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Faszinierendes Organ stand im Fokus des Infoabends

Jüngst drehte sich im Rahmen der achten Bürgerinformation Bauchmedizin des Städtischen Klinikums alles um eines der faszinierendsten Organe im menschlichen Körper – die Leber. Die bauchmedizinischen Chefärzte Prof. Dr. Kinan Rifai (Innere Medizin) und Dr. Mark Jäger (Chirurgie) schauten ganz genau hin und mit ihnen knapp 100 interessierte Gäste, wie das Klinikum in einer Pressemitteilung erzählt.

Zwei Männer und eine Frau stehen an einem Stehttisch, vor ihnen liegt ein Kunststoffmodell einer Leber, im Hintergrund sitzen Zuhörer in einem Saal. © Städtisches Klinikum
Von links: Chefarzt Dr. Mark Jäger, Angelika Weihe (Mitglied des Fördervereins des Klinikums) und Chefarzt Professor Dr. Kinan Rifai begrüßten die Gäste des Abends.

„Viele Lebererkrankungen verlaufen so symptomarm, dass der Patient häufig lange Zeit gar nicht bemerkt, dass er krank ist. Wenn es zu Beschwerden kommt, sind diese meist unspezifisch. Dazu gehören zum Beispiel Müdigkeit und Beschwerden im rechten Oberbauch“, erklärte Prof. Dr. Kinan Rifai zu Beginn des Abends. Erst im weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung könne es dann zu typischen Zeichen der Leberzirrhose kommen wie Bauchwasser, Blutgerinnungsstörungen oder sogar zum Leberkoma. Die Diagnose sei häufig ein Zufallsbefund, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie. Erhöhte Leberwerte oder Zeichen einer Lebererkrankung im Ultraschall können jedoch darauf hinweisen.

Fettleber häufigste Lebererkrankung in Deutschland

Die häufigste Lebererkrankung in den westlichen Ländern sei inzwischen die Fettleber. „Die Schätzungen dazu schwanken stark, doch es wird angenommen, dass bis zu zehn Millionen Deutsche eine Fettleber aufweisen“, berichtet Rifai. Früher seien Fettlebern meist als harmlos eingestuft worden, doch inzwischen wisse man, dass Fettlebern ebenfalls das Risiko erhöhen, an chronischer Leberentzündung, Leberzirrhose oder Leberkrebs zu erkranken.

Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf dem Zufallsbefund „Schatten auf der Leber“, der eine schrittweise Abklärung erfordere, bis Klarheit für den Patienten bestehe, erläuterte Professor Rifai. Werden in diesem Rahmen Tumoren in der Leber entdeckt, hänge die Behandlung insbesondere davon ab, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. „Die häufigsten gutartigen Lebertumoren sind Zysten, die nur in seltenen Fällen Probleme bereiten. In diesem Fall kann mit hoher Erfolgsrate eine minimal-invasive Behandlung als Verödung unter Ultraschall-Sicht erfolgen“, erklärt Rifai. Selten würden gutartige Tumoren klinische Beschwerden hervorrufen, so dass eine operative Entfernung anzuraten sei.

Vorgehen bei bösartigen Lebertumoren

Sofern der Verdacht auf einen bösartigen Lebertumor besteht, werde zunächst eine Gewebeprobe entnommen, um die Diagnose zu sichern. „Für alle bösartigen Lebertumoren wird die genaue Behandlung immer im fachübergreifenden Team von Internisten, Chirurgen, Strahlentherapeuten und weiteren Abteilungen im Rahmen der sogenannten Tumorkonferenz individuell besprochen und protokolliert“, gab Dr. Jäger, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-Invasive Chirurgie, einen Einblick ins Alltagsgeschehen. Die häufigsten bösartigen Lebertumoren stellen Metastasen dar, also Absiedlungen von Tumoren anderer Organe. „Die Behandlung von Lebermetastasen richtet sich nach dem Ursprungort des Tumors, seiner Ausbreitung in der Leber und weiteren Faktoren. In vielen Situationen ist eine Leberoperation indiziert“, so Jäger, der Einblicke in die Leberchirurgie am Klinikum Wolfenbüttel gab.

Abschließend nutzten die zahlreichen Gäste des Abends die Möglichkeit, ihre ganz persönlichen Fragen an die Mediziner zu richten.

Kontakt

Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH

24.11.2023