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Kein Platz für Rassismus im Klinikum Wolfenbüttel

Auch wenn mit den Morden in Halle und Hanau eine breite Diskussion über Rassismus in Gang gesetzt wurde, braucht es wohl noch viel Zeit für ein gesellschaftliches Umdenken. Um diesen Prozess zu unterstützen und ein klares Statement gegen jedwede Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen, beteiligt sich das Städtische Klinikum am Projekt „Kein Platz für Rassismus“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in dessen Rahmen zwei Bänke auf dem Klinikgelände aufgestellt werden.

Vor dem Eingang des Klinikums steht eine Holzbank, deren Sitzfläche an einer Seite gekürztst. Auf der Rückenlehne hinter der fehlenden Sitzfläche steht "Kein Platz für Rassismus". Hinter der Bank stehen eine Frau und vier Männer. © Städtisches Klinikum
Von links: Pflegedirektorin Wenke Lubosch, Martin Koschyk vom ehrenamtlichen Bauteam, Verwaltungsdirektor Christian Keunecke, AWO-Verbandssekretär Falk Hensel und Geschäftsführer Axel Burghardt bei der Übergabe der ersten von zwei Bänken

„In unserem Haus arbeiten fast 1.000 Menschen aus mehr als 20 Ländern täglich als multinationales Team für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten zusammen. Jedes Jahr behandeln und pflegen wir rund 30.000 Menschen“, berichtet Axel Burghardt, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums. Laut Verwaltungsbericht der Stadt leben rund 130 Nationalitäten in Wolfenbüttel, die als potentielle Besucherinnen und Besucher auch ins Klinikum kommen würden. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit habe da absolut keinen Platz. Dies werde durch die Bänke auf kreative und direkte Art und Weise veranschaulicht, so der Geschäftsführer.

Was sofort ins Auge des Betrachters fällt, ist die fehlende Sitzfläche. Denn die Bank hat zwar eine Rückenlehne von zwei Metern Länge, doch beträgt die Sitzfläche lediglich anderthalb Meter. Die fehlende Sitzfläche auf der rechten Seite macht somit das Motto deutlich, indem sie praktisch keinen Platz für Rassismus ermöglicht. „Wir sind stolz auf jeden einzelnen unserer Mitarbeitenden - unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, sozialer Stellung, Alter und Geschlecht“, so Burghardt. Dies sei nicht nur Anspruch, sondern gelebte Praxis im Städtischen Klinikum.

15 weitere Bänke in Stadt und Land platziert

Neben dem Klinikum unterstützen 15 weitere Partner die Aktion in der Lessingstadt und im Landkreis. Finanziert wurde das Projekt aus den Mitteln des Bundesprojektes „Demokratie leben!“ und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Wolfenbüttel. Die Bänke wurden mit Genehmigung der DeinWerk gGmbH Heinsberg von ehrenamtlichen Helfern erstellt. „Wir freuen uns, dass das Klinikum unsere Aktion unterstützt und sich damit klar und öffentlich gegen Rassismus positioniert“, erklärte AWO-Verbandssekretär Falk Hensel im Rahmen der Übergabe der Bank.

Die zweite Bank befindet sich derzeit im Bau und wird demnächst an das Klinikum ausgeliefert. „Unser Förderverein hatte sich für die Anschaffung einer zweiten Bank ausgesprochen und vorgeschlagen, die Kosten dafür zu übernehmen. Dem haben wir natürlich gern zugestimmt“, erklärt Axel Burghardt abschließend.

Kontakt

Städtisches Klinikum Wolfenbüttel gGmbH