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Schüler packen "Koffer für die letzte Reise"

„Menschen, die wir lieben, bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen. Durch Erzählungen und aktives Erinnern bleiben Sie für uns lebendig und geraten nicht in Vergessenheit.“ - Das ist die Botschaft, die hinter dem Projekt „Koffer packen für die letzte Reise“ steckt. Direkt im Anschluss an die Herbstferien war dies Thema in der Grundschule Harztorwall im Rahmen der Projettage.

Ein Mann steht vor einer Gruppe von Grundschülern und hält einen Koffer hoch © Stadt Wolfenbüttel
Bürgermeister Ivica Lukanic nahm den Koffer des dritten Jahrgangs vor der Theaterkasse entgegen.

Da der Herbst auch die Zeit der katholischen Gedenktage ist, hatte sich das Projektteam Religion der Schule entschieden, sich in dieser Zeit mit den Themen Abschied, Trauer und Tod zu beschäftigen. Gemeinsam starteten alle Klassen an Allerheiligen (1. November), nach der ersten großen Pause in der Aula. Erst einmal tauschten sich alle über die vergangenen Herbstferien aus. Im Anschluss stimmten sich alle auf die Gedenktage Allerheiligen und Allerseelen (2. November) ein. Im Mittelpunkt der Einführung: ein gepackter Koffer, herbstlich dekorierte Tücher und eine Kerze.

Was würde ich einem geliebten Menschen zum Abschied mitgeben? Woran erinnere ich mich, wenn ich an einen geliebten Angehörigen oder Freund denke? Diese Fragestellung bekamen die Schüler mit auf den Weg. Im Laufe des Projektes sollten die Schüler eines jeden Jahrgangs einen Koffer mit individuellen Dingen befüllen.

Von diesem Zeitpunkt arbeiteten alle Jahrgänge jeweils vier Unterrichtsstunden am Tag zu den Projektthemen. In allen Klassen wurde ein behutsamer Zugang über Bilderbücher, digitale Medien, Symbolspielzeug und durch persönliche Erfahrungen und Erzählungen geschaffen. So erhielten die Kinder unter anderem Besuch von den mexikanischen Nachbarn einer Lehrkraft. Diese berichteten lebhaft von den in Mexiko gebräuchlichen Ritualen und Gedenktagen (Día de los Muertos).

Am zweiten Projekttag fanden zum Beispiel Besuche auf Friedhöfen und im Friedwald statt. Manche Klassen empfingen auch Gäste. Großeltern und Eltern kamen zu Besuch. Gemeinsam mit den Schülern wurde besprochen, wie Erinnerungen zu kostbaren Knospen werden können, wie durch Düfte, durch Rezepte, durch Erinnerungsgegenstände (Fernglas vom Opa, Asterixhefte, Essgeschirr von der Oma). Alles kann beim Erinnern helfen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Einige Schüler bastelten und gestalteten Schiffe, Steine und Bäume. Zu der Geschichte des Bilderbuchs „Der Baum der Erinnerung“ von Britta Teckentrup, in dem das Thema „Abschied nehmen“ einfühlsam vermittelt wird, malten die Kinder großartige Bilder. Beim gemeinsamen Singen und durch ausgedehnte Frühstückszeiten konnte eine gute und gemeinschaftliche Atmosphäre in den Gruppen geschaffen werden.

Am Freitag, 3. November, wurden alle vier Koffer mit den Inhalten, die die Jahrgänge zusammengestellt hatten, von den stolzen Schülern in die Öffentlichkeit gebracht. Für die Stadt Wolfenbüttel nahm Bürgermeister Ivica Lukanic den Koffer entgegen. Vor der Theaterkasse begrüßte er die Kinder des dritten Jahrgangs, die von ihren Lehrkräften, Schulbegleiterinnen sowie Schulleiterin Birgit Oppermann begleitet wurden.

Einige Schüler stellten den von ihnen gefüllten Koffer vor. Da waren viele Dinge zusammengekommen, die an geliebte Menschen (und Tiere) erinnern, die entweder schon gestorben sind oder noch leben. Für den einen waren das Fotos, für den anderen Bücher… andere wiederum hatten Gegenstände, die an ein Hobby erinnern, in den Koffer gelegt … zu jedem gab es eine individuelle Geschichte. Auf Sprechblasen aus Papier hatten die Schüler außerdem persönlichen Erinnerungen aufgeschrieben und gemalt.

Lukanic dankte den Kindern für ihre wertvolle Arbeit und unterstrich, wie wichtig es ist, sich mit den Themen Trauer und Abschied auseinanderzusetzen. Der Koffer und die gemalten Bilder der Kinder wurden anschließend im Schaufenster der Theaterkasse ausgestellt. Weitere gepackte Koffer wurden im Baustellenbüro der Stadt (Lange Herzogstraße), in der Trinitatiskirche sowie in der St.-Petrus-Kirche überreicht.

In der Abschlussrunde dieses Projektes, die wiederum in der Aula der Schule stattfand, wurde deutlich, dass sich alle mit viel Respekt dem Thema genähert haben. Ein Kind brachte es auf den Punkt, indem es sagte: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel zu diesem Thema sagen und erfahren kann". „Allen haben die Projekttage gefallen“, so Schulleiterin Birgit Oppermann, die ihren Dank an alle Beteiligten und insbesondere an den Hospizverein Wolfenbüttel richtet: „Danke, lieber Hospizverein, dass ihr mit uns geplant habt, uns mit Materialien unterstützt und auch die Präsentationen mit uns besucht habt.“

Kontakt

Grundschule Harztorwall

Birgit Oppermann

Schulleitung

Robert-Everlien-Platz 1
38300 Wolfenbüttel

10.11.2023