vertreibung der Artenvielfalt von Flora und Fauna aber auch Landflucht von Menschen, sogar vom Einsatz von Kinderarbeit auf den Plantagen wird berichtet.

Was kann man also tun, wenn jedes zweite Produkt bereits Palmöl enthält? Tatsächlich ist das etwas komplexer. Denn würde man Palmöl einfach überall ersetzen wollen, müssten an anderer Stelle noch größere Anbauflächen von Kokosnussbäumen oder noch riesigere Soja- oder Rapsfelder entstehen, die ebenfalls ihre Nachteile haben. Wenn man eine nachhaltige Entscheidung treffen will, will man ja aber auch nicht riskieren, Menschen andernorts ihre Existenzgrundlage zu nehmen. Dennoch gibt es zum Beispiel drei gute Lösungsansätze.

  1. Das Erste ist auf Palmöl zu verzichten. Dabei kann entweder ein anderes Öl eingesetzt worden sein, was aber regional produziert wurde, also zum Beispiel Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Das unterstützt die heimische Wirtschaft und Transportwege werden eingespart. Oder, vielleicht kann man auf das Glas Schokocreme auch verzichten und stattdessen lieber mal wieder Honig vom regionalen Imker kaufen.
  2. Das Zweite ist darauf zu achten, wenn das Produkt ohne Palmöl nicht auskommt, es zumindest aus zertifizierten nachhaltigen Quellen stammt und somit faire Bezahlung und umweltverträglicher Anbau unterstützt werden.
  3. Das Dritte ist etwas unkonventioneller: nämlich einfach öfter das Auto stehen lassen. Denn der in Deutschland hergestellte Biokraftstoff, der mittlerweile in jedem Benzin und Diesel beigemischt wird, wird auch zum Teil aus Palmöl hergestellt. Laut den Hochrechnungen werden sogar 40 Prozent der insgesamt nach Deutschland eingeführten Menge Palmöl für Biokraftstoffe eingesetzt.

Und wo steckt Palmöl nun eigentlich überall drin? Oft in Lebensmitteln wie Schokolade, Margarine und Pizza, aber auch in vielen Kosmetika, Kerzen, Seifen und Putzmittel.

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