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Fünf neue Stolpersteine für Wolfenbütteler Familie

Am Mittwochmorgen, 19. Februar 2020, setzte Gunter Demnig neue Stolpersteine in Wolfenbüttel. Mit diesem Kunstprojekt soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden. In Europa wurden bereits mehr als 75.000 Steine verlegt, nun kamen fünf neue in der Salzdahlumer Straße bei der ehemaligen Hausnummer 13 in Wolfenbüttel hinzu.

Gruppenfoto von Eduardo und Andrea Wolfsohn und Thomas Pink. © Stadt Wolfenbüttel
Auch die Enkelkinder Eduardo und Andrea Wolfsohn kamen zur Steinverlegung nach Wolfenbüttel. Hier zu sehen zusammen mit Bürgermeister Thomas Pink.

Fünf Stolpersteine sind in eine vorbereitete Öffnung im Pflaster gelegt. Darüber liegt ein Strauß weiße Rosen. © Stadt Wolfenbüttel
Fünf neue Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Familie Wolfsohn.

Die Stolpersteine stehen für das Schicksal der verfolgten, diskriminierten und ermordeten Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus. Hierzu gehörte auch die Familie Wolfsohn: Max, Marianne, Alfred, Herbert und Günter. Auch sie mussten aus Wolfenbüttel fliehen und fanden erst in unterschiedlichen Ländern ihre Ruhe. So wurde die Familie zerrissen und verteilte sich über mehrere Länder, unter anderem in Griechenland und Brasilien. Das Schicksal der Familie wurde von Schülern der Leibniz-Realschule recherchiert und im Rahmen der Steinverlegung vorgetragen. Aus Brasilien reisten auch die Enkelkinder von Günter Wolfsohn, Andrea und Eduardo, an, um der Zeremonie beizuwohnen.

Bürgermeister Thomas Pink hielt vor den versammelten Menschen eine Rede. Darin nahm er die Menschen in die Pflicht, die Erinnerung an die NS-Vergangenheit nicht zu vergessen. Es sei vielmehr eine wichtige Aufgabe das Andenken an die Opfer zu würdigen und dafür Sorge zu tragen, dass es in Deutschland nie wieder zu solchen Gräueltaten kommt. Er zitierte zudem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der davor warnte, dass die bösen Geister sich heute in anderem Gewand zeigen würden.

Für Steinlegung zeichnet sich, neben dem Künstler Gunter Demnig, in Wolfenbütteler eine eigene Arbeitsgruppe verantwortlich, die von Jürgen Kumlehn und Kristlieb Adloff ins Leben gerufen wurde. Markus Gröchtemeier vom Schloss Museum Wolfenbüttel unterstütze die Schulklasse durch seine Fachkenntnisse bei der Recherche. Zuletzt wurden 10 Steine am 8. Dezember 2019 in Wolfenbüttel verlegt.

Kontakt

Stolperstein-Arbeitskreis
c/o Stadt Wolfenbüttel

Frau Lena Simon

Stadtverwaltung Wolfenbüttel
Kulturverwaltung

Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel